Schnittwunden

Schnittwunden entstehen durch Verletzungen mit scharfen Gegenständen, z.B. Messern oder Scherben. Je nach Größe und Tiefe der Wunde können diese stark bluten und auch tieferliegende Gewebe, z.B. Sehnen oder Knochen verletzt sein.



Symptome

Pochende Schnittwunde

Das Pochen einer Wunde kann  durch die Verletzung einer Arterie, in der das Blut pulsiert, bedingt sein. Ein anderer Grund kann eine Entzündung der Wunde sein.

Ursache und Entstehung

Schnittwunden treten häufig beim Arbeiten mit Messern oder anderen scharfen, spitzen Gegenständen auf.

Gefährdete Körperstellen

Besonders häufig betroffen sind die Hände und/oder Finger bei Arbeiten mit Messern in der Küche. Aber auch alle anderen Körperteile können eine Schnittwunde erleiden.


Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Schnittwunde ist abhängig von der Größe, Tiefe, Lokalisation und Verletzungsursache.

Behandlung verschiedener Schnittwunden

Große Schnittwunden

Große, tiefe, stark blutende und verschmutzte Wunden und Wunden, bei denen die Knochen oder Sehnen beteiligt sind,  sollten von einem Arzt versorgt werden. Dieser entscheidet, ob die Wunde genäht, geklammert oder geklebt werden muss. Je nach Verletzungsursache kann auch ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehen, wenn z.B. das Messer verschmutzt war.

Kleine Schnittwunden

Bei kleinen Wunden reicht oft aber einfach die Reinigung mit Wasser oder Desinfektionsmittel und die Verwendung eines Pflasters.

Schmerzende Schnittwunden

Schnittwunden schmerzen, weil Nervenfasern und Blutgefäße durchtrennt wurden. Ein anhaltender Schmerz kann aber auch ein Zeichen für eine Entzündung sein. Dann sollte die Wunde gereinigt und ggf. einem Arzt vorgestellt werden. Bei kleineren Wunden hört der Schmerz meist nach kurzer Zeit von selber auf.

Was passiert, wenn eine Schnittwunde nicht genäht wird?

Das Nähen einer Wunde sollte immer innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Verletzung passieren. Ansonsten geht man von einer zu starken Verkeimung der Wunde aus und lässt sie offen abheilen. Die Heilung dauert dann länger und kann mit einer größeren Narbenbildung einhergehen.

Tiefe Schnittwunden

Tiefe Schnittwunden sollten von einem Arzt versorgt werden, besonders wenn Knochen oder Sehnen betroffen sein könnten. Zur Erstversorgung sollte die Blutung gestoppt werden, z.B. durch einen Druckverband. Daraufhin sollte  ein Arzt aufgesucht werden.
Eine normale, kleine Schnittwunde kann einfach mit sauberem Wasser oder Desinfektionsmittel gereinigt und dann mit einem Pflaster abgedeckt werden.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bei sehr großen, stark blutenden oder tiefen Wunden sollte ein Arzt oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Größere und tiefere Wunden werden genäht, geklebt oder mit Wundnahtstreifen versorgt. Dadurch wird ein schnellerer Wundverschluss erreicht und eine bessere Abheilung der Wunde ermöglicht. Die Wundränder werden aneinandergelegt, so dass das Gewebe wieder zusammenwachsen kann. Außerdem können weniger Keime oder Schmutz von außen in die Wunde gelangen. Auch die Narbenbildung ist häufig geringer, als wenn die Wunde offen heilen müsste.

Wie heilt eine Schnittwunde schneller?

Eine saubere Wunde heilt meistens problemlos ab. Unterstützend kann ein Pflaster helfen, das nicht mit der Wunde verklebt und ein idealfeuchtes Wundmilieu herstellt.

Schnittwunden an den Fingerkuppen

Nach dem üblichen Reinigen und Versorgen der Wunde mit einem Pflaster kann es helfen, den Finger weniger zu bewegen und der Wunde Ruhe zu gönnen. Dann hat die Wunde Zeit zu heilen und die Wundränder werden nicht durch Bewegung oder Druck negativ beeinflusst.

Schnittwunden beim Rasieren

Damit Schnittwunden beim Rasieren gar nicht erst passieren, sollte  immer eine scharfe Rasierklinge und Rasierschaum o.ä. verwendet werden. Kommt es doch einmal zu einer kleinen Verletzung, hilft es meistens, kaltes Wasser auf die Wunde zu geben. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße und es blutet weniger stark. Alternativ oder zusätzlich kann  eine Kompresse auf die Wunde gedrückt und dadurch die Blutung gestillt werden. Größere Verletzungen können dann mit einem Pflaster abgedeckt oder einfach offen gelassen werden.

Schnittwunden beim Tier

Generell können Wunden bei Tieren wie bei Menschen erstversorgt werden. Die Reinigung kann ebenfalls mit Wasser und Desinfektionsmitteln erfolgen. Eventuell muss darauf geachtet werden, dass das Tier nach der Desinfektion nicht an der Wunde leckt und somit das Desinfektionsmittel aufnimmt. Je nach Haarlänge sollten die Haare in der Wundumgebung gekürzt werden, damit sie nicht in die Wunde gelangen. Blutungen können durch Druck mit einer sterilen Kompresse versorgt werden. Als Verbände eignen sich bei Tieren solche, die selbsthaftend sind, aber nicht das Fell verkleben. Ausreichend um die Wunde gewickelt, können die Tiere diesen Verband auch nicht selbstständig entfernen. Bei größeren, verschmutzten oder unkontrollierbaren Verletzungen sollte aber immer ein Tierarzt aufgesucht werden.


