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Grundlagen

Haut: Grundlagen und Funktion

Die Haut eines Erwachsenen umfasst 1,5 bis 2 m² mit einem Gewicht von etwa 3 kg, wenn man das Fettgewebe abzieht. Damit ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers und gleichzeitig das Grenzorgan zur Umwelt.

Inhaltsverzeichnis

Die Haut schützt den Körper vor chemischen, thermischen und mechanischen Einflüssen, ebenso wie vor unterschiedlichen Krankheitserregern.

Warum altert die Haut?

Die Hautoberfläche ist von einem Säureschutzmantel (Hydrolipidfilm) umgeben. Dieser entsteht durch die Produktion und Sekretion von Schweiß und Talg durch die Hautdrüsen sowie die Einlagerung von Hornzellen. Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt der durchschnittliche pH-Wert des Säureschutzmantels im leicht sauren Bereich bei 5,5. Viele Mikroorganismen können sich in einer Umgebung mit einem niedrigen pH-Wert nicht vermehren. Dadurch kann die Haut Krankheitserreger wie Bakterien und andere Mikroorganismen effektiv abwehren. Außerdem schützt der Hydrolipidfilm die Haut vor dem Austrocknen und macht sie „wasserdicht“.

Die Haut schützt den Körper vor gefährlicher UV-Strahlung, indem sie das Sonnenlicht absorbiert und bräunt. Durch das Unterhautfettgewebe schützt die Haut darunter liegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen oder Knochen vor mechanischen Einwirkungen von außen und verhindert einen Verlust der Körperwärme. Neben der Schutzfunktion übernimmt die Haut die Reizwahrnehmung. Sie enthält als Sinnesorgan Thermo-, Mechano- und Schmerzrezeptoren für die Empfindung von Wärme, Kälte, Berührungs- und Druckreizen sowie Schmerz. Durch Schweiß- und Talgdrüsen reguliert die Haut den Wasser- und Elektrolythaushalt und erhält damit die körpereigene Homöostase aufrecht.

Bereits mit Mitte 20 beginnt die Haut zu altern. Während des Alterungsprozesses verringert sich die Schweiß- und Talgdrüsensekretion sowie die Produktion körpereigener Feuchthaltefaktoren. Dadurch wird die Haut zunehmend trockener und verliert an Spannkraft, was am Auftreten von Falten sichtbar wird. Im fortgeschrittenen Alter wird die Haut allmählich dünner und kann als Folge zu sogenannter Pergamenthaut werden. Pergamenthaut ist weniger elastisch als „normale“ Haut und die Adern darunter sind durch das fehlende Unterhautfettgewebe deutlich sichtbar. Hände, Unterarme und Schienbeine sind Körperregionen, an denen die Haut ohnehin eher dünn ist. Sie sind daher auch am häufigsten von Pergamenthaut betroffen.

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Patientenbroschüre Alters- und Pergamenthaut

Kennzeichen und Ursachen von Pergamenthaut, Wundversorgung

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Pergamenthaut muss nicht zwingend durch den Alterungsprozess entstehen. Sie kann auch bereits bei jüngeren Menschen auftreten und durch diverse medizinische Behandlungen, Medikamente oder Erkrankungen entstanden sein. Dadurch, dass Pergamenthaut sehr empfindlich ist und schnell reißt, sollte die Wundversorgung entsprechend vorsichtig und mit geeignetem Verbandmaterial erfolgen (siehe Video zum schmerzfreien Verbandswechsel bei Pergamenthaut).

Optimale Hautpflege beginnt mit gesunder und ausgewogener Ernährung und kann die Hautalterung zwar nicht aufhalten, die Haut aber bis ins hohe Alter strapazierfähig und vital erhalten. Die Haut zeigt Mangelerscheinungen beispielsweise durch Trockenheit, Rötungen, juckende, schuppige oder offene Stellen. Insbesondere die Zufuhr von Vitamin A, Vitamin B2 und Vitamin C sowie Spurenelementen, wie Silizium, Zink oder Selen stärkt die Haut. Außerdem sollte man für eine gesunde Haut ausreichend Wasser trinken, auf Alkohol sowie Nikotin verzichten und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.

Die Haut besteht aus drei Schichten, nämlich der Epidermis (Oberhaut), der Dermis (Corium, Lederhaut) und der Subcutis (Unterhaut). Die Epidermis stellt die äußerste Hautschicht dar und ist damit den Umwelteinflüssen direkt ausgesetzt. Sie besteht zu etwa 90 % aus Keratinozyten, die auch die äußerste Hornschicht bilden. Die Epidermis besteht insgesamt aus fünf verschiedenen Schichten (von außen nach innen):

  • Stratum corneum (Hornzellschicht)
  • Stratum lucidum (Glanzschicht)
  • Stratum granulosum (Körnerzellschicht)
  • Stratum spinosum (Stachelzellschicht)
  • Stratum basale (Basalzellschicht)

In der Basalzellschicht finden ständig Zellteilungen statt, damit sich die Epidermis permanent erneuern kann. Die Verhornung (Orthokeratose) der Haut ist ein wichtiger und physiologischer Prozess, bei dem die Keratinozyten aus der untersten Basalzellschicht der Epidermis innerhalb weniger Wochen bis in die oberste Hornzellschicht wandern. Auf ihrem Weg dorthin reichern die lebenden Keratinozyten zunehmend Keratin ein und verlieren Zellkern sowie andere Zellorganellen, bis sie als tote Hornzellen (Korneozyten) in der Hornzellschicht eingebettet sind und letztendlich als kleine Hautschüppchen abgestoßen werden.

