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Ausbildung zur MFA - Lehre, Vergütung, Tätigkeitsfelder

Inhaltsverzeichnis

Rund 15.000 Berufsneulinge entscheiden sich jährlich für eine Ausbildung zur MFA. MFA ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Bereich Freie Berufe. Bei herausragenden Leistungen kann die Ausbildungszeit um bis zu 12 Monate verkürzt werden.

Üblicherweise findet die Ausbildung dual statt. Das heißt, dass der Lehrling über einen Zeitraum von 3 Jahren abwechselnd die Berufsschule oder den Betrieb besucht. Die Berufsschule vermittelt die theoretischen Grundlagen. Klassische Fächer wie Biologie oder Chemie wechseln sich mit fachspezifischen Unterrichtsstunden, wie Hygieneschulungen und dem Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen ab. Die theoretischen Kenntnisse können dann in der Praxis angewendet werden.

Inhalte der MFA-Ausbildung: 1. Ausbildungsjahr

Das erste Ausbildungsjahr vermittelt grundlegende Kenntnisse mit den Schwerpunkten

  • Patienten empfangen und begleiten
  • Praxishygiene
  • Assistenz bei der Diagnostik und Therapie von orthopädischen Erkrankungen

Im ersten Lehrjahr unterstützen die Auszubildenden am Empfang und werden in Verwaltungsaufgaben wie dem Bearbeiten von Formularen oder dem Anlegen von Patientenakten eingewiesen.

Die Praxishygiene ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. An einem Ort, an dem sich viele kranke Menschen aufhalten, muss das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich gehalten werden. Deshalb müssen mögliche Übertragungswege durch Desinfektionsmaßnahmen minimiert werden.

Der letzte Schwerpunkt liegt im Vermitteln von anatomischen und physiologischen Kenntnissen des Stütz- und Bewegungsapparates. Die theoretischen Kenntnisse können direkt in die Praxis übertragen werden, indem sie Ärztin und Arzt bei der Diagnostik und Therapie von orthopädischen Erkrankungen assistieren.

Inhalte der MFA-Ausbildung: 2. Ausbildungsjahr

Im zweiten Lehrjahr rückt die Berufsschule das Praxismanagement in den Fokus:

Die Berufsschule vermittelt alle wichtigen Notfall- und Erste-Hilfe-Maßnahmen, sodass Patientinnen und Patienten im Ernstfall schnell und fachgerecht versorgt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Praxismanagement. Kenntnisse für eine bedarfs- und ressourcengerechte Versorgung der Praxis mit Waren werden vermittelt. Dazu gehören die Marktanalyse, Angebotsvergleich und der Einkauf von Waren. Verschiedene Konzepte zum Zeit- und Qualitätsmanagement werden vorgestellt und diskutiert.

In der Praxis werden den Auszubildenden immer mehr verantwortungsvolle Tätigkeiten übertragen. Die Auszubildenden dürfen den Behandlungsraum vorbereiten, Ärztin und Arzt bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten assistieren und arbeiten am Empfangstresen.

Inhalte der MFA-Ausbildung: 3. Ausbildungsjahr

Im dritten Lehrjahr werden vermehrt praktische Inhalte zur Patientenversorgung vermittelt:

  • Assistenz bei der Diagnostik und Therapie von gastrointestinalen Erkrankungen
  • Wundversorgung (Grundlagen zur Wundversorgung)
  • Geräte- und Instrumentenlehre
  • Präventionsmaßnahmen

Im dritten Lehrjahr lernen die Auszubildenden die Grundlagen zur Ernährung und der Diagnostik von Magen-Darm-Erkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist Anatomie und Physiologie der Haut. Der aktuelle Stand der Wissenschaft im Bereich der Versorgungen von Hautverletzungen und Wundpflege wird diskutiert.

Als letzter großer und wichtiger Aspekt steht die Prävention von Krankheiten auf dem Lehrplan. Die Schwere und der Verlauf vieler Krankheiten lassen sich durch die aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten abmildern. Eine kommunikationsstarke und empathische MFA hilft dabei, Patienten in ihrem Vorhaben zu unterstützen und zu motivieren.

In der Praxis werden den Auszubildenden die letzten fehlenden Kenntnisse zur Patientenvorsorge vermittelt. Die Auszubildenden dürfen Patientinnen und Patienten wiegen, vermessen und Blut abnehmen.

MFA-Ausbildung

Zwischen- und Abschlussprüfung

Im 2. Lehrjahr wird der Wissenstand der Auszubildenden mit einer Zwischenprüfung beurteilt. Sie besteht aus 50 Aufgaben, die Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre, Abrechnungswesen und der Medizin in 90 Minuten abfragen. Zu den Themen gehören: Untersuchungsvorbereitung, Schutz vor Infektionskrankheiten, Gebührenordnung für Ärzte/Einheitlicher Bewertungsmaßstab, Arbeits- und Praxishygiene, Verwaltungsarbeiten, EBM/GOÄ und Datenschutz und -sicherheit.

