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Operationswunden

Operations (OP)-Wunden gehören in die Gruppe der iatrogenen Wunden.

Inhaltsverzeichnis

Iatrogene Wunden sind definiert als Verletzungen, hervorgerufen durch operative-, diagnostische oder therapeutische Eingriffe. Dazu gehören unter anderem Inzisionen, Punktionen, Gewebeentnahmen (Spalthaut) und Laserbehandlungen.

OP-Wunden: Schnittwunden durch ein Skalpell

OP-Wunden sind klassischerweise durch ein Skalpell zugefügte Schnittwunden. Diese Wunden heilen in der Regel primär. Das heißt, dass die Wundränder nach einer OP so positioniert werden, dass sie glatt beieinander liegen und komplikationslos unter Ausbildung einer unauffälligen Narbe heilen können. Mit einer chirurgischen Naht, Klammern oder Strips können Wundflächen schnell zusammengefügt werden. Das Ausmaß der Narbe ist von der Tiefe, Größe und anatomischen Position der Wunde abhängig. Beispielsweise ist das Gesicht gut durchblutet und die Gesichtshaut dünn. Dort verheilt eine Wunde meist besser als an Armen oder Beinen, wo die Haut dicker und durch Bewegungen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.

Behandlung von OP-Wunden

OP-Wunden werden üblicherweise primär durch Nähte oder Klammern geschlossen und mit sterilen Pflastern abgedeckt.

Die Chirurgin oder der Chirurg schließt die Wunde am Ende der OP üblicherweise primär durch Nähte, Klammern oder Strips. Bei stark sezernierenden oder blutenden Wunden wird nach dem Eingriff zusätzliche eine Wunddrainage durchgeführt, um vorrübergehend Flüssigkeit aus dem Körper zu leiten. Die Drainagen werden meist am zweiten, spätestens am vierten oder fünften postoperativen Tag wieder entfernt, um ein Infektionsrisiko zu minimieren. Kleine OP-Wunden, beispielweise nach Biopsien, können auch offen, ohne primären Wundverschluss weiterbehandelt werden.

Am Ender der OP wird eine primär verschlossene, nicht sezernierende Operationswunde mit geeigneten Wundschnellverbänden oder Kompressen für mindestens 2 bis 3 Tage steril abgedeckt. Dafür eignet sich insbesondere ein steriles Pflaster aus der DracoPor-Serie, die Draco Vlieskompresse steril oder die DracoFix Mullkompresse steril. Diese Wundauflagen schützen die Wunde vor Kontaminationen und absorbierten Wundsekret während der ersten nachoperativen Heilungsphase. Bei einer starken Durchfeuchtung, Verschmutzung oder Lageverschiebung der Auflagen, sollten diese unverzüglich ausgetauscht werden. Bis zur Entfernung von Nahtmaterial oder Klammern werden die Wundverbände ansonsten alle 2 bis 3 Tage ausgetauscht. Beim Verbandwechsel ist auf eine sterile Vorgehensweise zu achten. Unter anderem eignen sich hierfür die Non-Touch-Technik oder sterile Handschuhe. Die Kollagenfasern im Narbengewebe sind mehrere Wochen nach Wundverschluss noch aktiv und können mit Hilfe einer Narbenpflege oder Narbenmassage eine unauffällige Narbenbildung beeinflussen. Das empfindliche Narbengewebe sollte auch mit Sonnencreme vor schädlicher UV-Strahlung geschützt werden.

Operationswunden

Wann und wie werden Fäden gezogen?

Das Nahtmaterial und der Zeitpunkt des Fadenziehens bestimmen über den Erfolg oder Misserfolg einer Operation mit.

Mit einer Naht soll nach einem operativen Eingriff ein stabiler Wundverschluss erreicht werden. Das Nahtmaterial kann anhand des Fadenaufbaus in monofil und polyfil unterteilt werden. Zudem stehen resorbierbare und nichtresorbierbare Nähte zur Verfügung. Nahtmaterial kann natürlichen Ursprungs sein, beispielsweise aus Seide, oder aus synthetisch hergestellten Polymeren bestehen.