Mögliche Komplikationen

Eitrige Schnittwunden

Treten Eiter oder weitere Entzündungszeichen auf, ist die Wunde mit Bakterien verunreinigt. Eiter ist eine Mischung aus abgestorbenen Zellen und Immunzellen. Je nach beteiligten Bakterien kann die Farbe, der Geruch und die Konsistenz des Eiters unterschiedlich sein. Bei oberflächlichen Schnittwunden reicht in der Regel desinfizieren aus. Tritt keine Besserung oder eine Verschlechterung der Wundsituation ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da der Entzündungsherd möglicherweise tiefer in der Wunde liegt und entfernt werden muss.

Stark blutende Schnittwunden

Bei sehr starken Blutungen sollte ein Druckverband angelegt  und das Körperteil hochgehalten werden, um die Durchblutung zu reduzieren. Dann sollte umgehen ein Arzt aufgesucht werden, da wahrscheinlich größere Gefäße verletzt wurden.

Tetanus

Tetanus („Wundstarrkrampf“) wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Dieses lebt hauptsächlich im Erdreich und kann bei Verletzungen, z.B. mit einem Stück Holz, in den Körper gelangen. Hier greift es dann die Nerven an, was zu einer Überreaktion der Muskelaktivität und damit zu dem bekannten Symptom der Muskelkrämpfe führt. Symptome können innerhalb von wenigen Tagen, aber auch erst nach bis zu drei Wochen auftreten. Die Muskelkrämpfe können an allen Muskeln im Körper auftreten, besonders typisch sind sie aber im Gesichtsbereich, wodurch es zu einer Grimassenbildung beim Patienten kommt. Häufig sind auch die Muskeln im Kehlkopf betroffen, d.h. die Patienten können nicht mehr sprechen. Unbehandelt kann die Infektion tödlich verlaufen, da die Atemmuskulatur nicht mehr funktioniert.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt deshalb, die Tetanus-Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Auffrischimpfungen nach geringfügigen Verletzungen sollen nur noch durchgeführt werden, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre her ist.

Entzündung

Entzündungszeichen sind Rötung, Schwellung, Schmerz, Funktionseinschränkung und Wärme. Tritt eines oder mehrere dieser Zeichen um die Wunde herum auf, spricht das für eine Entzündung, z.B. durch eine Bakterieninfektion. In diesem Fall sollte die Wunde desinfiziert werden und unter Umständen ein Arzt aufgesucht werden.

Taubheitsgefühl

Taubheitsgefühle können auftreten, wenn Nerven durch die Verletzung beschädigt und durch einen Schnitt durchtrennt wurden.  Eine andere Ursache für ein Gefühl der Taubheit kann  eine Schwellung des Gewebes sein, die dann die Kommunikation der Nerven reduziert oder verhindert. Auch hier sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abklären zu können.

Blutvergiftung

Der umgangssprachliche Begriff „Blutvergiftung“ wird auch Sepsis genannt und bezeichnet eine generelle Infektion des Körpers mit umfassenden Krankheitssymptomen, wie Fieber, erhöhtem Herzschlag, erhöhter Atemfrequenz bis hin zu Organversagen. Ausgelöst wird eine Sepsis durch eine Überreaktion des Immunsystems auf einen Krankheitserreger und muss intensivmedizinisch versorgt werden.

Fälschlicherweise wird der „rote Strich, der zum Herzen wandert“ oft mit einer Blutvergiftung (= Sepsis) verwechselt. Der rote Steifen ist jedoch das Symptom einer Lymphangitis, also einer Entzündung im Gewebe. Diese können durch (auch stumpfe) Verletzungen, aber auch durch einfache Insektenstiche entstehen. Weitere  Symptome einer Lymphangitis können Fieber und Schüttelfrost sein.  Liegt ein chronischer Verlauf vor, kommt es  häufig zur Bildung von Lymphödemen, die ihrerseits Beschwerden auslösen. Eine Sepsis kann aus einer Lymphangitis entstehen, wenn entzündetes Gewebe in die Blutgefäße gelangt.


Heilungsverlauf

Wie lange blutet eine Schnittwunde?

Normalerweise stoppt eine Blutung bei einer Schnittverletzung innerhalb von wenigen Minuten. Durch einen Druckverband kann die Blutstillung leicht beschleunigt werden.

Sport nach Schnittverletzung

Sportliche Aktivitäten sind abhängig von der Größe und Stelle der Wunde. Bei kleineren Verletzungen kann meistens sofort weiter trainiert werden. Bei Größeren Schnitten oder auch genähten Wunden sollte die Belastung der Haut angepasst oder reduziert werden. Anderenfalls kann es passieren, dass die Wunde wieder aufgeht und es zu einer verzögerten Wundheilung kommt.

Schwimmen nach Schnittverletzung

Wenn die Wunde verschlossen ist oder alternativ mit einem wasserfesten Pflaster abgedeckt wurde, spricht nichts gegen Wasserkontakt. Bei größeren Wunden oder auch nach operativen Eingriffen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Arzt, damit keine Keime in die Wunde gelangen können.

Wann werden die Fäden gezogen?

Fäden werden in der Regel frühestens nach vier bis etwa 14 Tagen gezogen. An Gelenken kann es auch bis zu drei Wochen dauern. Dies ist abhängig von der Stelle und der Größe der Wunde.

Wie oft sollte das Pflaster gewechselt werden?

Pflaster sollten gewechselt werden, wenn sie nass oder verdreckt sind. Ansonsten sollten sie alle 1-2 Tage gewechselt und die Wunde dabei begutachtet werden.