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Blasen: Entstehung und Heilung

Mechanische Verletzungen

Blasen

Inhaltsverzeichnis

Häufig entstehen Blasen nach Verbrennungen, durch Reibung oder ungewohnten Druck besonders an den Füßen oder Händen.

Blasen können auch durch Krankheiten hervorgerufen werden. Sie entstehen beispielsweise bei Windpocken, Ekzemen oder Autoimmunerkrankungen am ganzen Körper oder vereinzelten Stellen des Körpers. Bereits beim ersten Auftreten von kleinen Scheuerstellen kann eine Blasenbildung noch verhindert werden. Generell kann man der Entstehung von Blasen durch Tragen von gutsitzenden, bequemen Schuhen, faltenfreien Socken und langsamer Gewöhnung der Haut an ungewohnte Belastungen vorbeugen.

Blasen

Symptome

Blasen sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume unter der Haut und ein Symptom von voneinander gelösten Hautschichten.

Wenn sich die Hautschichten voneinander lösen, füllt sich der entstandene Zwischenraum mit Flüssigkeit. Das kann Lymphflüssigkeit, Serum, Blut oder Eiter sein. Auch wenn sich die Ursachen einer Blasenbildung unterscheiden können, ist das Aussehen grundsätzlich ähnlich.

Insbesondere Fersenblasen können sehr schmerzhaft sein, wenn der Druck durch den Schuh nicht beseitigt wird. Entzündungsbedingte Blasen sind häufig von Juckreiz begleitet. Kleine Bläschen zwischen den Zehen können z.B. ein Symptom von Fußpilz sein. Sowohl bei Brandblasen als auch entzündungsbedingten Blasen kann die Umgebungshaut ebenfalls geschädigt sein.

Da sich Blasen zwischen verschiedensten Hautschichten bilden können, werden sie nach ihrer Tiefe unter der obersten Hornschicht (Stratum corneum) eingeteilt:

  • Subcorneal: direkt unter der obersten Schicht (Stratum corneum) der Epidermis (Oberhaut)
  • Intraepidermal: innerhalb der Epidermis
  • Subepidermal: zwischen Epidermis und Dermis (Lederhaut unter der Epidermis)

Ursache und Entstehung

Wie entstehen Blasen?

Als Ursachen für Blasen kommen Entzündungen (Schadstoffe, Infektionen, allergische Reaktionen), mechanische Schädigungen (Druck, Reibung) oder Verbrennungen infrage.

Häufig entstehen Blasen als Folge von starker Reibung oder ungewohntem Druck. Durch die mechanische Reibung werden die Hautschichten gegeneinander verschoben. Wenn der Druck zu hoch wird, lösen sich als Folge die Hautschichten voneinander ab. Weil Hände und Füße den meisten äußeren Belastungen ausgesetzt sind, kommen Blasen dort am häufigsten vor. Durch vermehrtes Schwitzen wird die Bildung von Blasen noch begünstigt.

Die Ursachen für Blasen an den Füßen sind meist schlechtsitzende Schuhe, Socken aus synthetischen Fasern, die starkes Schwitzen auslösen, oder eine Kombination daraus. Die Haut über der Ferse wird besonders häufig durch unpassendes Schuhwerk schmerzhaft gescheuert. Als Folge entstehen Fersenblasen, die nicht selten offen sind. Schuhe, die im Zehenbereich sehr eng sitzen, können Blasen zwischen den Zehen verursachen. Besonders, wenn in dem Bereich Reibung entsteht und sich Schweiß sammelt, entstehen dort Blasen.

Brandblasen entstehen durch Kontakt mit heißen Flüssigkeiten oder Gegenständen bereits ab einer Temperatur von etwa 50 °C. Infektionen oder Autoimmunkrankheiten sind ursächlich für entzündungsbedingte Blasen. Einwandernde Bakterien oder Immunzellen sorgen dafür, dass sich die Hautschichten voneinander lösen. Eine Entzündung ist als Ursache für die Blasenbildung wahrscheinlich, wenn keine äußeren Einflüsse ausgemacht werden können. Derartige Blasen oder solche, die mit Eiter gefüllt sind, sollten unbedingt ärztlich untersucht und behandelt werden.

Blasen

Behandlung und Therapie

Meist können Blasen ohne einen Besuch beim Arzt/der Ärztin mit einfachen Maßnahmen selbst behandelt werden.

Unabhängig von ihrer Entstehungsursache sollten alle geschlossenen Blasen nicht geöffnet oder aufgestochen werden. Die Haut über der Blase schützt das geschädigte Gewebe darunter vor Bakterien. Insbesondere bei Fersenblasen helfen Blasenpflaster, wie das DracoPlast Blasenpflaster, gegen den Druck auf die Blase. Zusätzlich sollte der Druckverursacher, z.B. der scheuernde Schuh wenigsten bis zur kompletten Ausheilung nicht mehr getragen werden.

Auch offene Blasen können mit Blasenpflastern optimal abgedeckt werden. Das Blasenpflaster verschließt die betroffene Region vollständig und schützt so vor äußeren Verschmutzungen. Die polsternde Eigenschaft des Blasenpflasters reduziert gleichzeitig die Schmerzen, die offene Blasen verursachen. Bevor offene Blasen mit Pflastern abgedeckt werden, muss die Wunde mit lauwarmem Wasser und ggfs. Wunddesinfektionssprays gereinigt werden. Die Haut sollte man unbedingt als Schutzschicht auf der Blase lassen und nicht abschneiden oder gar reißen.