Monofile, synthetische Fäden erhält man durch ein Schmelzspinnverfahren. Der geschmolzene Kunststoff wird hierfür unter hohem Druck durch feine Spinndüsen gepresst. Vorteile von monofilen Fäden sind eine glatte, geschlossene Oberfläche, keine Kapillarität, ein weicher Durchzug durch das Gewebe und Längselastizität. Polyfiles Nahtmaterial besteht aus verflochtenen, verdrehten oder gezwirnten Monofilamentbündeln. Ihr Vorteil ist ein hervorragender Knotensitz. Aufgrund ihrer Sägewirkung und Kapillarität besteht jedoch die Gefahr einer Keimverschleppung, weshalb den monofilen Nähten üblicherweise der Vorzug gegeben wird.

Individuell auf den Patienten abgestimmt empfiehlt die Chirurgin oder der Chirurg, wann Fäden gezogen werden. Meistens handelt es sich um den postoperativen Tag 10 bis 14. In mechanisch belastenden Bereichen wie beispielweise bei Gelenken, an der Brust oder bei größeren Wunden verbleibt der Faden oftmals etwas länger. Bei Infektionsverdacht muss der Faden hingegen unverzüglich gezogen werden. Fadenabdrücke auf der Haut, das sogenannte Strickleitermuster, kann durch eine frühe Fadenentfernung vermieden werden. Jedoch sollte der Faden nicht vorzeitig gezogen werden. Die Stabilität der Wunde hat immer Vorrang vor der Optik.

Resorbierbare Fäden werden verwendet, wenn die Entfernung der Naht schwierig oder unmöglich ist. Resorbierbares Nahtmaterial besteht meist aus Polyglactin. Der Abbau dieses Materials verläuft hydrolytisch, die Fäden lösen sich in wässriger Umgebung auf. Die vollständige Resorptionszeit beträgt zwischen 42 und 70 Tagen.

Operationswunden

Welche Komplikationen können auftreten?

Häufig auftretende Komplikationen von OP-Wunden sind Nachblutungen, Wundinfekte und Entzündungen.

Infektionen und entzündete Wunden zeigen sich meist zwischen dem dritten und fünften postoperativen Tag. Symptome von eventuellen Komplikationen sind Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Überwärmung. Sport oder mechanische Belastung kann anhaltenden Druck auf die Wunde ausüben oder zu Zug an den Wundnähten führen. Dies beeinträchtigt die Wundheilung und im schlimmsten Fall klaffen die Wundränder auseinander (Dehiszenz). Dehiszenz kann auch eine Folge von Infektionen oder zu eng oder früh entfernten Nähten sein. Wundrand- und Weichteilnekrosen entstehen durch eine verminderte Durchblutung des betroffenen Hautareals. Ursächlich für das Auftreten von Nekrosen sind eine zu festen Nahttechnik, eine ungünstigen Schnittführung, iatrogene Traumatisierung, Hämatome oder Serome. Ein erhöhtes Nekroserisiko haben Patientinnen oder Patienten mit Diabetes mellitus oder Arteriosklerose.

Operationswunden

Welche Eingriffe finden unter einem erhöhten Risiko statt?

Das Risiko für das Auftreten von postoperativen Wundkomplikationen und -infektionen ist multifaktoriell.

Allgemein können Operationsformen aufgrund ihres Wundkomplikationsrisikos unterteilt werden. Hochrisikoeingriffe sind Herzklappenersatz, Aortenprothesen, Brustimplantate, Organtransplantationen oder besonders zeitintensive OPs. Mit einem mittleren Risiko sind viszeralchirurgische, orthopädische oder gefäßchirurgische OPs, größere OPs am Auge, Hals-Nasen-Ohren (HNO)- oder Mund-Kiefer-Gaumen (MKG)-Chirurgie und interventionelle OPs mit extravasal eingebrachten Implantaten (z.B. Schrittmacher) verbunden. Ein geringes Risiko haben kleinere OPs am Auge oder interventionelle OPs der Radiologie bzw. Kardiologie. Kleine OPs an Haut/Subkutis oder in der Mundhöhle sind nur minimal risikoreich. Zu den patientenspezifischen Risikofaktoren gehören bestehende Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder eine Immuninkompetenz.

