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Glykopeptid- oder Vancomycin-resistente Enterokokken (GRE/VRE)

Enterokokken sind gram-positive Bakterien, die zur normalen Darmflora des Menschen zählen. Generell sind sie nur schwach virulent, gehören aber zu den klinisch bedeutsamen Krankheitserregern. Sie zeigen eine hohes Temperaturspektrum (10-45°C), sind unempfindlich gegen Gallensalze, hohen pH-Werten (bis zu 9,6) und NaCl-Konzentrationen. Auch thermische Behandlungen von 30 min bei 60°C überstehen sie unbeschadet. Die klinische Relevanz entsteht durch die zahlreichen natürlichen Antiinfektiva-Resistenzen und zusätzliche erworbene Resistenzen. Besonders bei immunsupprimierten Patienten können sie Wund- und Harnwegsinfektionen bis hin zu schweren Bakteriämien und Endokarditiden hervorrufen. Enterococcus faeclis und E. faecium sind mit 70-90% bzw. 5-30% für die Mehrzahl der Infektionen verantwortlich. Die Antibiotikaresistenzen werden dadurch begünstigt, dass orale Antibiotika wie Cephalosporine und Fluorchinolone im Intestinaltrakt wirken und dort zur Selektion der Enterokokken beitragen. Durch die Gabe von Glycopeptiden können zusätzlich Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) entstehen.  Glycopeptid-Antibiotika behindern die Enzyme, die für den Aufbau der Zellwand nötig sind. Durch die unterbundene Quervernetzung von Zellwandbausteinen führt dies zum Platzen der Bakterien. Aufgrund ihrer Größe sind diese Antibiotika bei gram-negativen Bakterien wirkungslos, da sie deren äußere Zellmembran nicht durchdringen können. Sowohl bei leichten als auch schwereren Infektionen mit Enterokokken werden Aminoglykoside in Kombinationen mit Penicillinen zur Therapie eingesetzt. Durch die nahezu ubiquitäre Verbreitung der Ampecillin-Resistenz gepaart mit einer Hochresistenz von Aminoglycosiden bei E. faecium ist eine Behandlung allerdings deutlich erschwert.

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