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Mechanische Verletzungen

Schnittwunden

Inhaltsverzeichnis

Schnittwunden sind Gewebsschädigungen durch Kontakt mit scharfen Gegenständen.

Klingen oder Glasscherben verursachen im Alltag häufig Schnittverletzungen unterschiedlichen Ausmaßes. Die Schädigung kann auf die Haut beschränkt bleiben, aber auch sehr tief sein.

Abhängig von der Lokalisation können bei tiefen Schnittverletzungen auch Sehnen, Muskeln oder Knochen verletzt werden.

Schnittwunden

Symptome

Charakteristisch für Schnittwunden sind glatte Wundränder.

Je schärfer der verursachende Gegenstand war, desto glatter präsentieren sich die Wundränder. Schnittwunden sind häufig tief und bluten stark, da bei dieser Art der Verletzung meist viele Gefäße unterschiedlicher Größe verletzt werden. Die Durchtrennung von Nervenfasern und Blutgefäßen führt dazu, dass Schnittwunden meist mit Schmerzen verbunden sind. Schädigungen der Nerven können durch eine verminderte oder vollständig unterbrochene Reizweiterleitung Taubheitsgefühle auslösen. Eine weitere Ursache für ein Taubheitsgefühl kann eine Schwellung des Gewebes sein. Durch den Druck auf die Nerven wird dann die neuronale Reizweiterleitung vermindert.

Schnittwunden

Ursache und Entstehung

Schnittwunden entstehen meist durch Unfälle. Sie können aber auch Folge von Gewaltverbrechen oder absichtlicher Verletzung sein.

Finger, Hände und Arme sind am häufigsten von Schnittverletzungen durch Alltagsunfälle betroffen. Beim Hantieren mit scharfen Messern, z. B. beim Schneiden von Obst oder Gemüse, kann man sich dort schnell unabsichtlich selbst verletzen. Wenn Glas oder Porzellan in der Hand zerbricht, können ebenfalls Schnittwunden entstehen. Ursache für Schnittwunden an den Füßen sind häufig Scherben auf dem Boden, in die man barfuß hineintritt. Die Größe und Tiefe dieser Schnittwunden hängt von der Schärfe und Größe der Gegenstände sowie der Krafteinwirkung ab.

Rasierunfälle können an unterschiedlichen Körperregionen, wie im Gesicht, an den Beinen, im Achsel- oder Schambereich auftreten. Auf diese Weise entstandene Schnittwunden sind meist auf die oberen Hautschichten beschränkt. Personen mit psychischen Erkrankungen, z. B. dem Borderline-Syndrom, fügen sich mit Messern oder Rasierklingen Schnittwunden absichtlich selbst zu. Andere Ursachen für Schnittwunden können Abwehrhaltungen bei Gewaltverbrechen oder Unfälle und Stürze verschiedener Art sein.

Besonders schmerzhaft sind gerade die kleinen Papierschnitt-Wunden ("Paper Cut"), die man sich schnell an den Händen und besonders den Fingern zuziehen kann. Obwohl die Verletzung oft nur sehr klein ist, tut sie häufig sehr weh. Grund ist, dass unsere Hände und Finger sehr gut mit Nerven durchzogen sind. Da die Nervenenden auch bis kurz unter die Hautoberfläche reichen, werden diese bei den kleinen Schnitten häufig verletzt. Durch Bewegung der Hände, Händewaschen und Arbeiten mit den Händen wird die verletzte Stelle ständig gereizt. Abhilfe schafft hier eine leichte Reinigung mit fließendem Wasser oder Desinfektionsmittel und ein Pflaster. Nach wenigen Tagen verheilt so eine Wunde normalerweise ohne weitere Komplikationen.

Schnittwunden

Risikofaktoren und Vorbeugung

Häufiger Umgang mit scharfen Gegenständen sowie Unachtsamkeit und Eile sind hauptsächliche Risikofaktoren für die Entstehung von Schnittwunden.

