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Grundlagen

Akute Wunden

Inhaltsverzeichnis

Akute Wunden ereignen sich im Alltag schnell und häufig. Schnitt- und Schürfverletzungen, leichte Verbrennungen oder Kratzer heilen üblicherweise in kurzer Zeit ab und benötigen keine spezielle ärztliche Versorgung.

Definition

Was ist eine akute Wunde?

Akute Wunden sind Schädigungen oder Verletzungen von zuvor intaktem Gewebe der Haut. In der Regel liegen keine Grunderkrankungen vor.

Zu den akuten Wunden zählen Mechanische Wunden, Thermische Wunden, Iatrogene Wunden und Verletzungen durch Chemikalien. Die Wundheilung verläuft primär und sollte nach ungefähr zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein. Treten Komplikationen, wie eine Infektion auf, kann dies die Wundheilung verzögern und eine zusätzliche Therapie erfordern. Bei Wunden mit größerem Gewebsverlust tritt häufig die sekundäre Wundheilung ein. Das bedeutet, dass der Körper das verlorene Gewebe neu bilden muss, weil die Wunde nicht mit Nähten oder Klammern verschlossen werden kann. Dies kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Auch akute und infizierte Wunden werden manchmal durch sekundäre Heilung verschlossen. Beispiele hier sind Biss- oder Abszesswunden mit hohem Infektionsrisiko.

Was ist eine primäre Wundheilung?

Glatte, beieinanderliegende Wundränder, ein geringer Gewebedefekt und ein gut durchblutetes Wundgebiet sind gute Bedingungen für eine primäre Wundheilung.

Bei der primären Wundheilung wachsen die meist glatten Wundränder direkt über die Ausbildung von kaum sichtbaren Narben zusammen. Die Narbenbildung ist abhängig von der Tiefe der Wunde. In der Regel läuft der Wundheilungsprozess unkompliziert, allein durch die körpereigenen Mechanismen ab. Innerhalb von wenigen Tagen verschließt sich Wunde. Ein Pflaster kann diese Wunden vor äußeren Einflüssen schützen. Bei größeren Wunden kann eine ärztliche Unterstützung durch Nähen oder Klammern nötig sein.

Welche Arten akuter Wunden gibt es?

Je nach Verletzungsursache wird zwischen 4 Arten akuter Wunden unterschieden: Mechanische Wunden, Thermische Wunden, Verletzungen durch Chemikalien und Iatrogene Wunden.

Mechanische Wunden entstehen durch Gewalteinwirkung auf das Gewebe. Mechanische Wunden entstehen durch Gewalteinwirkung auf das Gewebe.

Thermische Wunden sind durch Hitze oder Kälte entstandene Hautverletzungen. Zu den thermischen Verletzungen gehören Verbrennungen, Verbrühungen oder Erfrierungen. Oftmals geht diese Art der Verletzung mit einer Blasenbildung einher. Im Fall von schlimmeren Verletzungen kommt es zu einem vollständigen Absterben des betroffenen Gewebes.

Verletzungen durch Chemikalien sind Reaktionen der Haut oder Schleimhaut auf den Kontakt mit Säuren oder Basen. Das verätzte Gewebe wird nekrotisch. Chemische Verletzungen sind meist sehr schmerzhaft.

Iatrogene Wunden sind ärztlich verursacht. Darunter fallen unter anderem Inzisionen (Einschnitte), Punktionen (Einführen einer Punktionskanüle), Laser, Ätzstifte, Spalthautentnahmen oder Amputationen.

Ferner werden auch Insektenstiche sowie Strahlenverletzungen und onkologische Wunden unter die akuten Wunden gezählt.

Was unterscheidet eine akute von einer chronischen Wunde?

Der Verlauf der Wundheilung hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab und verläuft nicht immer ohne Störungen.

Vereinfacht formuliert, liegt der Unterschied zwischen einer akuten und einer chronischen Wunde in der Dauer bis zum Wundverschluss. Der Wundheilungsprozess von akuten Wunden ist in der Regel innerhalb von drei Wochen abgeschlossen. Ist die Wunde nach Ablauf dieser Zeit noch nicht geschlossen, handelt es sich um eine chronische Wunde.

Ursächlich für die Varianz in der Wundheilungsdauer ist das Vorliegen unterschiedlicher Wundheilungsphasen. Akute Wunden durchlaufen die normalen Stadien der physiologischen, primären Wundheilung. Bei Chronische Wunden war die primäre Wundheilung gestört, wodurch die sekundäre Wundheilung eingeleitet worden ist.

Die primäre Wundheilung verläuft in drei Phasen und in jeder dieser Phasen kann es zu Störungen kommen, die eine akute Wunde in eine chronische umwandeln.

Was sind die Symptome einer akuten Wunde?

Die Symptome einer akuten Wunde sind ebenso vielfältig wie die Entstehungsursachen.

