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Glossar

Fibrin und Fibrinbelag

Inhaltsverzeichnis

Glossar

Vermehrter Fibrinbelag verhindert das Zellwachstum und behindert somit den Abheilungsprozess. Er bildet sich insbesondere auf chronischen Wunden.

Während die Bildung von Fibrin ein wichtiger Prozess für den ersten Wundverschluss ist, verhindern lange bestehende, dicke Fibrinbeläge das Zellwachstum und behindern somit den Abheilungsprozess. Durch begleitende Entzündungsreaktionen kommt es insbesondere auf chronischen Wunden oft zu übermäßiger Fibrinbildung, die entfernt werden muss. Diese Beläge weisen meist keinen Geruch auf, die Beschaffenheit von Fibrin variiert von weich bis zäh, die Färbung erscheint hellgelb bis leicht bräunlich. Das sogenannte Infektfibrin bildet einen schmierigen, hell- bis dunkelgelben und teilweise übelriechenden Belag. Fibrinbelag kann eine beachtliche Dicke erreichen.

Fibrin

Entstehung und Funktion

Fibrin ist ein wasserunlösliches Eiweiß. Der Fibrinbelag entsteht durch das Zusammenballen der Blutplättchen und dient der Blutstillung. Die Blutplättchen bilden ein Netz, welches mit Fibrin aufgefüllt wird. Die Fibrinausschüttung ist ein natürlicher und notwendiger Vorgang.

Die Bildung von Fibrin ist die letzte Reaktion einer ganzen Reihe von Vorgängen bei der Blutgerinnung. Benötigt werden Gerinnungsfaktoren aus dem Blutplasma für die Fibrinbildung aus der Vorstufe Fibrinogen. Die Fibrinbildung startet bereits mit der Aktivierung der Blutgerinnung. Durch den Verfall von Zellen oder Kontakt des Blutes mit fremden Oberflächen wird entweder das extrinsische oder das intrinsische System aktiviert. Beide Systeme stoßen die Bildung von Thrombin aus Prothrombin an. Thrombin ist wesentlich für die Bildung von Fibrin, indem es Eiweiße vom Fibrinogen abspaltet und so zu Fibrinmonomeren umwandelt, die sich zum Fibrinnetz vermaschen können.

Der erste Gefäßwundverschluss wird durch eine Verengung (Vasokonstriktion) betroffener Gefäße und eine Zusammenballung der Blutplättchen (Thrombozyten) erreicht. Nach dieser spontanen Blutstillung beginnen sich die Gefäße wieder zu weiten (Vasodilatation), damit das Wundgebiet durch einen erhöhten Blutfluss optimal versorgt werden kann. An dieser Stelle nimmt das Fibrin eine außerordentlich wichtige Rolle ein: Die Fibrinfäden umspannen die aggregierten Thrombozyten und erhöhen dadurch die Festigkeit, damit das Netz nicht durch den steigenden Blutdruck weggespült werden kann.

Fibrinbelag fungiert zunächst als natürlicher stabiler Wundverschluss und ist ein “Baugerüst“ für die beginnende Granulation der Wunde. Zu Beginn der Wundheilung ist die Bildung von Fibrin sinnvoll, da es die Wunde vor Wärmeverlust und mechanischen Reizen schützt. Da Fibrin wasserunlöslich ist, lässt es sich weder durch Leitungswasser noch durch wässrige Lösungen, wie physiologische Kochsalz- oder Ringerlösung, wegspülen.

Fibrin

Wann muss Fibrin entfernt werden?

Die vermehrte Fibrinbildung ist in allen chronischen Wunden unabhängig von deren Lokalisation möglich. Um zu beurteilen, ob die Fibrinbeläge entfernt werden müssen, ist ein gründlicher Blick auf den Wundgrund notwendig.

Scheint das Granulationsgewebe durch den Fibrinbelag durch oder beschränkt sich das Fibrin auf nadelkopfgroße Flecken, ist die Entfernung nicht notwendig. Trifft eine der beiden Voraussetzungen nicht zu, ist das Fibrin zu entfernen. Die Wunde wird selbstverständlich trotzdem bei jedem Verbandwechsel gründlich gereinigt.

Die feste Anhaftung von Fibrin kann ein Zeichen für eine unzureichende Wundversorgung sein. Trocknet das Fibrinnetz aus, z.B. durch Auflage einer trockenen Kompresse, bilden sich langsam festere und größere Fibrinstrukturen, die zu einem weichen bis zähflüssigen oder festanhaftenden Belag wachsen können. Die Farbe variiert von hellgelb bis leicht bräunlich. Trocknet die Wunde weiterhin aus und wird nicht gründlich gereinigt, kann der Belag mehrere Millimeter dick werden.

Infektfibrin

Durch permanente, nicht sichtbare Mikroentzündungen im betroffenen Gewebe bildet sich ein schmieriger, hell- bis dunkelgelber, teilweise übelriechender Belag. Infektfibrin ist grundsätzlich immer zu entfernen.

