Exsudationsphase

Exsudationsphase

Die Exsudationsphase, auch Entzündungs- oder Reinigungsphase genannt, ist die erste Phase der drei Wundheilungsphasen. Sie leitet den Heilungsprozess ein und stoppt die Blutung.

Die Exsudationsphase beginnt unmittelbar nach der Verletzung und ist nach bis zu 96 Stunden abgeschlossen. In diesem Zeitraum wird zunächst die Blutstillung initiiert, dann folgt die eigentliche Reinigungsphase.

Blutstillung

Zu Beginn der Wundheilung bewirken zelleigene Substanzen eine Engstellung der geschädigten Gefäße.

Dadurch kommt die Blutung zum Erliegen und der Blutverlust vermindert sich. Anschließend setzt die Kaskade der Blutgerinnung ein. Die Blutgerinnung ist ein hochkomplexer Vorgang, der in mehreren Phasen verläuft und an dem verschiedene Gerinnungsfaktoren beteiligt sind. In Folge der Blutgerinnung bildet sich ein Fibrinnetz aus, das sich wie über die Wunde legt. Zusammen mit den Blutplättchen und Blutzellen bildet das Fibrinnetz den Wundschorf.

Wundreinigung

In der Exsudationsphase erhöht sich die Durchlässigkeit der Gefäße und dementsprechend nimmt auch das Exsudataufkommen zu.

Mit dem Wundexsudat schwemmen Zelltrümmer, Fremdkörper und Bakterien aus der Wunde. Bestimmte Immunzellen, die sogenannten Makrophagen, dringen in die Wunde ein und beginnen mit dem Abbau von Bakterien, abgestorbenen Gewebeteilen und anderen Fremdkörpern durch Phagozytose.

Exsudationsphase am Unterschenkel
Wunde in der Exsudationsphase

Wundversorgung

Die Exsudationsphase geht mit einer hohen Menge an austretender Flüssigkeit mit Zelltrümmern und Bakterien einher.

Deshalb ist in dieser Wundheilungsphase eine starke Saugkapazität der Wundauflage gefragt. Eine ideale Auflage verhindert die Mazeration von Wundrand und Wundumgebung, trocknet die Wunde aber gleichzeitig nicht aus.

Bei frischen, infizierten oder stark exsudierenden Wunden sollten die Auflagen täglich gewechselt werden. Im weiteren Wundheilungsverlauf können AlginateSchaumstoffeHydrofaserverbände und Wunddistanzgitter zwei bis drei Tage auf der Wunde belassen werden. Die maximale Tragezeit beträgt meist 7 Tage. Kompressen sollten täglich gewechselt werden, um das idealfeuchte Wundmilieu aufrecht zu erhalten.

Die Autorin Dr. Roxane Lorenz
Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.