Akute Wunden gehen oftmals einher mit:

  • Blutungen
  • Rötungen oder Empfindlichkeit um die Wunde herum
  • Schwellungen
  • Schmerzen und Schwierigkeiten beim Bewegen des Wundgebietes

Video: Akute & chronische Wunden

Die drei Phasen der Wundheilung

Unmittelbar nach der Verletzung setzt die Hämostase ein. Blutungsstillung und Blutgerinnung ist das Ergebnis einer erfolgreichen Hämostase. Das Endothel der Blutgefäße, die durch die Verletzung freigelegt werden, stimuliert Thrombozyten zur Freisetzung bestimmter Faktoren, die zu einer Vasokonstriktion und zur Einleitung der Gerinnungskaskade führen. Deshalb wird diese Phase auch Gerinnungs- oder Entzündungsphase genannt. Viele Erkrankungen können die Blutgerinnung während der Hämostase beeinträchtigen, wie z.B. Veneninsuffizienz, Diabetes, Thrombozytopenie und andere Störungen in der Blutzusammensetzung. Das Vorliegen dieser Risikofaktoren kann zu einer schlechten Wundheilung führen. Daher benötigen Patienten mit Vorerkrankungen eine besondere Pflege.

Innerhalb weniger Stunden nach der Blutgerinnung wird die Immunabwehr des Körpers aktiv. Neutrophile und Makrophagen werden an den Ort der Verletzung rekrutiert. Neutrophile produzieren Entzündungsmediatoren, die Epithelzellen und Fibroblasten und Keratinozyten aktivieren. Dadurch werden neue Blutgefäße, das Granulationsgewebe und eine neue Epidermis gebildet. Bis zu vier Tage dauert die Entzündungsphase. Produzieren die Entzündungszellen eine große Menge an Entzündungsmediatoren, kann sich die Entzündungsphase verlängern. Bemerkbar wird dies durch eine Zunahme des Exsudats.

Vier bis fünf Tage nach der Gewebsverletzung setzt die Proliferations- oder Granulationsphase ein. Granulationsgewebe, bestehend aus Fibroblasten, Makrophagen, Blutgefäßen, unreifem Kollagen und einer extrazellulären Matrix, wird gebildet. Das Wachstum des Granulationsgewebes führt zu einer Füllung der Wunde und einer Verengung der Wundränder. Während der Proliferationsphase ist die Aufrechterhaltung eines feuchten Wundmilieus und der Schutz des neu wachsenden Gewebes von entscheidender Bedeutung. Wird eines von beiden behindert, kann sich die Proliferationsphase verlängern. Diese Phase kann mehrere Tage bis Monate dauern, abhängig von der Größe der Wunde.

In der Epithelisierungsphase verschließen die Keratinozyten die Oberfläche der Wunde mit einem zarten Epithelgewebe. Zusätzlich werden in den tieferen Schichten der Wunde die neu gebildeten Kollagenfasern remodelliert. Das Kollagen proliferiert und reift. Ein Prozess, der viele Monate bis zu einem Jahr dauern kann. Auch die oberflächlich sichtbare Narbe verändert sich noch in ihrer Farbe und Beschaffenheit.

Wie werden akute Wunden versorgt?

Im Gegensatz zu chronischen Wunden, heilen akute Wunden oftmals eigenständig und ohne besondere Therapie ab. Um einer Chronifizierung vorzubeugen, empfiehlt sich allerdings eine fachgerechte Pflege.

Draco® unterstützt die fachgerechte Versorgung akuter Wunden.

Bei stark blutenden akuten Wunden wie Schnitt-, Riss-, Platz- oder Stichwunden sollte zunächst die Blutung gestillt werden. Dazu eignen sich sterile Kompressen wie beispielweise DracoFix Mullkompressen. Im Anschluss erfolgen Wundreinigung und Desinfektion. Die Wunde sollte genauer beurteilt werde, um Verletzungen tieferliegender Strukturen auszuschließen. Nun kann die Wunde gegebenenfalls mit Verbandmaterial abgedeckt und geschützt werden. Geeignet hierfür sind klassische Wundversorgungsprodukte wie die sterilen Wundverbände der DracoPor-Serie.

Bissverletzungen haben ein erhöhtes Infektionsrisiko, weil es sich um eine kontaminierte und oftmals auch tiefe Wunde handelt. Generell empfiehlt es sich, Bisswunden zunächst offen zu behandeln bevor sie ggf. endgültig verschlossen werden. Bei thermischen Wunden gilt es, evtl. vorhandene Blasen abzutragen, die Wunde zu säubern und dann steril abzudecken.

Parallel zur Wundbehandlung ist bei akuten Verletzungen oft eine Schmerzbehandlung während der Versorgung und einige Tage danach nötig. In der Regel lassen die Schmerzen nach sobald sich das Gewebe stabilisiert hat.

Expertenstandards

Ein Expertenstandard dient als Handlungsgrundlage für Pflegefachkräfte in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie in Krankenhäusern.

Der Expertenstandard hat zum Ziel, Pflegefachkräfte sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen dabei zu unterstützen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertenmeinungen, Stürzen vorzubeugen, Sturzfolgen und Verletzungen zu minimieren.

Expertenstandards mit konkreten Vorschlägen für die Behandlung von akuten Wunden, in Anlehnung an den Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Eine Einhaltung von Prophylaxemaßnahmen, wie sie in den Die Expertenstandards “Sturzprophylaxe Pflege“ und „Erhaltung und Förderung der Mobilität“ stellen jedoch Prophylaxemaßnahmen vor, deren Einhaltung das Verletzungsrisiko verringern kann.

DRACO® Produkte

Geeignete Wundauflagen für akute Wunden

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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