Kratzwunden

Kratzwunden ähneln oberflächlichen Platz- und Risswunden. Sie werden meistens von Dornen, Krallen oder Fingernägeln verursacht.

Symptome von Kratzwunden sind häufig oberflächliche, gering bis mäßig blutende Wunden, die meistens brennen oder schmerzen. Die Haut reißt durch die linienförmige Krafteinwirkung auf die oberen Hautschichten ungleichmäßig tief auf. Dadurch können Gewebsbrücken und körnige Wundflächen entstehen.

Ursachen und Entstehung

Verursacher von Kratzwunden sind meist Dornen und Stacheln von Pflanzen, Krallen oder Fingernägel.

Häufig entstehen Kratzwunden aufgrund von Unachtsamkeit oder Unfällen. Durch den Druck auf das Gewebe reißt die Haut dann oberflächlich auf. Je nach Ursache kann die Wunde mehr oder weniger stark bluten und unterschiedlich groß sein. Manchmal fügen sich Patientinnen und Patienten auch selbst Kratzwunden zu, z.B. verursacht durch Juckreiz. 

Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko für Kratzwunden haben Menschen, die mit Tieren arbeiten oder in ihrer Freizeit mit ihnen umgehen. Ein Tier, was ängstlich ist, nicht gestreichelt oder fixiert werden möchte, kann dann zubeißen oder sich mit den Krallen wehren. Kratzwunden kann man sich auch absichtlich oder unabsichtlich selbst zufügen. Das ist z. B. bei Autoaggressionserkrankungen oder starkem Juckreiz durch Insektenstiche oder bei Hauterkrankungen der Fall.

Umgang mit Pflanzen und Tieren stellen Risikofaktoren dar.

Wie behandelt man Kratzwunden?

Zunächst sollte die Wunde mit lauwarmem Leitungswasser gereinigt werden.

Kratzwunden entstehen meist durch Krallen, Fingernägel oder Dornen, an denen viele Keime haften können. Auf diese Weise können Infektionserreger direkt in das verletzte Gewebe gelangen. Deshalb sollten Kratzwunden nach der Wundreinigung noch mit einem geeigneten Desinfektionsmittel desinfiziert werden.

Außerdem werden Kratzwunden im Allgemeinen nicht genäht, um keine Erreger in der Wunde einzuschließen. Kleinere Kratzwunden können selbst versorgt werden und nach der Desinfektion einfach mit einem Pflaster abgedeckt werden. Hierfür eignen sich z. B. DracoPlast Classic, DracoPlast Soft oder die DracoPlast Soft Pflaster-Strips.

Stark verschmutzte, tiefe oder lange Kratzwunden sollten unbedingt ärztlich versorgt werden. Auch wenn die Blutung anhält, starke Schmerzen auftreten oder die letzte Tetanus-Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.  

Stark blutende Kratzwunde wie behandeln?

Falls die Wunde stärker blutet, sollte die Blutung erst gestoppt werden, z.B. durch einen Druckverband. Danach reicht häufig die Abdeckung mit einem Pflaster aus.

Sollten Salben auf die Kratzwunde aufgetragen werden?

Wund- und Heilsalben können auf Kratzwunden aufgetragen werden und unterstützen den Heilungsprozess durch die Aufrechterhaltung eines idealfeuchten Wundmilieus. Außerdem beugen sie der Krustenbildung vor. Durch den hohen Fettgehalt halten sie die Wunden feuchter und geschmeidiger, als wenn sie einfach trocken belassen werden.

Kratzwunden sind häufig mit vielen Keimen belastet und sollten nach der Reinigung noch desinfiziert werden.

Wie schnell heilen Kratzwunden?

Kleinere Kratzwunden heilen bereits innerhalb weniger Tage unter minimaler Narbenbildung ab. Wenn sie oberflächlich waren, läuft die Wundheilung auch narbenfrei ab.

Ab wann ist Sport mit Kratzwunden wieder erlaubt?

Die meisten Kratzwunden sind auf die oberen Hautschichten beschränkt. Wenn die Wunden nicht bluten oder schmerzen, eher klein und mit einem Pflaster abgedeckt sind, kann meistens sofort weiter trainiert werden. Bei tiefen oder größeren Wunden sollte die Belastung der Haut angepasst werden.

Wie lange sollte bei Kratzwunden der Kontakt zu Wasser vermieden werden?

Wasserkontakt ist mit oberflächlichen Kratzwunden, die sich gut mit wasserfesten Pflastern abdecken lassen, sofort wieder möglich. DracoPlast Waterproof ist als wasserfestes Pflaster gut geeignet, um Wunden vor dem Wasserkontakt sicher abzudecken. Größere Wunden sollten in den ersten Tagen nicht mit Wasser in Kontakt kommen.

Mögliche Komplikationen

Tritt nach einer Verletzung Fieber oder erhöhte Temperatur auf, ist dies oft ein Zeichen für eine Entzündung. Eventuell wurde die Wunde nicht richtig gesäubert oder eingedrungene Keime haben zu einer Immunreaktion geführt. Falls zeitnah keine Besserung eintritt, sich der Zustand verschlechtert oder weitere Symptome auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Fieber kann eine Begleiterscheinung bei einer Blutvergiftung (Sepsis) oder bei Tetanus sein.

Bei Kratzwunden sind Infektionen häufige Komplikationen.

Vorbeugung von Kratzwunden

Gefährdete Körperstellen sind freiliegende Hautareale, wie z.B. die Arme, Hände, aber auch das Gesicht oder die Beine.

Die Vorbeugung einer Kratzwunde ist nicht immer möglich, aber die Wahrscheinlichkeit kann durch Vorsicht und Schutzkleidung verringert werden. Krallen von Haustieren sowie Fingernägel von Kindern sollten regelmäßig gekürzt werden ohne die Entstehung von spitzen Stellen. Bei der Gartenarbeit schützen Handschuhe und lange Kleidung vor Dornen oder Stacheln von Pflanzen. Ebenso können die Beine durch das Tragen langer Hosen vor Verletzungen durch Pflanzen auf engen Wegen, z.B. auf Wanderungen, geschützt werden.

Die Autorin Dr. Roxane Lorenz
Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.