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Mechanische Verletzungen

Platzwunden

Inhaltsverzeichnis

Platzwunden entstehen durch stumpfe Gewalteinwirkung auf das Gewebe.

Eine Platzwunde entsteht häufig an dünnen Hautstellen, wo der Knochen direkt unter der Haut liegt. Dadurch wird ein Gegendruck erzeugt, der die Haut zum Aufplatzen bringt.

Platzwunden

Symptome

Durch das Aufplatzen der Haut sind die Wundränder nicht glatt, sondern unregelmäßig. Die Wundränder klaffen dabei meistens auseinander.

Platzwunden sind häufig oberflächliche, aber stark blutende und schmerzende Wunden. Die Größe der Wunde hängt von der Krafteinwirkung und der Größe des Gegenstands ab. Platzwunden kommen häufig zusammen in mit Riss- und Quetschwunden in einer Wunde vor. Eine Unterscheidung der drei Wundarten ist schwierig, weil die Übergänge fließend sind.

Mögliche Gehirnerschütterung

Bei Platzwunden am Kopf sollte immer die Möglichkeit einer Gehirnerschütterung bedacht werden. Deshalb sollten Betroffene über 48 Stunden unter besonderer Beobachtung stehen. Bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Apathie oder Bewusstlosigkeit muss eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Platzwunden

Ursachen und Entstehung

Platzwunden entstehen meistens als Folge eines Unfalls, z.B. durch das Stoßen des Kopfes, das Einklemmen von Fingern oder durch herabstürzende Gegenstände.

Ursachen für Platzwunden sind also absichtliche oder unabsichtliche Gewalteinwirkungen von außen. Vor allem am Kopf, den Schienbeinen oder Ellenbogen entsteht durch stumpfe Krafteinwirkung ein starker Gegenduck, der die Haut aufplatzen lässt.

Häufig wird dabei auch das umliegende Gewebe stark gequetscht, was zusätzlich zu einer Quetschwunde führt.

Platzwunden

Risikofaktoren und Vorbeugung

Umgang mit schweren Gegenständen oder Tieren stellen Risikofaktoren dar.

Gebückte Tätigkeiten bergen das Risiko, sich beim Aufrichten mit dem Kopf zu stoßen und sich so eine Platzwunde zuzuziehen. Auf Baustellen können Platzwunden durch herabfallende Gegenstände oder bei der Bedienung von schweren Geräten verursacht werden. Derartige Wunden können aber auch durch Unfälle beim Sport oder in der Freizeit, z.B. durch Stürze oder Stöße am Kopf oder Scheinbein entstehen.

Menschen mit Alters- oder Pergamenthaut können sich bereits in ganz alltäglichen Situationen Platzwunden zuziehen. Vor allem Pergamenthaut ist sehr dünn und so empfindlich, dass sie bereits bei kleinsten Stößen aufplatzen kann. Dann hilft es, gefährdete Hautstellen, wie Schienbeine oder Unterarme, gut abzupolstern.

Platzwunden

Behandlung und Therapie

Zunächst sollte die Blutung gestoppt werden, wobei das Anlegen eines Druckverbands nötig sein kann.

Wunden mit auseinanderklaffenden Wundrändern oder einer Länge über 1 cm sollten unbedingt ärztlich in der Praxis oder im Krankenhaus versorgt werden. Auch wenn die Blutung anhält, starke Schmerzen auftreten oder die letzte Tetanus-Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt für stark verschmutzte Wunden, die dadurch einer besonders hohen Infektionsgefahr ausgesetzt sind.

Weil die Wundränder bei Platzwunden in den meisten Fällen auseinanderklaffen, werden diese Wunden häufig geklebt, geklammert oder genäht. Die konkrete Maßnahme hängt von der Stelle und Größe der Wunde ab. Auch das kosmetische Ergebnis kann eine Rolle spielen. So werden z.B. für Verletzungen im Gesicht möglichst unauffällige Methoden gewählt, um die Narbenbildung so gering wie möglich zu halten. In allen Fällen werden die Wunden gereinigt und die Wundränder so gut es geht aneinandergelegt, um die Wundoberfläche möglichst klein zu halten. Die Wunde kann dann mit einem Pflaster zusätzlich geschützt und abgedeckt werden.

