Impfen: Schutzimpfungen, Impfempfehlungen und Abrechnung

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Impfung?

Eine Schutzimpfung, die umgangssprachlich lediglich Impfung genannt wird, dient dem Schutz vor übertragbaren Krankheiten und erfolgt durch die Verabreichung von Impfstoffen.

Impfstoffe enthalten sogenannte Antigene, die das körpereigene Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Antigene sind Bestandteile von Bakterien oder Viren, gegen die geimpft werden soll. Diese sind aus Proteinen in Kombination mit Zuckerketten (Gykoproteine), Fetten (Lipoproteine) oder Kernbestandteilen (Nukleoproteine) zusammengesetzt. Ihre Zusammensetzung ist einzigartig für den jeweiligen Krankheitserreger, vergleichbar mit dem Fingerabdruck bei Menschen.

Durch die Impfung wird dem Körper eine Infektion mit dem Erreger vorgetäuscht. Als Reaktion auf die Impfung bildet der Körper Immunzellen, Antikörper und Gedächtniszellen gegen die Antigene des Erregers. Dadurch können die Zellen des körpereigenen Immunsystems die Bakterien oder Viren schnell erkennen und eliminieren, wenn der entsprechende Krankheitserreger tatsächlich in den Organismus eindringt.

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Warum ist Impfen wichtig? Was ist Herdenimmunität?

Durch eine Impfung schützt man sich selbst vor den, teils sehr schweren, Folgen übertragbarer Krankheiten. Außerdem kann man auf diese Weise auch andere Personen im näheren Umfeld schützen. Insbesondere, wenn diese sich aufgrund ihres Alters oder schweren Erkrankungen nicht selbst impfen lassen können. Dazu gehören zum Beispiel Neugeborene, die für eine Impfung noch zu jung sind oder Menschen mit schweren Defekten des Immunsystems. Gerade diese Personengruppen benötigen aber einen guten Schutz, um nicht an übertragbaren Krankheiten zu erkranken.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, darf die Krankheit gar nicht erst in der Umgebung gefährdeter Personen ausbrechen und sich verbreiten. Dadurch wird das Risiko einer Infektion von Ungeimpften deutlich reduziert. Genau das ist mit dem Begriff Herdenimmunität gemeint. Wenn eine ausreichend große Anzahl an Menschen immun gegen den Krankheitserreger ist, sind dadurch auch empfängliche Personen vor den Erregern geschützt. Wenn 95% der Bevölkerung durch eine Impfung geschützt sind, ist es möglich die entsprechende Krankheit völlig zu eliminieren.

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Welche Arten von Impfungen gibt es?

Man kann zwischen vier Arten von Impfungen unterscheiden – der aktiven Immunisierung, die sich wiederum durch die Anwendung von Lebend- und Totimpfstoffen unterscheiden lässt, und der passiven Immunisierung:

  • Die aktive Immunisierung beschreibt die Impfung mit abgeschwächten Erregern oder Erregerbestandteilen, die das Immunsystem zu einer Immunantwort (der Bildung von entsprechenden Antikörpern) anregt.
    • Lebendimpfstoffe sind Impfstoffe, die lebendige Versionen der Erreger enthalten. Diese sind dahingehend verändert, dass sie nur noch bedingt vermehrungsfähig sind und keine Krankheit mehr auslösen können.
    • Totimpfstoffe beinhalten entweder abgetötete Erreger oder lediglich deren Bestandteile. Sind nur Erregerbestandteile enthalten, spricht man von Komponenten-Impfstoffen.
  • Bei der passiven Immunisierung werden direkt Antikörper verabreicht, die gegen Bestandteile der Erreger gerichtet sind. Die passive Immunisierung ist keine Impfung im eigentlichen Sinne, da das Immunsystem nicht zur Antikörperbildung angeregt wird. Der Schutz gegen den Erreger setzt zwar sofort ein, aber hält maximal ein paar Monate an.

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Was ist eine Grundimmunisierung?

Eine Grundimmunisierung besteht aus mehreren Teilimpfungen bis ein vollständiger Impfschutz erreicht ist. Abhängig vom Impfstoff sind dafür zwei bis vier Impfungen nötig. Die Abstände zwischen den Teilimpfungen hängen ebenfalls vom jeweiligen Impfstoff ab. Für einen lange andauernden Impfschutz sollte der empfohlene Mindestabstand zwischen zwei Teilimpfungen eingehalten und nicht verkleinert werden.