Die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung setzt sich aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil zusammen. Im praktischen Teil der Abschlussprüfung sollen die Prüflinge praxisbezogene Arbeitsabläufe demonstrieren. Dieses erfolgt anhand einer Prüfungsaufgabe, die für 75 Minuten vorgesehen ist. Inhalte der Prüfungsaufgabe sind:

  • Assistieren bei Diagnose- und Therapiemaßnahmen einschließlich Betreuen der Patienten vor, während und nach der Behandlung
  • Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und Instrumenten
  • Durchführen von Hygienemaßnahmen
  • Dokumentation und Abrechnung ärztlicher Leistungen
  • Aufklären über Möglichkeiten und Ziele der Prävention
  • Durchführen von Laboruntersuchungen

Im Anschluss an die Prüfungsaufgabe bekommen die Prüflinge die Möglichkeit, innerhalb eines 15-minütigen Fachgesprächs das Vorgehen zu diskutieren.

In der schriftlichen Prüfung werden die Kernfächer Behandlungsassistenz, die Betriebsorganisation und -verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Dabei gibt es grundsätzlich drei Varianten von Prüfungsfragen, nämlich Multiple-Choice-Fragen, offene Fragen und halboffene Fragen. Insgesamt sind für die Beantwortung der schriftlichen Fragen 260 Minuten vorgesehen.

Musterprüfungen werden online von verschiedenen Landesärztekammern angeboten (z.B. Landesärztekammer Nordrhein) und eignen sich für die Prüfungsvorbereitung.

Berufsbild MFA

Verdienst in Ausbildung und Beruf

Wie viel verdienen MFA während der Ausbildung?

Laut Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte beträgt die Ausbildungsvergütung seit dem 01.04.2019:

  • 1. Ausbildungsjahr (brutto) 865,- EUR
  • 2. Ausbildungsjahr (brutto) 910,- EUR
  • 3. Ausbildungsjahr (brutto) 960,- EUR

Zuständig für die Ausbildungsverordnungen ist die Bundesärztekammer.

 

Verdienstmöglichkeiten nach Abschluss der Berufsausbildung

Neben Spaß an der Arbeit und einer guten Beziehung zum Kollegium spielen auch die Verdienstmöglichkeiten eine Rolle bei der Berufswahl.

Das Gehalt von MFA richtet sich üblicherweise nach geltenden Tarifverträgen oder Arbeitsvertragsrichtlinien:

  • MFA Manteltarifvertrag: Der MFA Manteltarifvertrag MFA wird zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelfer/innen und MFA sowie dem Verband medizinischer Fachberufe ausgehandelt.
  • Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst, Bereich Bund (TVöD-B): MFA mit einer Laufbahn bei Bundeswehr oder Polizei werden anhand des TVöD-B entlohnt.
  • Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR): Für Angestellte in kirchlichen Einrichtungen gelten die jeweiligen AVR (z.B. Johanniter, Diakonie oder Caritas).
  • Tarifverträge von Kliniken

Die Mehrheit der MFA wird nach MFA Manteltarifvertrag entlohnt. Er regelt seit dem 1. April 2019 das Gehalt für MFA. Ja nach Berufsjahr und Tätigkeitsgruppe ergeben sich Bruttolöhne zwischen 1.970,00 € und 3 882,62 €. (Tabelle 1) für Vollzeitbeschäftigte.

Die Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen ist folgendermaßen definiert:

  • Tätigkeitsgruppe I: Tätigkeiten gemäß Ausbildungsverordnung
  • Tätigkeitsgruppe II: Fortbildungsmaßnahmen von insgesamt mindestens 40 Stunden und/oder entsprechende Berufserfahrung in beispielsweise Hygienemanagement, Impfassistenz oder Wundbehandlung/ Wundmanagement
  • Tätigkeitsgruppe III: Fortbildungsmaßnahmen von mindestens 80 Stunden und/oder entsprechende Berufserfahrung in beispielsweise Elektronische Praxiskommunikation und Telematik oder Strahlenschutzkurs lt. § 24 (2) Röntgenverordnung
  • Tätigkeitsgruppe IV: Fortbildungsmaßnahmen von mindestens 120 Stunden und/oder Tätigkeiten in der systematischen Planung, Durchführung und Koordination der Ausbildung der MFA. Beispiele für Fortbildungsmaßnahmen sind Palliativversorgung, Nicht-ärztliche/r Praxisassistent/in oder Ambulantes Operieren
  • Tätigkeitsgruppe V: Fortbildungsmaßnahmen von mindestens 360 Stunden und entsprechende Berufserfahrung. Ein Beispiel für eine Fortbildung ist Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung/Arztfachhelfer/in gemäß § 54 BBiG.
  • Tätigkeitsgruppe VI: Ausführen von leitungs- und führungsbezogenen Tätigkeiten. Die Tätigkeiten sind mit hoher Problemlösungs- und Sozialkompetenz verbunden. Voraussetzung ist eine Fortbildungsmaßnahme von mindestens 600 Stunden und entsprechende Berufserfahrung. Beispiele für solche Fortbildungen sind Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen gemäß § 54 BBiG oder Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen gemäß § 53 BBiG

