Risswunden

Risswunden entstehen durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den Körper. Durch Zugkräfte reißt das Gewebe auf.

Die Übergänge zwischen Platz-, Riss- und Quetschwunden sind fließend. Daher ist eine Unterscheidung der drei Wundarten schwierig, zumal sie meistens auch noch gemeinsam in einer Wunde auftreten.

Durch das Aufplatzen der Haut sind die Wundränder nicht glatt, sondern eher unregelmäßig. Risse schmerzen oft stark und bluten heftig. Die Wundränder klaffen auseinander.

Symptome

Risswunden haben oft unregelmäßige, auseinanderklaffende Wundränder.

Risswunden sind häufig oberflächliche, aber stark blutende und schmerzende Wunden. Die Haut reißt durch eine Zugwirkung auf das Gewebe meist ungleichmäßig auf. Anders als bei Schnittwunden entstehen so Gewebsbrücken und körnige Wundflächen.

Ursachen und Entstehung

Risswunden können an jeder Körperstelle entstehen. Körperstellen mit eher dünner Haut ohne viel Unterhautfettgewebe reißen allerdings bereits durch geringere Krafteinwirkung auf.

Eine Risswunde entsteht, wenn die gequetschte Haut durch den Zug oder Druck des gequetschten Gewebes aufreißt. Häufig sind absichtliche oder unabsichtliche Gewalteinwirkungen von außen die Ursache einer Risswunde. Sie können auch die Folge eines Unfalls sein.

Risikofaktoren und Vorbeugung

Umgang mit schweren Gegenständen oder handwerkliche Tätigkeiten mit Werkzeugen können durch Unachtsamkeiten oder Unfälle Risswunden verursachen. Aber auch im Alltag, der Freizeit oder bei sportlichen Aktivitäten können Unfälle passieren, die eine Risswunde zur Folge haben.

Alters- und Pergamenthaut reißt besonders schnell ein. Bereits leichte Stöße sind ausreichend. Betroffene sollten gefährdete Hautstellen gut schützen und sich generell sehr vorsichtig bewegen. Für alle Risswunden gilt, dass sie nicht komplett verhindert werden können, aber durch Umsicht und Vorsicht immerhin reduziert werden

Für Risswunden gibt es keine besondere Risikogruppe. Jeder Mensch kann eine Risswunde erleiden.

Wie behandelt man Risswunden?

Zunächst sollte die Blutung gestoppt werden, wobei das Anlegen eines Druckverbands nötig sein kann.

Kleinere, saubere Wunden können selbst mit Leitungswasser gereinigt und anschließend gegebenenfalls desinfiziert werden. Danach sollten die Wunden mit Pflastern, wie DracoPlast Classic, DracoPlast Soft oder DracoPlast Soft Pflaster-Strips abgedeckt werden, um eine Verschmutzung zu vermeiden.

Eine ärztliche Praxis oder ein Krankenhaus sollte aufgesucht werden, wenn

  • die Wundränder auseinanderklaffen.
  • die Wunde mehr als 1 cm lang ist.
  • die Blutung anhält.
  • starke Schmerzen auftreten.
  • die letzte Tetanus-Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt. Dann ist eine Auffrischungs-Impfung nötig.
  • die Wunde stark verschmutzt ist oder aus anderen Gründen einer besonders hohen Infektionsgefahr ausgesetzt ist.

Risswunden werden zunächst gereinigt und dann meistens geklebt, geklammert, genäht oder auch lediglich mit Wundnahtstreifen versorgt. Die Wahl der Methode hängt von der jeweiligen Wunde und der Lokalisation ab. Hier können auch kosmetische Gründe eine Rolle spielen. In jedem Fall sollten diese Maßnahmen innerhalb der ersten 6 Stunden nach der Entstehung der Wunde erfolgen. Danach steigt die Gefahr, Keime in der Wunde einzuschließen.

Wie schnell heilen Risswunden?

Unter idealen Bedingungen sollten Risswunden innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilen.

Die Heilung von offen belassenen Risswunden dauert länger und kann sich über Monate erstrecken. Dadurch, dass viel Granulationsgewebe gebildet werden muss, werden auch deutlich sichtbare Narben zurückbleiben.

Bei einer genähten oder ähnlich versorgten Risswunde sollte die Heilung nach spätestens drei Wochen abgeschlossen sein. Wenn die Wundränder gut aneinandergelegt wurden, geschieht das unter minimaler Narbenbildung. Fäden werden in der Regel frühestens nach vier bis etwa 14 Tagen gezogen. An den Gelenken kann es etwas länger, in etwa bis zu drei Wochen, dauern.

Wann ist Wasserkontakt bei einer Risswunde möglich?

Wenn die Wunde verschlossen ist oder alternativ mit einem wasserfesten Pflaster abgedeckt wurde, spricht nichts gegen Wasserkontakt. Bei größeren Wunden oder auch nach operativen Eingriffen empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, damit keine Keime in die Wunde gelangen können.

Wann kann mit einer Risswunde wieder Sport betrieben werden?

Ob und wann sportliche Aktivitäten wieder möglich sind, ist abhängig von der Größe und Lokalisation der Wunde. Bei kleineren Verletzungen kann meistens sofort weiter trainiert werden. Bei größeren oder auch genähten Wunden sollte die Belastung der Haut angepasst oder reduziert werden. Anderenfalls kann Spannung auf der Wundfläche dazu führen, dass die Wunde wieder aufgeht und es zu einer verzögerten Wundheilung kommt.

Mögliche Komplikationen bei Risswunden

Zu den Komplikationen bei einer Risswunde gehören anhaltende Blutungen, Infektionen oder Taubheitsgefühle.

Wunden können auch nach der Versorgung noch leicht nachbluten. Hier kann die Blutung mit einem Druckverband gestillt werden. Sind größere Gefäße verletzt oder nehmen Betroffene gerinnungshemmende Mittel ein, kann die Blutung ebenfalls stärker und länger ausfallen. In dem Fall sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen werden.

Taubheitsgefühl
Ein Taubheitsgefühl entsteht, wenn Nerven geschädigt sind. Dies kann z.B. durch die Schwellung geschehen und vergeht wieder, sobald die Schwellung abklingt. Bleibt das Taubheitsgefühl über mehrere Tage bestehen, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, um eine größere Schädigung auszuschließen.

Fieber
Fieber oder erhöhte Temperatur nach einer Verletzung kann ein Entzündungszeichen sein. Möglicherweise wurde die Wunde nicht gründlich gereinigt oder es sind Keime eingedrungen. Ist die Wundumgebung zusätzlich noch gerötet, überwärmt oder geschwollen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Wundinfektion. Dann sollte umgehend eine ärztliche Praxis oder ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Die Autorin Dr. Roxane Lorenz
Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.