Während der Grundimmunisierung wird das Immunsystem in definierten Abständen an die Antigene der Erreger „erinnert“. Dadurch wird das erworbene (adaptive) Immunsystem dazu veranlasst Immunzellen wie T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, Antikörper sowie Gedächtniszellen zu produzieren. Im Gegensatz zum angeborenen Immunsystem benötigt das adaptive Immunsystems eine längere Zeit bis es ausgebildet ist. Die adaptive Immunantwort im Falle eines Kontakts mit dem Erreger ist dann aber deutlich spezifischer und effektiver als die Antwort des angeborenen Immunsystems. Ebenfalls der Erinnerung des adaptiven Immunsystems dienen die Auffrischungsimpfungen. Die Impfabstände sind deutlich länger als bei der Grundimmunisierung und sind abhängig vom jeweiligen Impfstoff.

Welche Impfungen sind im Zusammenhang mit Wunden wichtig?

Tetanus wird von dem Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Diese Bakterien kommen im Erdreich vor und können schon durch sehr kleine, sogar unbemerkte, Wunden in den Körper eindringen. Problematisch sind die Giftstoffe (Toxine), die von den Bakterien abgesondert werden. Diese schädigen Nervenzellen und führen zu Muskelkrämpfen. Da auch die Atemmuskulatur betroffen ist, tritt der Tod bei unbehandelten Erkrankten meist durch Ersticken ein. Die Sterblichkeit ist auch unter intensivmedizinischer Betreuung hoch.

Diphterie wird vom Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht und ist eigentlich eine Infektion der Atemwege. Die Erkrankung verläuft mit typischen Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Husten, Atemnot und Heiserkeit. Häufig wird eine intensivmedizinische Betreuung notwendig und dennoch liegt die Sterblichkeit bei 5-10% der Infizierten. Die Bakterien besiedeln aber auch offene Wunden und lösen dann eine Haut- oder Wunddiphterie aus. Das führt meist zur Bildung von Geschwüren, schleimigen Exsudaten und teils grauen Belägen. Die Wundheilung ist gestört und verlangsamt.

Für die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitits (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B wird üblicherweise ein Sechsfachimpfstoff verabreicht. Dies ist ein Totimpfstoff, der lediglich Bestandteile der verschiedenen Erreger enthält. Die Grundimmunisierung erfolgt in vier Teilimpfungen und sollte bereits im Säuglingsalter ab der neunten Lebenswoche beginnen. Die zwei folgenden Teilimpfungen sollten in monatlichen Abständen erfolgen. Die letzte Teilimpfung wird zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen. Die Auffrischungsimpfungen sind ebenfalls kombiniert als Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis üblich. Die Verabreichung von Kombinationsimpfstoffen hat den Vorteil, dass weniger Injektionen stattfinden müssen. Auch Säuglinge kommen im Allgemeinen gut mit der Konfrontation mit den verschiedenen Erregerbestandteilen zurecht.

Nicht immer kann man sich vor der Entstehung von Wunden schützen, gegen die Folgen von einigen eindringenden Bakterien hingegen schon. Vor allem Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und auch Diphterie sind im Zusammenhang mit Wunden wichtig.

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Für wen gelten Impfempfehlungen?

In Bezug auf Impfungen werden Impfempfehlungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschieden. Die Impfempfehlungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erarbeitet. Die STIKO ist ein unabhängiges Gremium aus 12 bis 18 Experten und wird alle drei Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) berufen. Die aktuellen Impfempfehlungen erscheinen im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts. Darin enthalten ist der Impfkalender, in dem die empfohlenen Impfungen inklusive der empfohlenen Impfalter angegeben werden.

Die Grundimmunisierung mit dem Großteil der Impfstoffe wird bereits im Säuglingsalter empfohlen. Die ersten Teilimpfungen gegen Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln und Varizellen sollen mit etwa dem 12. Lebensmonat verabreicht werden. Im Kindes- und Jugendalter sollten die Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie sowie Pertussis erfolgen. Grundsätzlich soll so früh wie möglich geimpft werden. Dies ist besonders für Säuglinge und Kinder, die in Betreuungseinrichtungen oder die Schule kommen, wichtig.