Hantieren mit Messern unter Stress oder Ablenkung führt schnell dazu, dass man sich in den eigenen Finger schneidet, statt das Schnittgut zu treffen. Auch die Nichtbeachtung von Sicherheitsmaßnahmen, wie das Aufsetzen eines Klingenschutzes bei Küchen- oder Gartengeräten, birgt vermehrte Risiken. Barfußlaufen, besonders in der Nähe von Altglas-Containern oder offensichtlichen Scherben, stellt ebenfalls ein hohes Risiko für Schnittverletzungen dar. Der Versuch, zerbrochenes Glas oder Porzellan mit der bloßen Hand aufzusammeln, birgt auch ein hohes Risiko. Stattdessen sollte man vorbeugend unbedingt schützende Arbeits- oder Gartenhandschuhe überziehen und Schuhwerk mit einer sicheren Sohle anziehen.

Je häufiger man mit scharfen Gegenständen umgeht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit sich eine Schnittwunde zuzuziehen. Menschen, die beruflich mit Messern, Skalpellen, Klingen und anderen scharfen Gegenständen arbeiten, sind besonders gefährdet. Grundsätzlich sollte der Umgang mit scharfen Gegenständen immer konzentriert und ohne Ablenkung erfolgen. Im Zweifel sollte man lieber einmal das Messer kurz beiseitelegen. Einige Geräte liefern Sicherheitsmaßnahmen mit, über die man sich vor dem Umgang informieren und diese dann während der Verwendung unbedingt einhalten muss.

Schnittwunden

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Schnittwunde ist abhängig von der Größe, Tiefe, Lokalisation und Verletzungsursache.

Grundsätzlich sollten Schnittwunden weder auseinandergezogen noch ausgequetscht werden. Zur Erstversorgung einer Schnittwunde gehört auch nicht das Aussaugen oder Ablecken der Wunde. Weil Speichel viele Erreger enthält, würde ein solcher Kontakt mit der Wunde zu einer Kontamination führen. Stattdessen sollten verschmutzte Wunden vorsichtig unter klarem, lauwarmem Wasser abgespült werden. Weil Schnittwunden häufig stark bluten, sollte die Blutung durch einen Druckverband oder, bei kleineren Verletzungen, durch Andrücken einer sterilen Kompresse gestoppt werden.

Eine ärztliche Behandlung ist unbedingt notwendig, wenn:

  • Die Blutung der Wunde trotz des Anlegens eines adäquaten Druckverbands nicht aufhört.
  • Es sich um eine tiefe Wunde handelt. Tiefe Wunden erkennt man daran, dass gelbes Fettgewebe oder andere Strukturen, wie Knochen und Sehnen, freiliegen.
  • Die Wundränder auseinanderklaffen.
  • Starke Schmerzen auftreten.
  • Die Wunde verschmutzt ist. Dies geschieht vor allem, wenn die Verletzung durch verschmutzte Klingen verursacht wurde. Verschmutzte Schnittwunden werden in der Arztpraxis oder im Krankenhaus gereinigt und ggf. desinfiziert.
  • Die letzte Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) mehr als 10 Jahre zurückliegt. Dann erfolgt zusammen mit der Auffrischimpfung eine passive Immunisierung, deren Schutz sofort einsetzt.

In vielen der oben genannten Fälle wird die Wunde genäht, geklebt oder mit Wundnahtstreifen versorgt. Weitere Indikationen für eine Wundnaht bzw. das Kleben von Wunden sind:

  • Die Wunde ist länger als ca. 1 cm oder liegt an einer bewegungsreichen Körperstelle. Eine Naht kann die Wundheilungszeit verkürzen, weil die Wundränder dadurch dicht beieinander liegen und die Wunde z. B. durch Bewegungen nicht immer wieder aufgehen kann.
  • Die Wunde ist noch keine 6 Stunden alt. In den ersten 6 Stunden ist eine Schnittwunde meist noch relativ sauber. Die Erregerzahl in der Wunde steigt nach den ersten 6 Stunden rapide an. Wird erst danach genäht, besteht die Gefahr, dass eine Entzündung unter der Naht entsteht.
  • Die Wunde befindet sich im Gesicht. Eine saubere Naht von Schnittwunden im Gesicht, auch wenn sie sehr klein sind, hat vor allem kosmetische Gründe. Die Narben genähter Wunden sind meist unauffälliger als solche nach offener Wundheilung.