Operationswunden

Wie kann eine Wundheilungsstörung von OP-Wunden vorgebeugt werden?

Durch ein gutes Hygienemanagement im OP und das Einhalten von Nachsorgemaßnahmen können postoperative Wundkomplikationen vorgebeugt werden.

Das Auftreten von Wundkomplikationen kann durch die Dauer und Art der Operationsvorbereitung, durch den Hygienestatus und der Qualität des Hygienemanagements im OP maßgeblich beeinflusst werden. Eine unpassende Operationstechnik, schlechte Schnittführung, falsches Nahtmaterial oder Nahttechnik können die Wundheilung verzögern und zu einer verstärkten Narbenbildung beitragen. So ist beispielsweise schon die Form der Nadelspitze entscheidend bei der Schonung des Weichgewebes. Wenn die Biegung der Nadel nach innen geschliffen ist, kommt es leicht zum Geweberiss. Bei nach außen scharf geschliffenen Nadeln kommt dies nicht vor.

Insgesamt ist die Dauer des stationären Aufenthaltes nach chirurgischen Eingriffen in den letzten Jahren kürzer geworden. Zudem werden Operationen immer häufiger ambulant durchgeführt. Deshalb ist es wichtig, die Patientin oder den Patienten aufzuklären, worauf er oder sie im Einzelnen nach einer OP achten muss und welche Nachsorgemaßnahmen erforderlich sind. Viele Patienten sind auf eine regelmäßige Medikamenteneinnahme angewiesen. Bei einigen Medikamenten sollte auf eine postoperative Einnahme verzichtet werden, um die Gefahr von Nachblutungen oder einer weiteren Operation zu umgehen. Dazu gehören vor allem blutgerinnungshemmende Arzneimittel wie Acetylsalicylsäure.

Durch das Einhalten von Hygieneregeln können Komplikationen wie Wundinfektion oder Wunddehiszenz vorgebeugt werden. Aseptische Wunden sind üblicherweise nach 24 Stunden geschlossen. Duschen oder Waschen mit sauberem Leitungswasser, Seife oder Duschgel ist erst nach Ablauf dieser Frist problemlos möglich. Einen zusätzlichen Schutz bieten wasserabweisende Pflaster wie DracoPor Waterproof. Die dampfdurchlässigen und wasserfesten Wundauflagen schützen die Wundnaht vor Nässe. Auf Vollbäder, Schwimmen und Saunagänge sollte bis zur Entfernung des Nahtmaterials verzichtet werden. Auch schwere körperliche Anstrengung sollte zunächst vermieden werden. Der Zeitpunkt, ab wann sportliche Aktivitäten aufgenommen werden können, ist individuell und sollte von der Ärztin oder dem Arzt festgelegt werden.

FAQ

Nach Erstversorgung der Wunde durch den Arzt muss der Betroffene die Wunde auch zu Hause durch einen hygienischen Verbandwechsel versorgen und somit schützen.

Ein neuer Verband ist in der Regel immer dann notwendig, wenn die Saugfähigkeit des alten Verbandes erschöpft ist. Bei unkomplizierten Wundverschlüssen wird der erste Verbandwechsel nach ca. 24 bis 48 Stunden empfohlen. Diese anfängliche Wundruhe sollte man der Wunde ermöglichen. Ein früherer Verbandwechsel ist normalerweise nicht nötig.