Im Erwachsenenalter sollten die Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie sowie Pertussis alle zehn Jahre erfolgen. Die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfschutzes sollte in jedem Alter stattfinden. Wenn das Intervall zwischen den Tetanus-Impfungen zehn Jahre überschreitet oder ein Impfschutz als unvollständig angenommen wird, ist eine Tetanus-Simultanimpfung empfehlenswert. Dieser Impfstoff enthält Komponenten sowohl für die aktive (Antigene) als auch die passive Immunisierung (Antikörper), um einen schnellen Impfschutz zu erreichen.

Für wen ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder einem Alter über 60 Jahren wird eine Impfung gegen Influenza, die sogenannte „Grippe-Impfung“ empfohlen. Dazu gehören Menschen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane (z. B. Asthma), Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder anderen Stoffwechselkrankheiten, chronischen neurologischen Krankheiten sowie angeborenen oder erworbenen Störungen des Immunsystems.

In jedem Jahr wird „die Grippe“ von anderen Influenza-Stämmen verursacht. Hinzu kommt, dass in jeder Influenza-Saison mehrere Varianten der Influenza-Viren existieren. Influenza-Viren haben eine hohe genetische Variabilität und verändern die Zusammensetzung ihrer Antigene schnell. Deshalb muss jede Saison eine neue Impfung erfolgen. Grippe-Impfstoffe sind als dreifach- (trivalente) oder als vierfach- (quadrivalente) Impfstoffe verfügbar. Diese Impfstoffe schützen gegen die drei bzw. vier zu erwartenden am häufigsten auftretenden Influenza-Varianten. Die STIKO empfiehlt die Verwendung des quadrivalenten Impfstoffs.

Welche Personengruppen können nicht geimpft werden?

Fast alle Personengruppen können, wenigstens gegen einen Teil der Erreger, geimpft werden. Gerade immunsupprimierte Menschen benötigen einen möglichst umfassenden Impfschutz. Für diese Personengruppe besteht zum einen eine hohe Wahrscheinlichkeit an einer Infektionskrankheit zu erkranken. Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Erkrankung einen schwereren Verlauf nimmt als bei Personen mit intaktem Immunsystem.

Kontraindikationen, also Bedingungen, unter denen eine Impfung ausgeschlossen ist, gelten für folgende Fälle:

  • Akute, schwere Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern. Die Impfung darf erst nach vollständiger Genesung durchgeführt werden. Davon abzugrenzen sind kleinere, harmlose Infektionen.
  • Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs, z.B. Neomycin, Streptomycin (Antibiotika) oder Hühnereiweiß, welches Impfstoffen gegen Gelbfieber und Influenza zugesetzt ist.
  • Schwangere dürfen nicht mit Lebendimpfstoffen gegen Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen geimpft werden.
  • Menschen mit Immundefekten sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt geimpft werden, wenn für die Impfung ein Lebensimpfstoff verwendet werden soll. Außerdem sollte zur Kontrolle des Impferfolgs eine Bestimmung der Antikörper im Blut erfolgen.

Wie werden Impfungen abgerechnet?

Das Honorar für eine Schutzimpfung gibt es nicht allein fürs Applizieren des Impfstoffs. Zur Leistung gehören auch die Impfanamnese, eine Beratung und die Eintragung in den Impfpass oder eine Impfbescheinigung.

Es ist notwendig, den Versicherten auf den Nutzen der Impfung und mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen hinzuweisen sowie Empfehlungen für Maßnahmen nach der Impfung zu geben. Dies umfasst Informationen zum Eintritt und zur Dauer der Schutzwirkung sowie zu Wiederholungs- bzw. Auffrischungsimpfungen.

Es empfiehlt sich – auch aus haftungsrechtlichen Gründen –, dies schriftlich zu fixieren und vom Versicherten gegenzeichnen zu lassen. Dessen Aufklärung muss vom Arzt vorgenommen werden. Lediglich die Injektion kann an das Praxispersonal delegiert werden.

Regelungen für Hausbesuche von MFA und NäPa beachten!

Eine Sondersituation besteht bei Hausbesuchen von Medizinischen Fachangestellten (MFA) oder Nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa). Neben deren Besuchen nach den Nrn. 38100/38105 und ggf. den Nrn. 38200/38205 können Impfungen berechnet werden, sofern zuvor die ärztliche Aufklärung erfolgt ist.