Bei kleinen Wunden reicht oft die vorsichtige Reinigung mit Wasser und die Verwendung eines Pflasters, um die Wunde vor Schmutz und Keimen zu schützen.

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Schnittwunden

Heilungsverlauf

Der Heilungsverlauf einer Schnittwunde hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oberflächliche, saubere Schnittwunden heilen meistens problemlos ab.

Kleine und oberflächliche Schnittwunden können innerhalb von wenigen Tagen unter minimaler Narbenbildung vollständig heilen. Tiefe und lange Schnittwunden hingegen benötigen unter idealen Bedingungen eine Heilungsdauer von ca. 14 bis 21 Tagen. Bei diesen Wunden bleibt außerdem häufig eine gut sichtbare Narbe bestehen. Die Wundheilung erfolgt in den drei Phasen der Exsudationsphase, Granulationsphase und der Epithelisierungsphase (siehe Wundheilungsphasen).

Im Idealfall verläuft die Wundheilung primär, das heißt die Wundränder liegen dicht aneinander und können direkt zusammenwachsen. Entzündete sowie tiefe Schnittwunden oder solche mit klaffenden Wundrändern, die nicht genäht wurden, heilen sekundär. Die Heilung verlängert sich im Vergleich zur primären Wundheilung, weil sehr viel Granulationsgewebe gebildet werden muss. Dadurch ist die Wunde über einen längeren Zeitraum sehr empfindlich und auch nach vollständiger Heilung wird das Narbengewebe großflächig sichtbar bleiben.

Die Fäden bei genähten Schnittwunden werden im Schnitt nach etwa 10 Tagen gezogen. Abhängig von Heilungsverlauf und Lokalisation der Wunde variiert die Zeit bis die Fäden gezogen werden können. Bei einem optimalen Heilungsverlauf können Fäden bei Gesichtswunden meistens schon nach einigen Tagen entfernt werden, während der Fadenzug bei Wunden Gelenknähe erst nach 14 bis 21 Tagen empfohlen wird.

Sportliche Aktivitäten bei kleineren und oberflächlichen Schnittwunden sind meist sofort wieder möglich. Bei tieferen Schnitten oder genähten Wunden sollte auf anstrengende Betätigungen verzichtet werden. Die sportliche Aktivität bedingt eine mechanische Belastungen der Wunde, die Erhöhung des Blutdrucks belastet die Wunde zusätzlich. Dadurch könnte die Wunde wieder aufgehen und es zu einer verzögerten Wundheilung kommen.

Auch der Kontakt mit Wasser ist bei tiefen und langen Wunden nicht angeraten. Besonders beim Schwimmen weicht die Wundumgebungshaut durch den anhaltenden Wasserkontakt auf. Das kann das Eindringen von Erregern begünstigen und die Wundheilung verzögern. Ob und wann mit sportlichen Aktivitäten und dem Schwimmen wieder begonnen werden kann, sollte in Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt geklärt werden.

Schnittwunden

Mögliche Komplikationen

Anhaltende Blutungen, Wundinfektionen oder Verletzungen an Knochen, Sehnen und Nerven sind mögliche Komplikationen bei Schnittwunden.

Insbesondere bei tiefen Schnittwunden können starke und anhaltende Blutungen auftreten. Ursache dafür sind meist Verletzungen größerer Blutgefäße. Insgesamt sollten tiefe Wunden immer einer Ärztin/einem Arzt vorgestellt werden. Das trifft besonders dann zu, wenn die Blutung trotz eines Druckverbands innerhalb einiger Minuten nicht zu stoppen ist. Tiefe Schnittwunden können weiterhin eine Verletzung von Strukturen unterhalb der Haut beinhalten. Sehnen und Nerven können teilweise oder vollständig durchtrennt sein. Muskeln und besonders Knochen werden bei Schnittverletzungen meist oberflächlich beschädigt. In jedem Fall muss bei derartigen Wunden eine ärztliche Behandlung erfolgen.

