Ulcus Cruris

Ulcus Cruris

Durchblutungsstörungen im Unterschenkel führen zur Bildung von Geschwüren und chronischen Wunden. Krankheiten des Blutgefäßsystems wie eine Veneninsuffizienz oder Arteriosklerose sind häufig die zugrunde liegenden Ursachen.

Mindestens eine Million Menschen in Deutschland leiden unter dem Ulcus cruris, umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt. Unterschiedliche Ursachen können zu verschiedenen Formen eines Ulcus cruris führen. 

Ulcus cruris: Arten und Entstehung

Ein Ulcus cruris kann in drei Formen, die kombiniert oder einzeln auftreten, vorliegen.

Expertenstandard Ulcus cruris

Der „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) berücksichtigt das Alltagsleben von Menschen mit chronischen Wunden, unter anderem dem Ulcus cruris.

Sowohl die Erkrankung als auch die Therapie verursachen Einschränkungen im Wohlbefinden und der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen. „Der Expertenstandard beinhaltet deshalb Standardkriterien, die Aussagen zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden, zur Wiedererlangung von Unabhängigkeit, Lebensqualität und Wohlbefinden treffen“ 1. Unter anderem beinhaltet er folgende Empfehlungen:
 

Wundtherapie

Die Wahl der geeigneten Wundauflage sollte unter Berücksichtigung der jeweiligen Wundheilungsphase erfolgen. Dabei orientiert sich die phasengerechte Wundtherapie an der Stoffwechsellage der Wunde, am Prinzip der feuchten Wundbehandlung und an hygienischen Kriterien.
 

Bewegungsförderung beim Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum

Bei Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum bestehen häufig Fehlfunktionen der Wadenmuskulatur und eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten des Sprunggelenks. Ein kontrolliertes Gehtraining, das Auf- und Abbewegen der Füße sowie das Rotieren der Fußgelenke unter Kompressionstherapie beugen Gelenkversteifungen vor und aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Betroffenen wird ein tägliches Training von mindestens 30 Minuten empfohlen.

Das Hochlagern der Beine auf 10 – 30 Grad über dem Herzen aktiviert zusätzlich die Hämodynamik. Diese Therapiemaßnahme ist allerdings nur bei Betroffenen ohne Kompressionstherapie indiziert.
 

Kompressionstherapie bei Ulcus cruris venosum und Ulcus cruris mixtum

Für die Therapie des Ulcus cruris venosum und ggf. auch des Ulcus cruris sind Kompressionsverbände weitere wesentliche Maßnahmen. Dabei ist die Qualität der Kompression sowie ein dauerhaftes Tragen von besonderer Bedeutung. Nur geschulte Fachkräfte sollten Kompressionsverbände anlegen.
 

Prophylaxe

Beim Ulcus cruris venosum und ggf. Ulcus cruris mixtum kommen eine lebenslange Kompression, die Vermeidung von Verletzungen, Bewegungs- und Gehtraining sowie das Hochlegen der Beine als prophylaktische Maßnahmen in Frage.

Beim Ulcus cruris arteriosum dienen ebenfalls Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung als Prophylaxe. Zusätzlich sollte der Blutdruck optimal eingestellt und auf das Rauchen verzichtet werden.

Videos zum Thema Ulcus cruris und schmerzfreier Verbandwechsel

Ulcus cruris Vorschaubild

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Verbandwechsel bei Pergamenthaut Vorschaubild

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Literatur

  • 1 „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“, 1. Aktualisierung 2015, Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege.
Die Autorin Dr. Roxane Lorenz
Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.