Erfolgt lediglich eine Impfberatung, darf keine Versichertenpauschale berechnet werden. Hat die Konsultation auch einen kurativen Anlass, ist dies dagegen möglich, ggf. zusammen mit der Beratung nach Nr. 03230. Erfolgen Impfberatung und Impfung in einer Samstagssprechstunde (zwischen 7 und 14 Uhr) kann auch bei rein präventivem Anlass die Nr. 01102 zusätzlich angesetzt werden. Schutzimpfungen im Zusammenhang mit einer Verletzung (z. B. gegen Tetanus oder Tollwut) oder einer potenziellen Infektion (z. B. Hepatitis A) sind mit der Versichertenpauschale abgegolten. Sie können nicht zusätzlich berechnet werden – es sei denn, ein Unfallversicherungsträger ist zuständig, dann erfolgt die Abrechnung nach UV-GOÄ.

Keine Kassenleistung sind Impfungen, bei denen ein anderer Kostenträger, wie etwa der Arbeitgeber aufgrund gesetzlicher Vorschriften, Vorrang hat (z. B. Hepatitis B bei Gesundheitsberufen).

Für jede KV gilt eine eigene Impfvereinbarung

Die Durchführung und Abrechnung von Schutzimpfungen richtet sich nach den in jeder KV mit den Landesverbänden der Krankenkassen geschlossenen und von KV zu KV unterschiedlichen Impfvereinbarungen.

Die Abrechnung der Impfleistungen erfolgt nach spezifischen Positionen, die alle mit den Ziffern 89xxxx beginnen, dann aber hinsichtlich der weiteren Ziffern und den in einigen KVen zusätzlichen Kennbuchstaben variieren.

​​​​​​​Abrechnen von Impfungen nach GOÄ

Ärztliche Vergütungen für Impfungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Kapitel C V. „Impfungen und Testungen“ unter den Nummern 375 bis 377 abgerechnet.

    GÖA-Nr.  - Legende, Honorar

    • 375 - Schutzimpfung (intramuskulär, subkutan), ggf. inkl. Impfpasseintragung (EUR 10, 72)
    • 376 - Schutzimpfung (oral), inkl. Beratung (EUR 10, 72)
    • 377 Zusatzinjektion bei Parallelimpfung (EUR 6,70)
    • 378 Simultanimpfung (gleichzeitige passive und aktive Impfung gegen Wundstarrkrampf) (EUR 16,10)
    • 1 Beratung, auch telefonisch (EUR 10,72)
    • 4 Erheben einer Fremdanamnese und/oder Unterweisen der Bezugsperson(en) (EUR 29,49)
    • 5 Symptombezogene Untersuchung (EUR 10,72)

    Quelle: http://www.e-bis.de/goae/defaultFrame.htm

    Nr. 375 GOÄ „Schutzimpfung (intramuskulär, subkutan) gegebenenfalls einschließlich Eintragung in den Impfpass“ wird auch bei der Verwendung von Kombinationsimpfstoffen nur einmal berechnet.

    Oral verabreichte Impfungen werden nach Nr. 376 GOÄ „Schutzimpfung (oral) einschließlich beratendem Gespräch“ abgerechnet. Werden ein Injektions-Impfstoff (intramuskulär oder subkutan) und ein oraler Impfstoff verabreicht, können beide Nummern (Nr. 375 und Nr. 376 GOÄ) abgerechnet werden. Wenn zwei Impfstoffe in zwei verschiedenen Injektionen gegeben werden, kann Nr. 377 GOÄ „Zusatzinjektion bei Parallelimpfung“ neben Nr. 375 GOÄ in Ansatz gebracht werden.

    Die Tetanus-Simultanimpfung wird nach Nr. 378 GOÄ „Simultanimpfung (gleichzeitige passive und aktive Impfung gegen Wundstarrkrampf)“ abgerechnet. Eine Kombination mit anderen Gebührenpositionen, z. B. Nr. 375 GOÄ und Nr. 377 GOÄ, darf nicht berechnet werden.

    Neben den variierenden Abrechnungspositionen sind die durchgeführten Schutzimpfungen nach ICD-10-Codes zu kodieren. Die entsprechenden Kodierungen sind unter den Codes Z23 bis Z27 zu finden. Die wichtigsten ICD-10-Codes für Schutzimpfungen haben wir für Sie zusammengefasst.