Bevor man mit einem Verbandwechsel beginnt, sollte ein gründliches Händewaschen im Vordergrund stehen. Ein Händedesinfektionsmittel, sterile Handschuhe und die NON-Touch-Technik sind von Vorteil, um einer Infektion vorzubeugen. TIPP! Sollte kein Händedesinfektionsmittel und keine sterilen Handschuhe zur Verfügung stehen, ist ein direkter Kontakt von Fingern und Wunde zu vermeiden! Zusätzlich sollte ein intensives Waschen der Hände vorab erfolgen. Richten Sie sich einen möglichst sauberen Platz ein, an dem Sie bequem den Verbandwechsel durchführen können und ausreichend Licht haben.

Der alte Verband wird als erstes vorsichtig entfernt. Zu vermeiden ist ein schnelles Abziehen von Klebeprodukten, vor allem bei sehr empfindlicher oder dünner Haut. Klebt der Verband zu stark auf der Umgebungshaut kann er mit Hilfe eines Pflasterlösers entfernt werden. Nach einer kurzen Einwirkzeit läßt sich der Kleber dann sanft lösen. Ist der Verband mit der Wunde verklebt, kann z.B. eine sterile 0,9%-Kochsalzlösung zum Tränken des Verbands genutzt werden. Ist der Verband aufgeweicht, lässt er sich leicht von der Haut bzw. Wunde lösen.

Nach Entfernung des alten Verbandes kann die Wunde sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Die Reinigung kann mit einer sterilen DracoFix Mullkompresse oder Draco VliesKompresse recht sanft erfolgen. Das neu gebildete Gewebe ist noch empfindlich und sollte nicht durch unsachgemäßes Rubbeln oder Reiben in seiner weiteren Wundheilung gestört werden.

Welches Verbandmaterial gewählt wird, hängt vor allem von der Menge des Wundsekrets ab. Dazu biete DRACO® eine große Vielfalt von hautfreundlichen Produkten an, wie z.B. DracoPor. Je nach Auswahl wird nun ein ausreichend großes Pflaster auf die Wunde geklebt. Die Kleberänder eines Pflasters sollten nicht mit der Wunde und/oder dem Nahtmaterial in Berührung kommen. Bei geplanten Duschvorgängen sollten wasserfeste Produkte, wie DracoPor waterproof, verwandt werden, um die Wunde vor Duschwasser, Seife und Aufweichung zu schützen. Ist ein Pflaster nach dem Duschen feucht geworden, sollte es unbedingt gegen ein neues Pflaster ausgetauscht werden! TIPP! Bei verunreinigtem Wasser und insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Immunsystemschwäche ist Vorsicht geboten! Liegt eine postoperative, ungestörte Wundheilung ohne Austritt von Wundsekret vor, ist es möglich, den Duschvorgang auch ohne Pflaster vorzunehmen. Dieser sollte allerdings möglichst kurz ausfallen, um ein Aufweichen des Granulationsgewebes nicht zu fördern. Danach wird die Wunde gut getrocknet und bei Bedarf noch mit einem Pflaster, z.B. DracoPlast soft Pflaster-Strips oder DracoPlast classic versorgt.

Ein genaues Beobachten des Heilungsverlaufes durch die Betroffene bzw. den Betroffenen oder durch deren Angehörige ist sinnvoll.

Quelle:

  • S1-Leitlinie des Arbeitskreises „Krankenhaus- und Praxishygiene“ der AWMF: „Strategien zur Prävention von postoperativen Wundinfektionen“. Stand: 2014.

Die Heilungsdauer von OP-Wunden ist immer davon abhängig, an welcher Stelle des Körpers der Schnitt gemacht wurde. Je nachdem, wo sich die OP-Wunde befindet, verändert sich auch die Wundheilungsdauer. An den Stellen des Körpers, die viel bewegt werden, kann sich die Wundheilung deutlich verzögern. Beim Bauchschnitt z.B. dauert die komplette Wundheilung 4 bis 6 Wochen.

Zudem gibt es noch weitere Einflussfaktoren,  wie beispielsweise:

  • Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten
  • Andere einflussnehmende Erkrankungen
  • Alter der Patientin/des Patienten
  • Einnahme von Medikamenten
  • Versorgung der Wunde im Alltag
  • Größe des Schnitts/der Wunde

 

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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