Das sogenannte Infektfibrin ist von dem oben beschriebenen Fibrinbelag zu unterscheiden. Aus einem Fibrinbelag kann schnell und überraschend Infektfibrin entstehen, z.B. durch die Verschlechterung der lokalen Durchblutung oder eine Lymphabflussstörung.

Infektfibrin kann sich bei der Abdeckung mit einer trockenen Auflage mit dem dickflüssigen Wundexsudat zu einer festen Auflagerung verbinden. Diese muss so schnell wie möglich entfernt werden.

Fibrinbelag

Behandlung und Entfernung von Fibrinbelägen

Fibrinbelag muss immer mechanisch entfernt werden. Mögliche Verfahren zur Wundreinigung sind Auswischen, Ausspülen, chirurgisches Debridement oder Reinigung mit Wasserstrahl sowie Ultraschall-Assistierte Wundreinigung (UAW). Bei Infektfibrin sollte zusätzlich die Mikrozirkulation (arterielle Zufuhr) überprüft werden, um die Mikroentzündung zu stoppen.

Bei dünneren Fibrinbelägen kann bereits ein autolytisches Debridement ausreichen. Dabei wird der Fibrinbelag durch körpereigene Enzyme aufgelöst. Eine mechanische Entfernung ist recht gut möglich, wenn der Fibrinbelag feucht ist. Getrocknete Fibrinbeläge hingegen sind nur sehr schwer zu entfernen. Wenn die trockenen Fibrinbeläge auch noch eine gewisse Dicke erreicht haben, muss ein chirurgisches Debridement erfolgen.

Eine moderne idealfeuchte Wundversorgung unterstützt den gesamten Debridement-Prozess. Weiterhin kann rehydrierendes Hydrogel das Debridement unterstützen. Die Wahl der passenden Wundauflagen und -füllstoffe hängt von der Sekretbildung ab. Bei zu hoher Sekretbildung kann kurzfristig auch eine offene feuchte Wundbehandlung indiziert sein. Calciumalginate oder Hydrofasern wie DracoAlgin und DracoHydrofaser stabilisieren als Wundfüllstoff das idealfeuchte Wundmilieu. Gleichzeitig können die Materialen Zell- und Gewebereste aufnehmen. Das feuchtwarme Wundmilieu sollte mindestens 24 Stunden geschlossen unter dem Verband erhalten werden können.

Draco® Produkte

Geeignete Wundauflagen für Wunden mit Fibrinbelag

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Fibrin

Wie baut der Körper Fibrin ab?

Bei einer physiologisch ablaufenden Wundheilung wird das Fibrin nach abgeschlossener Wundheilung komplett wieder abgebaut. Außerdem wird die Fibrinschicht bei einem guten Versorgungsstatus der Wunde weder übermäßig dick noch trocknet sie aus.

Das Auflösen von Fibrin wird als Fibrinolyse bezeichnet. An Stellen, wo Fibrin nicht länger benötigt wird, findet der Fibrinabbau durch das fibrinolytische System statt. Das fibrinolytische System wird durch körpereigene Aktivatoren zur Umwandlung von Plasminogen in aktives Plasmin angeregt. Plasmin ist ein Enzym, das die Fibrinfäden spaltet, damit diese dann endgültig abgebaut werden können.

Sowohl die Blutgerinnung mit der Bildung von Fibrin als auch die Fibrinolyse sind regulierte Prozesse, die ein abgestimmtes Zusammenspiel des ganzen Organismus erfordern. Dazu gehören

  • ein guter Durchblutungs- und damit Versorgungszustand der Wunde. Sobald der Fibrinbelag austrocknet, kann das Enzym Plasmin die Fibrinfäden nicht mehr spalten. Außerdem können bei schlechter Durchblutung wichtige Faktoren für die Wundheilung nicht mehr ausreichend zwischen dem Wundgebiet und dem restlichen Organismus ausgetauscht werden.
  • gesunde Organfunktionen. Organe wie die Leber und Niere produzieren wichtige Aktivatoren für die Fibrinolyse.

Somit beeinflusst eine gesunde und bewusste Lebensweise mit ausreichender Bewegung und ausgewogener Ernährung nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch die Wundheilung positiv. Vor allem bei chronischen Wunden liegt meist eine Grunderkrankung vor, die zur Verzögerung der Wundheilung und zur Bildung von Fibrinbelägen führt. Die Behandlung der Grunderkrankung und die Aufrechterhaltung der Durchblutung des Wundgebietes sind wesentliche Faktoren für Wundheilung und Fibrinolyse.

 

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Autorin Anette Skowronsky

Die Autoren

Anette Skowronsky

Anette Skowronsky ist Apothekerin, Fachbuchautorin und Qualitätsauditorin für Medizinprodukte. Als Geschäftsführerin der MedConCap GmbH ist sie verantwortlich für die Produktentwicklung von Verbandstoffen. Bei Dr. Ausbüttel ist sie seit 2009 im Rahmen der Fortbildungen der modernen Wundversorgung als Moderatorin tätig.

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