Kleinere, saubere Wunden können selbst versorgt werden und nach der Reinigung unter Leitungswasser einfach mit einem Pflaster abgedeckt werden. Hierfür eignen sich z. B. DracoPlast Classic, DracoPlast Soft oder die DracoPlast Soft Pflaster-Strips.

Wann sollten Salben verwendet werden?

Frische Wunden sollten nicht mit Salben behandelt werden, um die Wundreinigung und Versorgung nicht negativ zu beeinflussen. Salben würden die Wunde verschließen und dadurch den Abfluss von Exsudat behindern. Verschlossene Wunden können mit einer Wundheilcreme behandelt werden.

Wasserkontakt

Die versorgte Wunde sollte ca. eine Woche keinen Wasserkontakt haben. Je nach Körperstelle kann aber ein wasserdichtes Pflaster (Duschpflaster) zum Schutz vor Wasser, z.B. beim Duschen, angebracht werden.

Platzwunde kleben, Entfernen des Klebers

Wurde die Wunde geklebt, löst sich der Kleber nach einigen Tagen eigenständig auf. Es ist nicht nötig, diesen eigenständig zu entfernen.

Platzwunde nähen

Wunden werden in der Regel bis zu sechs Stunden nach der Verletzung genäht. Danach werden die Wunden häufig offen gelassen, da das Infektionsrisiko sonst zu stark ansteigt. Dies hängt jedoch von der jeweiligen Wunde ab und wird von der Ärztin oder dem Arzt im Einzelfall entscheiden.

Beulen

Beulen entstehen häufig zusammen mit einer Platzwunde. Diese sind Schwellungen des Gewebes durch Flüssigkeitsansammlungen. Meistens hilft Kühlen, damit die Beule nach wenigen Tagen wieder abgeklingt.

Verwendung von Sekundenkleber

Sekundenkleber besteht aus den gleichen Stoffen wie Gewebekleber. Allerdings werden bei herkömmlichem Sekundenkleber üblicherweise nicht die notwendigen Testungen durchgeführt, um als medizinischer Gewebekleber zugelassen zu werden. Obwohl keine negativen Anwenderberichte existieren, sollte lieber zu medizinisch zugelassenen Produkten gegriffen werden. Außerdem gehört die Versorgung der Wunde in die Hände von medizinischem Fachpersonal.

Desinfektion der Platzwunde

Zur direkten Desinfektion einer Wunde kann Betaisodona verwendet werden. Besser sind allerdings farblose Desinfektionssprays, da diese auch eine bessere Gewebeverträglichkeit haben als Jodprodukte.

Zinksalbe

Zinksalbe sollte nicht auf eine akute Platzwunde aufgebracht werden. Die Salbe lässt sich nur schwer aus der tiefen Wunde entfernen und kann zu Problemen führen, wenn die Wunde noch genäht werden muss.

Platzwunden

Heilungsverlauf

Kleinere oder genähte Platzwunden sollten innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder abheilen.

Genähte Platzwunden heilen durch primäre Wundheilung, abhängig von ihrer Lokalisation, unter geringer Narbenbildung in etwa 14 Tagen ab. Im Kopfbereich läuft die Heilung innerhalb weniger Tage ab, während Haut in Gelenknähe etwa 21 Tage bis zur Abheilung benötigt. An diesen Zeiträumen orientiert sich auch die Zeit, bis die Fäden gezogen werden. Im Schnitt werden die Fäden nach etwa 10 Tagen gezogen. Die Heilung von kleinen und oberflächlichen Wunden ist unter idealen Bedingungen innerhalb weniger Tage unter minimaler Narbenbildung abgeschlossen.

