Suche
Kontakt
Muster

Musterkorb

Sie können bis zu drei Produktmuster kostenfrei anfordern.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Produktmuster nur an medizinische Fachkräfte, Ärzte und Apothekenfachpersonal versendet werden können.

Jetzt Produktmuster auswählen

Chronische Wunden

Ulcus cruris

Unterschiedliche Ursachen können zu verschiedenen Formen eines Ulcus cruris führen.

Bei einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) kommt es zu einer Rückflußstörung des venösen Blutes. Da die Venenklappen nicht mehr voll funktionsfähig sind, fließt das Blut wieder zurück Richtung Füße. Der dabei entstehende Druck auf das umliegende Gewebe im Bereich der Knöchel kann dann zur Entstehung eines Ulcus cruris venosum führen.

Eine Störung der arteriellen Durchblutung, z.B. durch eine periphere arterielle Verschlußkrankheit (pAVK), führt zu einer Mangeldurchblutung des Gewebes und damit zum Entstehen eines Ulcus cruris arteriosum.

Liegt eine Mischform vor, d.h. es gibt sowohl arterielle als auch venöse Störungen, spricht man von einem Ulcus cruris mixtum.

Expertenstandard Ulcus cruris

Mindestens eine Million Menschen in Deutschland leiden unter dem Ulcus cruris, umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt.

Durchblutungsstörungen im Unterschenkel führen zur Bildung von Geschwüren und chronischen Wunden. Krankheiten des Blutgefäßsystems wie eine Veneninsuffizienz oder Arteriosklerose sind häufig die zugrunde liegenden Ursachen.

Ein Ulcus cruris kann in drei Formen, die kombiniert oder einzeln auftreten, vorliegen:

  1. Arteriell bedingter Ulcus cruris (Ulcus cruris arteriosum): Eine Störung der arteriellen Durchblutung, z.B. durch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), führt zu einer Mangeldurchblutung des Gewebes und damit zum Entstehen eines Ulcus cruris arteriosum.
  2. Venös bedingter Ulcus cruris (Ulcus cruris venosum): Bei einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) kommt es zu einer Rückflussstörung des venösen Blutes. Da die Venenklappen nicht mehr voll funktionsfähig sind, fließt das Blut wieder zurück Richtung Füße. Der dabei entstehende Druck auf das umliegende Gewebe im Bereich der Knöchel kann dann zur Entstehung eines Ulcus cruris venosum führen.
  3. Mischformen (Ulcus cruris mixtum): Liegt eine Mischform vor, d.h. es gibt sowohl arterielle als auch venöse Störungen, spricht man von einem Ulcus cruris mixtum.

Der „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) berücksichtigt das Alltagsleben von Menschen mit chronischen Wunden, unter anderem dem Ulcus cruris. Sowohl die Erkrankung als auch die Therapie verursachen Einschränkungen im Wohlbefinden und der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen. „Der Expertenstandard beinhaltet deshalb Standardkriterien, die Aussagen zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden, zur Wiedererlangung von Unabhängigkeit, Lebensqualität und Wohlbefinden treffen“ [1]. Unter anderem beinhaltet er folgende Empfehlungen:

Wundtherapie

Die Wahl der geeigneten Wundauflage sollte unter Berücksichtigung der jeweiligen Wundheilungsphase erfolgen. Dabei orientiert sich die phasengerechte Wundtherapie an der Stoffwechsellage der Wunde, am Prinzip der feuchten Wundbehandlung und an hygienischen Kriterien.

Bewegungsförderung beim Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum

Bei Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum bestehen häufig Fehlfunktionen der Wadenmuskulatur und eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten des Sprunggelenks. Ein kontrolliertes Gehtraining, das Auf- und Abbewegen der Füße sowie das Rotieren der Fußgelenke unter Kompressionstherapie beugen Gelenkversteifungen vor und aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Betroffenen wird ein tägliches Training von mindestens 30 Minuten empfohlen.

Das Hochlagern der Beine auf 10 – 30 Grad über dem Herzen aktiviert zusätzlich die Hämodynamik. Diese Therapiemaßnahme ist allerdings nur bei Betroffenen ohne Kompressionstherapie indiziert.

Kompressionstherapie bei Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum

Für die Therapie des Ulcus cruris venosum und ggf. auch des Ulcus cruris sind Kompressionsverbände weitere wesentliche Maßnahmen. Dabei ist die Qualität der Kompression sowie ein dauerhaftes Tragen von besonderer Bedeutung. Nur geschulte Fachkräfte sollten Kompressionsverbände anlegen.

Prophylaxe

Beim Ulcus cruris venosum und ggf. Ulcus cruris mixtum kommen eine lebenslange Kompression, die Vermeidung von Verletzungen, Bewegungs- und Gehtraining sowie das Hochlegen der Beine als prophylaktische Maßnahmen in Frage.

Beim Ulcus cruris arteriosum dienen ebenfalls Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung als Prophylaxe. Zusätzlich sollte der Blutdruck optimal eingestellt und auf das Rauchen verzichtet werden.

  • „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“, 1. Aktualisierung 2015, Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege.

Bewertungen

Hat Ihnen dieser Artikel geholfen?

Wir freuen uns über Ihr Feedback, nur so können wir uns stetig verbessern.

Meine Bewertung

 
5 Sterne
0%
4 Sterne
0%
3 Sterne
0%
2 Sterne
0%
1 Stern
0%

Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

Wonach suchen Sie?