Tiefe Wunden

Tiefe Wunden stellen in der ärztlichen Praxis eine Herausforderung für den Arzt, die pflegerischen Fachexperten und die Patienten dar. Damit tiefe chronische Wunden heilen können, brauchen sie zwingend eine adäquate Wundversorgung. Dies beinhaltet zum einen den phasengerechten Wundfüller, der das angesammelte Exsudat durch eine Dochtfunktion in die Sekundärwundauflage ableitet (z.B. Calciumalginate, Wundgele oder ein Cavity-Schaum) und zum anderen eine geeignete Sekundärabdeckung. Diese nimmt dann das Exsudat auf und sorgt somit für ein idealfeuchtes Wundklima.

Grob gesagt heilen Wunden immer von unten nach oben und von außen nach innen. Eine tiefe Wunde muss somit ausreichend Füllmaterial produzieren, bevor eine Epithelisierung erfolgen kann. Durch den Wundfüller wird das Exsudat abgeleitet und zudem ein Granulationsreiz am Wundgrund gesetzt.


Inhaltsverzeichnis

  1. Entstehung

  2. Behandlung


Entstehung

Ungünstige Faktoren tiefer, chronischer Wunden:

  • Bildung eines Nährbodens für Keime durch zu hohes Exsudat-Aufkommen auf dem Wundgrund

  • gefährliche Exsudat-Ansammlungen in schwer zugänglichen Wunden, die das idealfeuchte Wundklima gefährden

  • Unterminierungen oder Taschen, die das tatsächliche Ausmaß der Wunde nicht sofort erkennbar machen


Behandlung

Wundfüllung, Abdeckung und Fixierung

Um die tiefe Wunde adäquat zu versorgen sind verschiedene Punkte äußerst wichtig:

  • die Wunde locker austamponieren, um eine zusätzliche Schädigung durch Druck zu vermeiden

  • Auswahl der geeigneten Wundfüllung bzw. Wundauflage anhand des Wunderscheinungsbildes

    • Viel Exsudat, kritisch kolonisiert > Calciumalginatfaser (DracoAlgin)

    • Viel Exsudat, nicht infiziert > Calciumalginat (DracoAlgin) oder PU-Schaum Cavity

    • Wenig Exsudat bis kein Exsudat, nicht infiziert > DracoHydrogel

Wenig Exsudat bis kein Exsudat, kritisch kolonisiert > DracoWundgel Infekt

Richtiges Austamponieren von tiefen Wunden

In der Anwendung ist zu beachten, dass die Wundauflage bzw. Wundfüllung immer Kontakt zum Wundgrund hat (siehe Abbildung).

Sekundärwundauflagen

Sekundärwundauflagen dienen der Abdeckung von tiefen, bereits austamponierten Wunden um überschüssiges Exsudat weiter zu binden.

Dazu eignen sich: