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MFA und Patient

Fibrinbelag

Glossar

Fibrin und Fibrinbelag

Fibrinbeläge verhindern das Zellwachstum und behindern somit den Abheilungsprozess. 

Durch begleitende Entzündungsreaktionen kommt es insbesondere auf chronischen Wunden oft zu übermäßiger Fibrinbildung, die entfernt werden muss. Diese Beläge weisen meist keinen Geruch auf, die Beschaffenheit von Fibrin variiert von weich bis zäh, die Färbung erscheint hellgelb bis leicht bräunlich. Das sogenannte Infektfibrin bildet einen schmierigen, hell- bis dunkelgelben und teilweise übelriechenden Belag. Fibrinbelag kann eine beachtliche Dicke erreichen.

Fibrin ist ein wasserunlösliches Eiweiß. Der Fibrinbelag entsteht durch das Zusammenballen der Blutplättchen und dient der Blutstillung. Die Blutplättchen bilden ein Netz, welches mit Fibrin aufgefüllt wird. Die Fibrinausschüttung ist ein natürlicher und notwendiger Vorgang.

Fibrinbelag fungiert zunächst als natürlicher Wundverschluss und ist ein “Baugerüst“ für die beginnende Granulation der Wunde. Zu Beginn der Wundheilung ist die Bildung von Fibrin sinnvoll, da es die Wunde vor Wärmeverlust und mechanischen Reizen schützt.

Da Fibrin wasserunlöslich ist, lässt es sich weder durch Leitungswasser noch durch wässrige Lösungen, wie physiologische Kochsalz- oder Ringerlösung, wegspülen.

Wunde mit Fibrinbelag
Wunde mit Fibrinbelag, rechter Unterschenkel, behandelt mit DracoFoam
Abgeheilte Wunde
Abgeheilte Wunde (nach 7 Tagen)

Die feste Anhaftung von Fibrin kann ein Zeichen für eine unzureichende Wundversorgung sein. Trocknet das Fibrinnetz aus, z. B. durch Auflage einer trockenen Kompresse, bilden sich langsam festere und größere Fibrinstrukturen, die zu einem weichen bis zähflüssigen oder festanhaftenden Belag wachsen können. Die Farbe variiert von hellgelb bis leicht bräunlich. Trocknet die Wunde weiterhin aus und wird nicht gründlich gereinigt, kann der Belag mehrere Millimeter dick werden.

Die vermehrte Fibrinbildung ist in allen chronischen Wunden unabhängig von deren Lokalisation möglich. Um zu beurteilen, ob die Fibrinbeläge entfernt werden müssen, ist ein gründlicher Blick auf den Wundgrund notwendig. Scheint das Granulationsgewebe durch den Fibrinbelag durch oder beschränkt sich das Fibrin auf nadelkopfgroße Flecken, ist die Entfernung nicht notwendig. Trifft eine der beiden Voraussetzungen nicht zu, ist das Fibrin zu entfernen. Die Wunde wird selbstverständlich trotzdem bei jedem Verbandwechsel gründlich gereinigt.

Infektfibrin

Von dem bisher beschriebenen Fibrinbelag ist das sogenannte Infektfibrin zu unterscheiden. Durch permanente, nicht sichtbare Mikroentzündungen im betroffenen Gewebe bildet sich ein schmieriger, hell- bis dunkelgelber, teilweise übelriechender Belag. Dieser Vorgang kann schnell und überraschend einsetzen, z. B. durch die Verschlechterung der lokalen Durchblutung oder eine Lymphabflussstörung.

Dieser Belag kann sich bei der Abdeckung mit einer trockenen Auflage mit dem dickflüssigen Wundexsudat zu einer festen Auflagerung verbinden. Diese muss so schnell wie möglich entfernt werden. Mögliche Verfahren zur Wundreinigung sind Auswischen, Ausspülen, chirurgisches Debridement oder Reinigung mit Wasserstrahl, Ultraschall-Assistierte Wundreinigung (UAW). Zusätzlich sollte die Mikrozirkulation (arterielle Zufuhr) überprüft werden, um Mikroentzündung zu stoppen. Infektfibrin ist grundsätzlich immer zu entfernen.

Wunde mit Fibrinbelag
Wunde mit Fibrinbelag, rechte Achillessehne, behandelt mit DracoFoam haft 10x10

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Autorin Anette Skowronsky

Die Autoren

Anette Skowronsky

Anette Skowronsky ist Apothekerin, Fachbuchautorin und Qualitätsauditorin für Medizinprodukte. Als Geschäftsführerin der MedConCap GmbH ist sie verantwortlich für die Produktentwicklung von Verbandstoffen. Bei Dr. Ausbüttel ist sie seit 2009 im Rahmen der Fortbildungen der modernen Wundversorgung als Moderatorin tätig.

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