Fallbeispiel: Ulcus cruris venosum

Patientin

weiblich, 59 Jahre

Führende Wundursache

chronisch venöse Insuffizienz (CVI)

Risikofaktoren

Adipositas

Diabetes mellitus

nein

Lokalisation der Wunde

rechter Unterschenkel lateral

Infizierte Wunde

nein

Wundart

chronisch

Wundgrund

Granulationsgewebe

Wundumgebung

gerötet

Wundrand

mazeriert

Exsudation

stark

Abstrichentnahme

nein

Ausgangssituation

Die Patientin weist ein Ulcus cruris venosum auf, das seit 5 Jahren nicht abheilt. Der Unterschenkel ist dabei stark gestaut. Die Patientin ist unwissend darüber, wie sie den Versorgungsprozess aktiv unterstützen kann.

Anamnese

  • Patientin ist alleinstehend, lebt aber mit Ihrem Sohn in einem Haushalt.
  • Aktuelle Gefäßdiagnostik lag vor
  • Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wurde ausgeschlossen
  • Postthrombotisches Syndrom

Diagnose

  • chronisch venöse Insuffiziens (CVI)

Therapie

  • Zur Hautpflege wurde eine Creme mit 5% Urea eingesetzt
  • Nach dem Entfernen der mazerierten Haut wurde eine Zinkcreme mit 3% Urea verwendet
  • Wundabdeckung mit einem Superabsorber, da eine starke bis sehr starke Exsudation vorliegt
  • Fixierung mit einer Mullbinde
  • Darüber wurde ein unterpolsterter Kompressionsverband, Synthetik und Polsterwatte sowie eine 8 cm und 10 cm Kurzugbinde angelegt.
  • Verbandwechselintervall: 2 Tage
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Dokumentierter Wundverlauf

Die Patientin lebt mit ihrem Sohn zusammen, der sich in einer Ausbildung zum Physiotherapeuten befindet. Die Versorgung erfolgt ein- bis zweimal am Tag.
Als Wundabdeckung wird ein PU-Schaum verwendet. Die Fixierung erfolgt mit einer Mullbinde. Darüber werden Kurzzugbinden angelegt. Es werden kein Schlauchverband und keine Polsterwatte für den Kompressionsverband verwendet. Der Kompressionsverband wird morgens gegen 9.00 Uhr angelegt und abends gegen 18.00 Uhr entfernt.

Zunächst wird der Sohn in die Durchführung des Verbandwechsels und der Anlage eines Kompressionsverbands eingewiesen. Der Wunsch des Sohns, die Versorgung seiner Mutter zu übernehmen, kommt von ihm. In der Ausbildung lernt er gerade mehr über die Kompressionstherapie und möchte das Erlernte jetzt gerne bei seiner Mutter ausprobieren. Dabei ist er sich sicher, dass er die Versorgung optimieren kann.

Außerdem wird die Patientin angeleitet, wie sie Ihre Muskelvenenpumpe aktivieren kann. Es wird der Vorschlag unterbreitet, dass sie sich tagsüber ab und an auf die Couch legt, damit der venöse Rückfluss optimert werden kann. Zusätzlich führt der Sohn mit seiner Mutter regelmäßig physiotherapeutische Übungen zur Verbesserung des Gangbilds und auch zur Optimierung der Muskelvenenpumpe durch.

Unter der veränderten Versorgungssituation, der Optimierung der Wundversorgung, der Entstauung, der verbesserten Mitwirkung der Patientin und der Erhöhung der Versorgungsqualität, verbessert sich die Wundsituation innerhalb von 20 Tagen signifikant (Bild 2).

In dieser Phase nimmt auch die Exsudation deutlich ab. So kann für die Wundabdeckung, nach dem Verbrauch des Superabsorbers, wieder auf einen PU-Schaum gewechselt werden.

Nach einem Monat ist die Wunde fast abgeheilt (Bild 3). Der Unterschenkel ist maximal entstaut. Nun kann die Kompressionsstrumpfversorgung eingeleitet werden. Aufgrund der Anatomie der Beine beschließt man, einen flachgestrickten Unterschenkel-Kompressionsstrumpf mit einer offenen Spitze anpassen zu lassen. Ein flachgestrickter Strumpf passt sich dem Unterschenkel besser an und er hat einen höheren Anlagedruck. Diese Anpassung ist aufgrund der Adipositas notwendig, um einem Rezidiv-Ulcus (Wiederauftreten eines Ulcus) vorzubeugen. Bis die angefertigten Kompressionsstrümpfe geliefert werden, übernimmt der Sohn das Anlegen eines Kompressionsverbands.

Das Ulcus, das 5 Jahre bestand, ist durch die Optimierung der Wundversorgung und der Kompressionstherapie nach 2,5 Monaten abgeheilt (Bild 4).

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Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein konkretes Fallbeispiel handelt und nur eine mögliche Behandlungsoption darstellt.