Bei Wunden mit auseinanderklaffenden Wundrändern, die nicht genäht wurden, dauert die Heilung länger und es werden deutlich sichtbare Narben zurückbleiben. Um eine solche Wunde zu füllen, muss sehr viel Granulationsgewebe gebildet werden. Das wird sekundäre Wundheilung genannt. Die Wundheilung nimmt entsprechend viel Zeit in Anspruch und das Gewebe ist auch nach der Heilung noch lange empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.

Wie lange sollte der Kontakt zu Wasser vermieden werden?

Wasserkontakt sollte vermieden werden, bis die Wunde vollständig mit neuem Gewebe verschlossen ist. Das ist abhängig von der Größe der Wunde und bewegt sich meist im Zeitraum zwischen ein bis drei Wochen. Kleinere, oberflächliche sowie gut verschlossene Wunden können auch schon früher mit Wasser in Kontakt kommen. DracoPlast Waterproof ist als wasserfestes Pflaster gut geeignet, um Wunden vor dem Duschen sicher abzudecken. Bei größeren oder genähten Wunden oder auch nach operativen Eingriffen empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Ab wann ist Sport wieder erlaubt?

Ob und wann sportliche Aktivitäten wieder möglich sind, ist abhängig von der Größe und Lokalisation der Wunde. Bei kleineren Verletzungen kann meistens sofort weiter trainiert werden. Bei größeren oder auch genähten Wunden sollte die Belastung reduziert werden. Anderenfalls kann Spannung auf der Wundfläche dazu führen, dass die Wunde wieder aufgeht und es zu einer verzögerten Wundheilung kommt.

Wie lange muss ein Pflaster getragen werden?

Klammerpflaster (Wundnahtstreifen) sollten etwa eine Woche auf der Wunde bleiben bzw. bis sie von selbst abfallen. Die Streifen stabilisieren die Wundränder und reduzieren die Zugkräfte. Werden sie zu früh entfernt, könnte die Wunde wieder aufgehen.

Platzwunden

Mögliche Komplikationen

An Körperstellen, wo die Haut unter starker Spannung steht, z. B. in Gelenknähe, kann die Naht unter dem Zug wieder aufgehen.

Die Gefahr besteht sowohl vor als auch nach dem Ziehen der Fäden. Auch eine Wundheilungsstörung kann dazu führen, dass eine Naht wieder aufgeht. Vorbeugend kann dann ein quer über die Naht geklebtes Klammerpflaster oder Pflasterstrips helfen. Diese Maßnahme hilft auch die Hautspannung an der Stelle zu reduzieren, wenn die Naht bereits aufgegangen ist.

Eine Ärztin oder ein Arzt sollte in jedem Fall aufgesucht werden, wenn die aufgegangene Naht nässt, blutet oder Anzeichen einer Entzündung zeigt. Dazu gehören Rötung, Überwärmung, Schmerzen und Eiter. Ob die Wunde erneut durch eine Wundnaht verschlossen werden kann oder eine offene Wundbehandlung erfolgen sollte, muss die Ärztin oder der Arzt individuell entscheiden. Einflussfaktoren sind die Länge der aufgegangenen Naht, das Risiko einer Entzündung oder eine bereits vorhandene Infektion.

Tritt nach einer Verletzung Fieber oder erhöhte Temperatur auf, ist dies oft ein Zeichen für eine Entzündung. Eventuell wurde die Wunde nicht richtig gesäubert oder eingedrungene Keime haben zu einer Immunreaktion geführt. Falls zeitnah keine Besserung eintritt, sich der Zustand verschlechtert oder weitere Symptome auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Fieber kann eine Begleiterscheinung bei einer Blutvergiftung (Sepsis) oder bei Tetanus sein.

Nervenschädigungen können als Komplikationen ebenfalls auftreten und äußern sich meist durch Taubheitsgefühle in der betroffenen Region. Dies kann z. B. durch die Schwellung geschehen und vergeht wieder, sobald die Schwellung abklingt. Bleibt das Taubheitsgefühl über mehrere Tage bestehen, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, um eine größere Schädigung auszuschließen.

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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