Wundinfektionen kommen bei Schnittverletzungen häufig dann vor, wenn diese an verschmutzen scharfen Gegenständen entstanden sind. Auch eine mangelnde Abdeckung der Wunde kann das Eindringen von Erregern begünstigen. Anhaltender Schmerz, Rötung, Schwellung, Wärme und Bewegungseinschränkungen sind Entzündungszeichen, die auf eine Wundinfektion hindeuten. Unbehandelt kann sich eine lokale Infektion bis zur Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln. Deshalb sollte bei Anzeichen einer Wundinfektion eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden.

Schnittwunden

Passende Wundauflagen

Für kleinere Schnittwunden eignen sich die unsterilen Wundverbände aus dem Draco®-Sortiment. Dazu gehören die atmungsaktiven Pflaster DracoPlast Classic und DracoPlast Soft. Die DracoPlast Soft Pflaster-Strips mit umlaufendem Kleberand schützen die Wunde vor äußeren Einflüssen. Speziell für akute Wunden an den Fingern oder Zehen eignet sich der DracoPlast Classic Fingerverband mit einer extra-langen Klebefläche zur sicheren Fixierung am Finger bzw. Zeh. Für die sichere Wundabdeckung kleinerer Akutwunden beim Baden oder Schwimmen sorgt DracoPlast Waterproof. DracoFingerfix ist ein innovatives Produkt, das besonders bei Schnittverletzungen an den Fingern genutzt werden kann. Es hält durch die integrierte kohäsive Binde auch stärkerer Belastung, z.B. beim Handwerken oder der Gartenarbeit, stand.

Schnittwunden

Häufig gestellte Fragen

Das Nähen einer Wunde sollte immer innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Verletzung passieren. Ansonsten geht man von einer zu starken Verkeimung der Wunde aus und lässt sie offen abheilen. Die Heilung dauert dann länger und kann mit einer größeren Narbenbildung einhergehen.

Bei sehr großen, stark blutenden oder tiefen Wunden sollte ein Arzt oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden. Größere und tiefere Wunden werden genäht, geklebt oder mit Wundnahtstreifen versorgt. Dadurch wird ein schnellerer Wundverschluss erreicht und eine bessere Abheilung der Wunde ermöglicht. Die Wundränder werden aneinandergelegt, so dass das Gewebe wieder zusammenwachsen kann. Außerdem können weniger Keime oder Schmutz von außen in die Wunde gelangen. Auch die Narbenbildung ist häufig geringer, als wenn die Wunde offen heilen müsste.

Eine saubere Wunde heilt meistens problemlos ab. Unterstützend kann ein Pflaster helfen, das nicht mit der Wunde verklebt und ein idealfeuchtes Wundmilieu herstellt.

Das Pochen einer Wunde kann  durch die Verletzung einer Arterie, in der das Blut pulsiert, bedingt sein. Ein anderer Grund kann eine Entzündung der Wunde sein.

Normalerweise stoppt eine Blutung bei einer Schnittverletzung innerhalb von wenigen Minuten. Durch einen Druckverband kann die Blutstillung leicht beschleunigt werden.

Pflaster sollten gewechselt werden, wenn sie nass oder verdreckt sind. Ansonsten sollten sie alle 1-2 Tage gewechselt und die Wunde dabei begutachtet werden.

Fäden werden in der Regel frühestens nach vier bis etwa 14 Tagen gezogen. An Gelenken kann es auch bis zu drei Wochen dauern. Dies ist abhängig von der Stelle und der Größe der Wunde.

Sportliche Aktivitäten sind abhängig von der Größe und Stelle der Wunde. Bei kleineren Verletzungen kann meistens sofort weiter trainiert werden. Bei Größeren Schnitten oder auch genähten Wunden sollte die Belastung der Haut angepasst oder reduziert werden. Anderenfalls kann es passieren, dass die Wunde wieder aufgeht und es zu einer verzögerten Wundheilung kommt.

Wenn die Wunde verschlossen ist oder alternativ mit einem wasserfesten Pflaster abgedeckt wurde, spricht nichts gegen Wasserkontakt. Bei größeren Wunden oder auch nach operativen Eingriffen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Arzt, damit keine Keime in die Wunde gelangen können.

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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