Gehaltstabelle für vollzeitbeschäftigte MFA

Laut Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte/Arzthelfer/innen gilt ab dem 01.04.2020 bis 31.12.2020 folgende Gehaltstabelle für Vollzeitbeschäftigte (Quelle: Bundesärztekammer):

Tätigkeitsgruppe I: EUR 1.970,19

Tätigkeitsgruppe II: EUR 2.117,95

Tätigkeitsgruppe III: EUR 2.216,46

Tätigkeitsgruppe IV: EUR 2.364,23

Tätigkeitsgruppe V: EUR 2.561,25

Tätigkeitsgruppe VI: EUR 2.955,29

Tätigkeitsgruppe I: EUR 2.139,34

Tätigkeitsgruppe II: EUR 2.299,79

Tätigkeitsgruppe III: EUR 2.406,76

Tätigkeitsgruppe IV: EUR 2.567,21

Tätigkeitsgruppe V: EUR 2.781,14

Tätigkeitsgruppe VI: EUR 3.209,01

Tätigkeitsgruppe I: EUR 2.275,42

Tätigkeitsgruppe II: EUR 2.446,08

Tätigkeitsgruppe III: EUR 2.559,85

Tätigkeitsgruppe IV: EUR 2.730,50

Tätigkeitsgruppe V: EUR 2.958,05

Tätigkeitsgruppe VI: EUR 3.413,13

Tätigkeitsgruppe I: EUR 2.339,67

Tätigkeitsgruppe II: EUR 2.515,15

Tätigkeitsgruppe III: EUR 2.632,13

Tätigkeitsgruppe IV: EUR 2.807,60

Tätigkeitsgruppe V: EUR 3.041,57

Tätigkeitsgruppe VI: EUR 3.509,51

Tätigkeitsgruppe I: EUR 2.588,41

Tätigkeitsgruppe II: EUR 2.782,54

Tätigkeitsgruppe III: EUR 2.911,96

Tätigkeitsgruppe IV: EUR ​​​​​​​3.106,09

Tätigkeitsgruppe V: EUR 3.364,93

Tätigkeitsgruppe VI: EUR 3.882,62​​​​​​​

Neben der tariflichen Vergütung gibt es auch außertarifliche Vergütungen für MFA. Diese Vereinbarungen werden recht häufig getroffen und üblicherweise fällt die außertarifliche Entlohnung sogar höher aus.

Berufsbild MFA

Alternative Einsatzmöglichkeiten für MFA

Klassische Einsatzorte von MFA: 

  • niedergelassene Ärztinnen und Ärzte
  • Kliniken
  • Rehazentren.

Eine Karriere kann aber auch bei der Landes- und Bundespolizei oder der Bundeswehr erfolgen. 

Der klassische Einsatzort von MFA sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Kliniken oder Rehazentren. Eine Karriere kann aber auch bei der Landes- und Bundespolizei oder der Bundeswehr angestrebt werden. Diese Institutionen bieten zivile Berufsausbildungen an. Inhaltlich unterscheidet sich eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr und Polizei nicht von der Ausbildung in einer niedergelassenen Arztpraxis. Alle genannten Ausbildungsstätten richten sich nach den Vorgaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Ärztekammer.

Im Anschluss an die Lehre besteht die Möglichkeit in eine Teil- oder Vollzeitbeschäftigungsverhältnis zu wechseln. Fällt die Entscheidung für eine Berufslaufbahn bei der Polizei oder Bundeswehr tritt man in ein Beschäftigungsverhältnis im Öffentlichen Dienst ein. Diese Perspektive ist für viele Arbeitnehmende interessant, da eine Beschäftigung im Öffentlichen Dienst mit einigen Vorteilen in Verbindung gebracht wird. Ein Job im Öffentlichen Dienst gilt als sicher und durch die hohe Tarifbindung sind die Löhne stabil. Weitere Vorteile sind klar definierte Arbeitsbedingungen und Urlaubstage.

Die Karriere bei der Bundeswehr ist an einige Bedingungen gebunden. Arbeitnehmende müssen die Bereitschaft besitzen, in die Laufbahn der Unteroffiziere einzutreten. Eine bundesweite Versetzung und Auslandseinsätze können die Konsequenz sein. Als Soldatin oder Soldat beträgt die Dienstlaufzeit zwischen 3 bis 12 Jahre.

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