Schürfwunden

Schürfwunden

Schürfwunden sind Schädigungen der oberen Hautschichten, die durch Reibung an rauen Oberflächen entstehen.

Abschürfungen kommen meistens an Beinen, Armen, Händen oder der Hüfte vor. Typisch für Schürfwunden ist ein Brennen und Nässen der meistens großflächigen Wunde.

Symptome von Schürfwunden

Schürfwunden verursachen ein Brennen bis hin zu Schmerzen.

Diese Empfindungen werden durch Reizungen oder Schädigungen von Nerven in der Haut ausgelöst. Frei liegende Nervenenden schmerzen durch direkten Kontakt mit Luft oder Flüssigkeiten.

Schürfwunden reichen von kleinen Wunden bis hin zu sehr großflächigen Verletzungen. Die Wundfläche hängt von der Größe des Gegenstands und der Fläche der Haut ab, die Kontakt mit dem Gegenstand hatte. Großflächige Schürfwunden bluten zum Teil stark, weil in den oberen Hautschichten zahlreiche kleine Blutgefäße verletzt werden.

Neben den Blutgefäßen werden auch in der Haut liegende Lymphgefäße verletzt. Das äußert sich durch ein Nässen der Wunde, was nichts anderes als ein Austreten von Lymphflüssigkeit ist. Ein anderer Grund für das Nässen von Schürfwunden ist die erhöhte Sekretproduktion im Wundbereich, um eingedrungene Fremdkörper wieder aus der Wunde zu spülen. Denn derartige Wunden sind häufig mit Erde, Steinchen oder ähnlichem verschmutzt.

Typisch für Schürfwunden ist ein Brennen und Nässen der meistens großflächigen Wunde.

Frische Schürfwunde an der Hand
Frische Schürfwunde an der Hand
Leicht verheilte Schürfwunde an der Schulter

Ursachen und Entstehung

Die häufigste Ursache für Schürfwunden sind Stürze oder andere Unfälle mit Kontakt zu rauen Oberflächen.

Schürfwunden entstehen im Alltag häufig durch Unachtsamkeit. Schnell ist der Arm oder die Hand in einem Moment der Unaufmerksamkeit an einer Wand entlanggeschrammt und eine Schürfwunde ist die Folge. Bei sportlichen Aktivitäten oder einfach dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad können Stürze passieren, die Schürfwunden verursachen. Gründe dafür können rutschige Böden, misslungene Ausweichmanöver oder einfach Ablenkung sein.

Risikofaktoren und Vorbeugung

Stürze oder Unfälle an rauen Oberflächen lassen sich nicht immer gänzlich verhindern, können aber durch aufmerksames Handeln minimiert werden.

Schürfwunden kommen gehäuft im Frühjahr oder Sommer vor. Durch warme Außentemperaturen tragen Menschen meist dünne und kurze Kleidung, die keinen Schutz vor rauen Oberflächen bietet. Lange Kleidung hingegen kann Hautstellen, die z.B. bei einem Sturz Kontakt zum Boden haben, vor Abschürfungen schützen.

Bei schnellen Mannschaftssportarten, wie z.B. Fußball, entstehen häufig Schürfwunden. Kleinere Kinder sind ebenfalls gefährdet, weil diese vor allem in der Phase des Laufen Lernens häufig fallen. Abgesehen von dem Tragen langer Kleidung sind meist keine weiteren Schutzmaßnahmen nötig.

Nässende Schürfwunde am Arm
Nässende Wunde: Schürfwunde am Arm

Ungeschützte Hautstellen sind einem erhöhten Risiko für Schürfwunden ausgesetzt.

Behandlung und Therapie

Schürfwunden sind häufig verschmutzt oder beinhalten Fremdkörper, wie z.B. Steine.

Deshalb beinhaltet die Erstversorgung einer Abschürfung die Reinigung der Wunde mit lauwarmem Leitungswasser. Stark verschmutzte Wunden müssen eventuell zusätzlich mit einer Bürste gereinigt werden.