Die Dermis ist die mittlere Hautschicht, in der sich zahlreiche Blut- und Lymphgefäße befinden. Außerdem enthält die Dermis die meisten Sinneszellen aller Hautschichten.

In der Subcutis liegt neben Blutgefäßen, Bindegewebssträngen und Nerven besonders das Fettgewebe, das je nach Körperregion und Ernährungszustand unterschiedlich stark ausgebildet sein kann. Sie ist die unterste der Hautschichten.

Haut wird in zwei Arten unterschieden. Über 90 % der Körperoberfläche ist mit der sogenannten Felderhaut bedeckt. Diese Hautart enthält Hautanhangsgebilde, wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen. Die Handinnenflächen, Finger und Fußsohlen sind mit Leistenhaut bedeckt, die keine Hautanhangsgebilde enthält. Die Epidermis der Leistenhaut weist charakteristische Furchungen auf, die bei jedem Menschen einzigartig sind und das ganze Leben lang unverändert bleiben. Das ermöglicht beispielsweise die Identifikation von Menschen durch ihre Fingerabdrücke.

Was ist eine Wunde und was passiert mit der Haut, wenn ihr Verletzungen zugefügt werden?

Unter einer Wunde ist eine Gewebsdurchtrennung oder Schädigung der Haut, Schleimhaut oder Organen zu verstehen. Insbesondere Wunden in der Haut entstehen meist durch zufällige Verletzungen an spitzen Gegenständen, durch hohe und schnelle Krafteinwirkung, durch starke Hitze- oder Kälteeinwirkung oder sind durch Verätzungen verursacht. Wunden können aber auch gezielte Operationswunden sein oder krankheitsbedingt entstehen. Je nach Tiefe der Wunde sind unterschiedliche Hautschichten beschädigt. Generell gilt, je oberflächlicher die Wunde ist, desto weniger blutet sie und desto schneller heilt sie auch.

Ist lediglich die Epidermis geschädigt, spricht man von einer Erosion. Weil die Dermis, die die Blutgefäße enthält, unverletzt bleibt, bluten Erosionen nicht und heilen ohne Narbenbildung aus. Erosionen kommen zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen vor oder entstehen, wenn Blasen aufplatzen.

Im Gegensatz zur Erosion ist bei einer Abschürfung (Exkoriation) nicht nur die Epidermis, sondern auch die Dermis verletzt. Hinzu kommt, dass bei einer Exkoriation die Haut meist großflächiger geschädigt ist. Durch die Verletzung der Dermis werden kleine, oberflächliche Blutgefäße geöffnet, was zu leichten Blutungen und meist Narbenbildung führt. Eine Exkoriation entsteht beispielsweise durch intensives Kratzen bei Juckreiz auf der Haut oder wenn die Haut bei einem Sturz starker, schneller Reibung ausgesetzt ist.

Ein Ulkus ist eine Schädigung der Haut bis in die Dermis hinein oder noch tiefer. In ihrer Größe und ihrem Aussehen (Morphologie) können sich Ulzera stark unterscheiden. Ulzera entstehen als Folge von mangelnder Durchblutung aufgrund von Infektionen, Immunreaktionen oder Gefäßkrankheiten. Deshalb heilt ein Ulkus im Allgemeinen eher langsam und schlecht, insbesondere solange die Grunderkrankung unbehandelt bleibt.

Wie versucht die Haut Wunden zu verschließen?

Die Haut versucht Wunden bereits kurz nach der Entstehung durch den dreiphasigen Wundheilungsprozess wieder zu verschließen:

  • In der Exsudationsphase treten zunächst Blut- und Lymphflüssigkeit aus den verletzten Gefäßen aus, was wiederum Verschmutzungen und Keime aus dem beschädigten Gewebe spült. Durch Blutgerinnung und die Einlagerung des Proteins Fibrin verschließt die Haut eine Wunde schnell wieder und stoppt auf diese Weise die Blutung.
  • Bereits 24 Stunden nach Entstehung der Wunde beginnt die Granulationsphase, in der Immunzellen (Makrophagen), Endothelzellen und fibrinbildende Fibroblasten in die Wundränder einwandern. Die Makrophagen phagozytieren abgestorbene Hautzellen sowie Keime, während die Endothelzellen neue Blutgefäße bilden. 
  • In der Epithelisierungsphase schließt sich die Wunde vom Wundrand ausgehend nach innen. Das geschieht zum einen durch die Bildung und Vernetzung von Kollagenfasern und zum anderen durch einwandernde Epithelzellen, die die Wundoberfläche verschließen.

Manche Stellen in der Fachliteratur nennen vier Phasen der Wundheilung. Die Granulations- und Epithelisierungsphase wird dann etwas kleinteiliger in Resorptions-, Proliferations- sowie Reparationsphase unterschieden.

Oberflächliche Wunden können ohne Narbenbildung abheilen, da die Epidermis als einzige der drei Hautschichten zu einer vollständigen Regeneration in der Lage ist. Die darunter liegenden Hautschichten können sich selbst nicht regenerieren und werden durch Granulationsgewebe ersetzt. Es entsteht eine Narbe (für mehr Informationen siehe Grundlagen Narben).

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Autorin Dr. Roxane Lorenz

Die Autorin

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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