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Mechanische Verletzungen

Inhaltsverzeichnis

Eine mechanische Verletzung ist eine Gewebsdurchtrennung von Haut, Schleimhaut oder Organen durch äußere Gewalteinwirkung.

Dazu gehören zufällige Verletzungen durch Stürze, Kontakt mit Gegenständen oder starke Reibung. Neben der Größe und Tiefe der Wunde liefert auch die Verletzungsursache Prognosen für Heilungsverlauf und Therapieerfolg. Unterschiedliche mechanische Verletzungen führen zu verschiedenen Wundarten.

Mechanische Verletzungen

Wunden durch Reibung oder Druck

Wenn die Haut bei einem Sturz oder an anderen Gegenständen starker, schneller Reibung ausgesetzt ist, entstehen Schürfwunden.

Durch Reibung oder Druck verursachte Wundarten:

Schürfwunden entstehen häufig aus der Bewegung heraus, wie zum Beispiel beim Sturz vom Fahrrad auf den Asphalt oder wenn man mit der Hand an rauen Oberflächen entlang schrammt. Abschürfungen kommen meist an den Knien, Ellenbogen oder der Hüfte vor. Die Haut an diesen Stellen des Körpers hat nach einem Sturz häufig den Erstkontakt zum Boden. Die Epidermis und Dermis sind bei einer Abschürfung meist großflächig geschädigt. Die Abschürfung der Haut wird in der Fachsprache als Exkoriation bezeichnet.

Auch intensives Kratzen bei Juckreiz auf der Haut kann zur Exkoriation führen. Die so entstandenen Wunden heißen Kratzwunden. Dornen oder Tierkrallen können ebenso Kratzwunden verursachen. Keime sowie Schmutz aus der Umgebung können bei Schürf- und Kratzwunden direkt bei der Verletzung in die Wunde eindringen. Diese Wunden werden im Allgemeinen nicht genäht, aber gut gereinigt und desinfiziert.

Die Entstehungsgründe von Blasen sind vielfältig. Meist entstehen Blasen jedoch an den Füßen aufgrund von starker Reibung oder ungewohntem Druck durch unpassendes Schuhwerk. Die mechanische Reibung führt dazu, dass sich die Hautschichten voneinander lösen. Der Hohlraum füllt sich dann mit Wundflüssigkeit. Blasen heilen meist von allein wieder ab, wenn die Blase nicht geöffnet wird und gut vor erneutem Druck geschützt bleibt.

Mechanische Verletzungen

Verletzungen an scharfen und spitzen Gegenständen

Häufig fügt man sich Schnittwunden unabsichtlich selbst zu, indem man sich z. B. beim Kochen mit dem Messer in die Hand schneidet oder barfuß in eine Glasscherbe tritt.

Verletzungen an scharfen/spitzen Gegenständen:

Schnittwunden können sehr tief sein und auch Verletzungen an Sehnen, Muskeln oder Knochen beinhalten. Spitze Gegenstände, wie zum Beispiel Schraubenzieher verursachen Stichverletzungen, deren Tiefe von außen schwer bis nicht ersichtlich ist. Stichwunden können ebenfalls Verletzungen des tiefer liegenden Gewebes verursachen. Abhängig von der Tiefe und Größe der Wunde werden die, überwiegend glatten, Wundränder genäht, geklammert oder geklebt.

Bei Pfählungsverletzungen dringen pfahlartige Gegenstände in den Körper ein. Diese müssen nicht notwendigerweise besonders scharfkantig oder spitz sein. Autounfälle oder Stürze auf entsprechende Gegenstände können zu Pfählungsverletzungen führen. Besonders große und lange Gegenstände sollten in der Wunde belassen werden, um eine Blutung zu verhindern. Pfählungen im Rumpfbereich können auch wichtige Organe verletzen. Insbesondere tiefe Verletzungen sollten ärztlich versorgt werden.

Mechanische Verletzungen

Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung

Platzwunden entstehen ebenso wie Risswunden und Quetschwunden durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den Körper.

Wunden durch stumpfe Gewalteinwirkung:

Die Übergänge zwischen den drei Wundarten Platzwunde, Risswunde und Quetschwunde sind fließend. Außerdem kommen sie häufig zusammen in einer Wunde vor. Die oberen Hautschichten bleiben bei einer reinen Quetschwunde unbeschädigt. Die Quetschung verursacht stattdessen eine Verletzung der Blutgefäße. Dadurch entsteht ein Hämatom, was auch als „blauer Fleck“ bekannt ist. Bei einer Risswunde reißt die Haut als Folge des hohen Druckes durch die Quetschung auf während die Haut bei einer Platzwunde durch stumpfe Gewalteinwirkung aufplatzt. Die Wundränder klaffen auseinander und müssen häufig geklebt, geklammert oder genäht werden.

Ein Beispiel für das gemeinsame Vorkommen von Platz-, Riss- und Quetschwunden sind Bisswunden. Insbesondere bei Hunde- und Katzenbissen kommen noch Stichwunden durch das Eindringen der Eckzähne hinzu. Bisswunden sind besonders infektionsgefährdet, weil die Mundhöhle viele Keime enthält und diese durch die Wunde leicht in die Blutbahn gelangen können. Bisswunden sollten ärztlich untersucht werden, um beispielsweise Antibiotika-Therapien sowie eine Wunddesinfektion durchzuführen.

Wenn die oberen Hautschichten durch Scherkräfte vom darunter liegenden Gewebe abgetrennt werden, spricht man von Ablederungswunden. Bei Alters- oder Pergamenthaut können bereits leichtere Stöße oder Stürze Ablederungen verursachen. Ablederungswunden können sowohl offen als auch geschlossen sein und große Hautareale betreffen. Die Therapie richtet sich nach dem Umfang der abgelösten Haut.

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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