Nach der Reinigung sollten Schürfwunden desinfiziert werden, z.B. mit einem geeigneten Desinfektionsspray, und dann mit einem Pflaster abgedeckt werden. Dadurch werden weitere Verunreinigung der Wunde verhindert. In jedem Fall sollte nach der Verletzung der Tetanus-Schutz überprüft werden. Liegt die Impfung länger als 10 Jahre zurück, muss eine Auffrischungsimpfung erfolgen. Die Versorgung von Schürfwunden unterscheidet sich bei Erwachsenen und Kindern nicht.

Ein Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt ist notwendig, wenn die Schürfwunde:

  • stark verschmutzt ist. Dann kann die Wundreinigung schmerzhaft werden und sollte unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.
  • im Gesicht, insbesondere in der Nähe der Augen, ist.
  • anhaltend blutet oder nässt. Dann sollte bereits vor dem Arztbesuch ein Druckverband angelegt werden.
  • starke und anhaltende Schmerzen verursacht.
  • eine große Hautfläche umfasst, z.B. den gesamten Oberschenkel.
Was tun bei Schürfwunden?

Nach der Verletzung sollten Schürfwunden mit sauberem Wasser gereinigt werden. Wenn Fremdkörper, z.B. Steine oder Dreck in der Wunde sind, müssen diese entfernt werden.

Heilungsverlauf

Weil Schürfwunden nur die oberen Hautschichten bestreffen, verheilen sie meistens unproblematisch und recht schnell.

Das anfängliche Bluten und Nässen der Wunde sollte nach einigen Minuten nachlassen. Insbesondere großflächige Wunden heilen am besten, wenn sie leicht feucht gehalten werden. Eine Wundauflage auf Hydrogelbasis hält die Wunde feucht und verhindert die Krustenbildung, ohne dass das Wundkissen mit der Wunde verklebt. Dadurch kann die Wunde schneller abheilen und die Narbenbildung wird reduziert. Unter idealen Bedingungen beträgt die Heilungsdauer einer Schürfwunde maximal 14 Tage. Narben sind meist nicht oder kaum sichtbar.

Passende Wundauflage

Ideale Wundauflagen verhindern ein Austrocknen der Wunde, ohne mit ihr zu verkleben und bieten Schutz gegen das Eindringen von Bakterien. Für kleinere Schürfwunden eignen sich die unsterilen Wundverbände von Draco®, wie DracoPlast Classic, DracoPlast Soft oder DracoPlast Soft Pflaster-Strips. Für Wunden an den Fingern oder Zehen empfiehlt sich der DracoPlast Classic Fingerverband. DracoPlast Waterproof ermöglicht ein schmerzfreies Duschen und verhindert, dass Wasser in die Wunde gelangen kann.

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Mögliche Komplikationen – Infektion bei Schürfwunden

Hält das Nässen der Schürfwunde über mehrere Tage an, kann das ein Hinweis auf eine Infektion der Wunde sein.

Weitere Entzündungsanzeichen sind Rötung, Schwellung, Wärme oder Schmerzen. Andauerndes Nässen der Wunde kann auch durch das Vorhandensein von Fremdkörpern in der Wunde verursacht werden. Dadurch versucht der Körper die Fremdkörper mit auszuschwemmen. In beiden Fällen sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Gelegentlich können nicht alle Fremdkörper aus der Wunde entfernt werden. Insbesondere tief in der Wunde befindliche Fremdkörper können bei der Reinigung übersehen oder vom Körper nicht ausgeschwemmt werden. So können z.B. kleine Steine in der Wunde eingeschlossen werden, was aber nicht zu einer Wundinfektion führen muss. Stattdessen können die eingeschlossenen Fremdkörper nach abgeschlossener Heilung unter der Haut sichtbar bleiben. Eine Gefahr geht davon meistens nicht aus. Es ist lediglich ein kosmetisches Problem.

Bei verschmutzten Schürfwunden besteht die Gefahr einer Wundinfektion.

Häufig gestellte Fragen

Warum brennen Schürfwunden?