Brandblasen sollten sofort nach der Verbrennung am besten unter fließendem Leitungswasser gekühlt werden. Wichtig bei der Kühlung ist, dass sie nicht zu lange (etwa 10 Minuten) und nicht zu kalt (nicht deutlich unter 20 °C) erfolgen darf. Das Auftragen von kühlenden Brandsalben kann ebenfalls zur Heilung beitragen. Bei starken Schmerzen und großflächig betroffenen Hautarealen sollte unbedingt eine Ärztin/ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Juckende und nässende Blasen zwischen den Zehen können durch Fußpilz verursacht worden sein. Deshalb sollte man beim Auftreten dieser Blasen einen Hautarzt aufsuchen. Wenn sich der Verdacht auf Fußpilz bestätigt, sollten die Blasen mit einer entsprechenden Salbe gegen Fußpilz behandelt werden. Wenn Blasen als Symptom von Erkrankungen entstanden sind, muss, neben der lokalen Blasenbehandlung, ebenfalls die zugrundeliegende Krankheit mit ärztlicher Abklärung behandelt werden.

In seltenen Fällen kann es jedoch notwendig werden, geschlossene Blasen zu öffnen. Dies betrifft vor allem Blasen, die aufzuplatzen drohen. Das sind insbesondere oberflächliche Blasen an Stellen, an denen Druck nicht vermieden werden kann. Blasen, die ihrerseits unangenehmen Druck verursachen, weil sie beispielsweise unter einer dicken Hornhautschicht unter dem Fuß sitzen, können ebenfalls geöffnet werden, um den Druck zu mindern. Um eine Blase zu öffnen, sollte man eine saubere Nadel desinfizieren oder besser noch eine sterile Nadel verwenden und die Blase damit an einer Stelle einstechen (punktieren). Die Wundflüssigkeit kann dann ablaufen bzw. mit sanftem Druck entfernt werden. Eventuell muss man ein zweites Loch stechen oder das vorhandene etwas erweitern, besonders wenn die Flüssigkeit eher zähflüssig ist. Die Haut sollte man danach unbedingt als Schutzschicht auf der offenen Blase lassen und nicht abschneiden oder gar reißen. Gleiches gilt für bereits aufgeplatzte, halboffene Blasen. Die verbliebene Haut sollte immer auf der Blase belassen werden. Um Infektionen zu vermeiden, ist Hygiene bei halboffenen oder offenen Blasen besonders wichtig. Damit keine Verunreinigungen in das Gewebe geraten können, sollte man ein Pflaster auf die Blase kleben. Die Heilung von offenen Blasen dauert etwas länger als bei geschlossenen Blasen. Diese sollte dennoch nicht deutlich länger als sieben Tage in Anspruch nehmen.

Blasen

Heilungsverlauf

In der Regel verheilen Blasen nach wenigen Tagen wieder, wenn sie nicht geöffnet und sauber gehalten werden.

Die Heilungszeit einer geschlossenen Blase hängt von ihrer Lokalisation sowie Größe ab und sollte nach etwa sieben Tagen abgeschlossen sein. Wenn eine Blase unter tieferen Hautschichten sitzt oder sehr groß ist, dauert die Heilung länger als bei kleineren, oberflächlichen Blasen. Diese sollte dennoch nicht deutlich länger als eine Woche in Anspruch nehmen. Die Heilung sollte auch bei kleineren Brandblasen nach wenigen Tagen abgeschlossen sein.

Für entzündungsbedingte Blasen oder Blasen, die ein Symptom anderer Grunderkrankungen sind, ist die Therapie der Entzündung bzw. der Grunderkrankung maßgeblich. Die Dauer bis zur Abheilung dieser Blasen richtet sich dann nach der Zeit, bis die Erkrankung abgeklungen ist.

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Mögliche Komplikationen

Zu den häufigsten Komplikationen gehören Entzündungen und Schmerzen, besonders, wenn die Blase geöffnet wurde.

Eine Öffnung der Blase ermöglicht das Eindringen von Erregern, wodurch sich eine an sich ungefährliche Blase schnell entzünden kann. Außerdem verursachen offene Blasen stärkere Schmerzen als geschlossene Blasen. Durch die fehlende Flüssigkeit bei offenen Blasen fällt ein „Puffer“ über der Wunde weg. Jede kleinste Berührung versursacht dann Schmerzen direkt auf der verletzten Haut.

Starke Schmerzen, Rötungen oder Überwärmung sind Anzeichen für eine Entzündung. Wenn auch noch Fieber hinzukommt, sollte schnellstmöglich eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden. Dann besteht die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis).

FAQ Blasen: Häufige Fragen

Wenn sich die Blase z.B. beim Laufen geöffnet hat, kann man ein Desinfektionsmittel anwenden, z.B. Octenisept. Betaisodona® sollte eher bei akuten Verletzungen genommen werden.

Blasenpflaster sollten im Regelfall auf der Blase verbleiben, bis sie sich von alleine lösen.

Bei offenen Blasen, bei denen das Blasendach aufgeplatzt ist oder entfernt wurde, erfolgt die Wundbehandlung wie bei anderen akuten Wunden auch. Wichtig ist, eine Wundauflage zu verwenden, die das sensible Gewebe nicht reizt oder damit verklebt. Verwendet werden können normale Pflaster, auch in Kombination mit einer Heilsalbe. Es bieten sich aber auch dünne sterile hydrokolloide Wundauflagen an, die mehrere Tage auf der Wunde verbleiben können.

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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