Glossar

Gangrän

Gangrän oder Gewebsnekrose bezeichnet das Absterben von Gewebe durch eine länger andauernde Durchblutungsstörung.

Inhaltsverzeichnis

Unterschieden wird zwischen den drei Formen der trockenen Gangrän, der feuchten Gangrän sowie der Gasgangrän. Gangräne können in allen Körperregionen auftauchen, häufig bilden sie sich an den unteren Extremitäten. 

Definition

Was ist eine Gangrän?

Eine Gangrän bezeichnet man auch als Gewebsnekrose.

Es handelt sich dabei um das Absterben von Gewebe durch eine länger andauernde Durchblutungsstörung. Besonders häufig kommt dies an den unteren Extremitäten vor, z. B. bei diabetischer Mikroangiopathie oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

Entstehen können Gangräne aber auch durch Erfrierungen und auftretenden Vaskulitiden (Gefäßentzündungen), die in betroffenen Gewebeabschnitten eine Unterbrechung der Durchblutung aufzeigen. Generell können Gangräne in allen Körperregionen auftreten, wenn die Durchblutung unterbrochen ist.

Eine Gangrän ist meistens mit Bakterien besiedelt. Daraus entstehen Infektionen, die eine Beschleunigung des Absterbens von Gewebe zur Folge haben. Verfärbungen, Rötungen, bläulich-livid verfärbte Areale, faulige Gerüche und Schmerzen sind die Regel.

Gangrän

Welche Formen gibt es?

Eine Gangrän unterscheidet man in drei Formen:

  • Trockene Gangrän: Hierbei kommt es zu einem Wasserverlust, sodass das Gewebe schrumpft. Die Folge ist ein lederartiges Aussehen, man spricht auch von einer Mumifizierung (Eintrocknung) des Gewebes.
  • Feuchte Gangrän: Diese ist in der Regel mit Bakterien besiedelt. Infektionen entstehen und fördern das Absterben des Zellgewebes. Das Gewebe sieht feucht aus und weist eine feine Konsistenz auf. Unter Umständen können Bakterien in den Blutstrom gelangen, dann kann es zu einer septischen Blutvergiftung kommen.
  • Gasgangrän: Hier bilden sich Blasen unter der Haut. Die Blasen entstehen durch die bereits im Gewebe befindlichen Bakterien – sog. gasbildende Clostridien. Platzt die Blase, löst sich das infizierte Gewebe schnell ab, dadurch vergrößert sich die Wundoberfläche.
Trockenes Gangrän an den Zehen
Trockenes Gangrän an den Zehen
Feuchtes Gangrän an der Ferse
Feuchtes Gangrän an der Ferse

Behandlung und Therapie

Wie wird eine Gangrän behandelt?

Gangrän

Weiterführende Artikel

Ausführliche Informationen zu Nekrosen im Allgemeinen finden Sie im Artikel: Nekrose – Wundversorgung nekrotischer Wunden.

Der erste Schritt zur Behandlung einer Gangrän sollte die Wiederherstellung der Durchblutung sein. Erst dann kann eine Wundbehandlung erfolgen. Zudem sollten Ursachen, wie Rauchen oder ein zu hoher Blutzucker, therapiert werden.

Eine trockene Gangrän wird grundsätzlich auch trocken behandelt. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass kein feuchtes Klima und somit auch keine Bakterienbesiedelung entstehen können.

Eine feuchte Gangrän sollte umgehend von einem Arzt behandelt werden, indem er das abgestorbene Gewebe zum Beispiel durch ein mechanisches oder chirurgisches Débridement abträgt. Eine antibiotische Therapie ist meist unumgänglich. Die Wundbehandlung erfolgt antiseptisch.

Bei betroffenen Extremitäten, egal ob bei trockener oder feuchter Gangrän, ist die Ruhigstellung des Areals das Nonplusultra. Auf adäquates Schuhwerk ist ebenfalls zu achten. Eine Fuß- und Nagelpflege sollte geschultes Fachpersonal vorgenommen werden.

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Die Autorin

Regina Freitag

Regina Freitag ist Pharmazeutisch Technische Assistentin (PTA), Praxis- und Wundmanagerin sowie Wundexpertin ICW. Seit 2016 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig und betreut Fortbildungen im Bereich der modernen Wundversorgung.

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