Die Schmerzen bei Schürfwunden entstehen, weil die Nervenzellen in den Hautschichten gereizt oder zerstört werden. An die gereizten Nerven können im Fall der Verletzung Luft und Flüssigkeiten gelangen, die die Nerven weiter reizen und dadurch Schmerzen verursachen.

Warum nässen Schürfwunden?

Die großflächige Zerstörung der oberen Hautschichten führt auch zur Verletzung von Blut- und Lymphgefäßen. Die Flüssigkeiten können dann über die große Fläche leicht austreten und führen zu einer starken Sekretion. Häufig passieren Schürfwunden bei sportlichen Aktivitäten, sodass die Wunden mit Erde, Steinchen oder ähnlichem verschmutzt sind. Fremdkörper in einer Wunde regen zu einer erhöhten Sekretproduktion an, da der Körper darüber die Reinigung der Wunde leistet.

Wie versorgt man eine Schürfwunde?

Nach der Verletzung sollten Schürfwunden mit sauberem Wasser gereinigt werden. Wenn Fremdkörper, z.B. Steine oder Dreck in der Wunde sind, müssen diese entfernt werden. Stark verschmutzte Schürfwunden können neben der Reinigung mit Wasser zusätzlich mit einer Bürste gereinigt werden. Auf Grund der dabei auftretenden Schmerzen sollte dies eventuell von einem Arzt unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Die Wunden können zusätzlich mit einem Desinfektionsspray desinfiziert werden  und sollten dann mit einem Pflaster versorgt werden.

Wie sollten nässende Schürfwunden versorgt werden?

Bei andauernd stark nässenden Schürfwunden sollte überprüft werden, ob die Wunde entzündet ist oder sich noch Schmutz in der Wunde befindet. In den meisten Fällen ist eine Infektion die Ursache für eine stark nässende Wunde und sollte behoben werden, z.B. durch Desinfektion und/oder Reinigung. Ansonsten sollte eine Wundauflage verwendet werden, die nicht mit der Wunde verklebt und sich schmerzarm entfernen lässt. Wenn die Auflage die Wunde noch feucht hält, z.B. durch ein Hydrogel, bilden sich weniger Krusten, die dann verkleben können.

Wie heilen Schürfwunden am besten?

Wunden heilen am besten, wenn sie leicht feucht gehalten werden und das Wundkissen nicht mit der Wunde verklebt. Eine Wundauflage auf Hydrogelbasis hält die Wunde feucht und verhindert die Krustenbildung. Dadurch kann die Wunde schneller abheilen und die Narbenbildung wird reduziert.

Wie versorgt man Schürfwunden bei Kindern?

Die Versorgung bei Kindern unterscheidet sich nicht deutlich von der Versorgung bei Erwachsenen. Bei größeren oder stark verschmutzten Wunden oder Verletzungen im Gesicht sollte hier gegebenenfalls eher ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Wundauflage sollte bei Schürfwunden verwendet werden?

Da trockene Wunden langsamer heilen, sollte die Wundauflage die Wunde befeuchten und gleichzeitig auch einen Schutz gegen das Eindringen von äußeren Bakterien bieten. Eine wasserdichte Folie ermöglicht ein schmerzfreies Duschen und verhindert, dass Wasser in die Wunde gelangen kann.

Wie kann man Schürfwunden vorbeugen?

Lange Kleidung und Achtsamkeit können das Verletzungsrisiko minimieren. Besondere Schutzmaßnahmen sind in der Regel nicht nötig.

Was hilft gegen entzündete Schürfwunden?

Eine Entzündung wird durch das Eindringen von Bakterien in die Wunde ausgelöst. Diese Entzündung verhindert die Heilung, führt zu einer verstärkten Sekretproduktion und kann mit zusätzlichen Schmerzen einhergehen. Entzündungen können mit antimikrobiellen Sprays oder Cremes behandelt werden (z.B. Octenisept®, Lavasept®).

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Die Autorin Dr. Roxane Lorenz
Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.