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Polihexanid (PHMB)

Inhaltsverzeichnis

Neben den Grunderkrankungen gehören Wundinfektionen zu den häufigsten Risikofaktoren von schlecht heilenden Wunden.

Unter einer Wundinfektion versteht man die dauerhafte Besiedlung von pathogenen Mikroorganismen (Infektion) einer Wunde. Das Risiko einer Infektion steigt in Abhängigkeit vom Allgemeinzustand des Patienten, den krankmachenden Eigenschaften und der Menge der Erreger.

Erregerbekämpfung mit Polihexanid

Um Erreger in Wunden effektiv bekämpfen zu können, werden Wundauflagen mit antimikrobiellen Eigenschaften benötigt.

An antimikrobielle Inhaltsstoffe in Wundauflagen werden viele Anforderungen gestellt. Die Inhaltsstoffe sollten nicht toxisch sein, keine Bakterienresistenzen hervorrufen, nur minimal vom Körper aufgenommen werden und in Dosierungen wirksam sein, die körpereigene Zellen und Gewebe nicht schädigen.

Polihexanid erfüllt diese Anforderungen. Die Substanz ist seit 60 Jahren in verschiedenen Varianten sowohl im Lebensmittel- als auch Kosmetikbereich im Gebrauch. 1995 wurde Polihexanid in Form einer Lösung in Krankenhäusern zur Spülung von chirurgischen Wunden erstmals erfolgreich eingesetzt. Seitdem ist Polihexanid zur Behandlung von akuten und chronischen Wunden sowohl in Arztpraxen als auch in Krankenhäusern (alternativ im ambulanten als auch stationären Bereich) nicht mehr wegzudenken. Die Substanz wird in sterilen Wundspüllösungen, als Hydrogel oder in Wundauflagen eingesetzt.

Die Substanz ähnelt in der Natur vorkommenden Eiweißstoffen, die in der Lage sind, Bakterien, Viren und Pilze abzutöten. Durch seine chemisch- physikalischen Fähigkeiten sich an Zellwände von Erregern zu binden, wird diese geschwächt, platzt auf und der Erreger stirbt ab. Da dieser spezielle Wirkmechanismus sehr schnell funktioniert, haben die Mikroorganismen kaum Möglichkeiten, dagegen Resistenzen auszubilden. Polihexanid haftet nur an den Zellwänden der Mikroorganismen, nicht an menschlichen Zellen.

Information Icon

Polihexanid wirkt in einem breiten Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien, Pilze und Biofilme.

  • Staphylococcus aureus
  • MRSA
  • Pseudomonas aeruginosa
  • Candida albicans

Gewebeverträglichkeit

Da moderne Wundauflagen über mehrere Tage auf der Wunde verbleiben können, ist die Gewebeverträglichkeit von entscheidender Bedeutung.

Diese wird über den Biokompatibilitätsindex berechnet. Dabei werden die antimikrobiellen Eigenschaften mit der Gewebeverträglichkeit (Zytotoxizität) ins Verhältnis gesetzt. Ein Wert über 1 bedeutet, dass der Wirkstoff effektiv antimikrobiell wirkt und gut gewebeverträglich ist. Ein Wert unter 1 bedeutet, dass die schädlichen Wirkungen höher sind als die antimikrobielle Wirkung. Mit einem Wert von 1,45 verbindet Polihexanid antimikrobielle Eigenschaften mit hoher Gewebeverträglichkeit. Deshalb eignet sich die Substanz auch für die Langzeitanwendung.

Einsatz in der Praxis

Polihexanid hat sich bei der Behandlung unterschiedlichster Problemwunden bewährt:

  • Ulcus cruris venosum, arteriosum und mixtum
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Dekubitus
  • Verbrennungen zweiten Grades
  • Postoperative Wunden
  • Traumatische Wunden
  • Gewebeentnahmestellen
  • Transplantationsstellen
  • Bei sensibler Wundumgebung

Fazit

Polihexanid hat viele Vorteile

Der Expertenkonsensus von 2019 empfiehlt Polihexanid als das Mittel der Wahl zur Behandlung von chronischen Wunden.

 

  • Seit 60 Jahren gut erforscht und exzellent verträglich
  • Breites antimikrobielles Spektrum bei Problemkeimen in chronischen Wunden
  • Beste Gewebeverträglichkeit
  • Keine Resistenzen bekannt
  • Verbesserung der Heilungsrate
  • Die Bildung von gesundem Granulationsgewebe wird gefördert
  • Wundschmerzen werden gemindert
  • Gerüche, die durch bestimmte Erreger entstehen, werden reduziert
  • Langzeitanwendung ist problemlos möglich
  • Effektiv und sicher für den Patienten

Experten-News zum Thema

Video: Polihexanid bei infizierten Wunden

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Autorin Anette Skowronsky

Die Autorin

Anette Skowronsky

Anette Skowronsky ist Apothekerin, Fachbuchautorin und Qualitätsauditorin für Medizinprodukte. Als Geschäftsführerin der MedConCap GmbH ist sie verantwortlich für die Produktentwicklung von Verbandstoffen. Bei Dr. Ausbüttel ist sie seit 2009 im Rahmen der Fortbildungen der modernen Wundversorgung als Moderatorin tätig.

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