    ICD-10-Ziffern = Beschreibung

    • 223.5 = Tetanus, nicht kombiniert
    • 223.6 = Diphterie, nicht kombiniert
    • 223.7 = Pertussis, nicht kombiniert
    • Z23.8* = Haemophilus Influenza Typ b
    • Z23.8* = Pneumokokken
    • Z24.0 = Poliomyelitis
    • Z24.4 = Masern, nicht kombiniert
    • Z24.5 = Röteln, nicht kombiniert
    • Z24.6 = Virushepatitis B
    • Z25.0 = Mumps, nicht kombiniert
    • Z25.1 = Grippe, Influenza
    • Z25.8* = HPV**
    • Z25.8* = Windpocken
    • Z27.1 = Diphterie-Pertussis-Tetanus
    • Z27.3 = Diphterie-Pertussis-Poliomyelitis
    • Z27.4 = Masern-Mumps-Röteln
    • Z28 = Impfberatung ohne Impfung

    Abrechnung der Impfberatung ohne Impfung

    Die Beratung zur Impfung ist Bestandteil der mit der Ziffer 89xxxx abgerechneten Impfleistung. Vereinzelt entscheiden sich Patienten nach der Beratung gegen die Durchführung der Impfung. Die alleinige Beratung ist dann mit Z28 zu kodieren.

    Die Versichertenpauschale (EBM-Nr. 03000) ist nur beim ersten kurativ-ambulanten Arzt-Patienten-Kontakt (APK) im Quartal abrechnungsfähig. Eine alleinige Impfberatung zählt jedoch nicht als kurativ-ambulanter APK, sodass die Versichertenpauschale in diesen Fällen nicht berechnungsfähig ist.

    In einigen KVen gibt es eine alleinige Impfberatung (Z28) eine Abrechnungsmöglichkeit geschaffen. Dies ist beispielsweise bei der KV Nordrhein mit der Position 89090 möglich, die mit 4 Euro vergütet wird.

    Masernimpfung

    Neue Regelungen seit dem 01.03.2020

    Mit dem Masernschutzgesetz ist zum 01.03.2020 eine allgemeine Impfpflicht gegen Masern für bestimmte Personengruppen eingeführt worden. Dies betrifft auch Arztpraxen. Ärzte und MFAs sind zur Masernimpfung verpflichtet

    Die Masern-Impfpflicht gilt seit dem 01.03.2020 für Kinder vor Aufnahme in Kitas, Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen sowie für alle ab dem 01.01.1971 geborenen Erzieher, Lehrer, Ärzte und das medizinische Personal (https://www.masernschutz.de/).

    Alle Fachärzte dürfen Impfungen durchführen. Die GKV zahlt Impfungen für die entsprechenden Berufsgruppen bzw. Arbeitsstätten, wie z. B. Krankenhäuser und Arztpraxen.

    Abrechnungshinweise für die Masernimpfung

    Die Abrechnung von Impfungen inklusive der Masernschutzimpfung erfolgt im GKV-Bereich nach regionalen Impfvereinbarungen der einzelnen KVen mit den örtlichen Krankenkassen. Die Impfungen werden grundsätzlich extrabudgetär und ohne Obergrenze vergütet. Die Abrechnungsziffern entsprechen den Dokumentationsziffern der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL, s. Tabelle).

    Masernimpfungen, ICD-10 Codes

    1 Ständige Impfkommission: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epid Bull 2019;34:313 – 364 | DOI 10.25646/6233.7

    * Derzeit (Stand: Februar 2020) liegt kein zugelassener Einzelimpfstoff gegen Masern vor. Die Nrn. sind der Übersicht und Vollständigkeit halber dennoch mit aufgeführt.

    ** Die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) ist bei den ICD Codes unter Z25.8 mitgelistet.

    Die Höhe des jeweiligen Honorars richtet sich danach, ob es sich um eine Einfach- oder eine Kombiimpfung handelt. Die Vergütungen liegen in den einzelnen Vereinbarungen meist zwischen 7,50 und 16,00 Euro je Impfung. Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrer KV.

    Bei Abrechnung nach GOÄ wird jede Impfung, gleichgültig ob Einfach- oder Mehrfachimpfung mit der Nr. 375 abgerechnet. Daneben sind ‒ anders als in der GKV ‒ die Beratung (Nr. 1) und die Untersuchung (z. B. Nr. 5) abrechenbar. Die Eintragung in den Impfausweis ist dabei nicht gesondert abrechenbar.

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    Die Autoren

    Dr. Roxane Lorenz

    Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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