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Aktuelle News für Ihre Praxis

Seit dem 8. März 2021 hat jeder Bürger nach der aktuellen Corona-Testverordnung Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche.

In der Corona-Testverordnung ist auch die Höhe der Vergütung der Schnelltests geregelt. Konkret können Haus- und Fachärzte sowie Zahnärzte für den Abstrich inklusive Beratung und Ausstellung einer Bescheinigung, 15 Euro abrechnen.

Nichtärztlich oder nichtzahnärztlich geführte Einrichtungen, die mit der Testung beauftragt werden, wie beispielsweise Apotheken, können 12 Euro abrechnen. Die Sachkosten für den Test werden bis Monatsende unverändert mit bis zu 9 Euro erstattet. Ab April werden höchstens sechs Euro je Test gezahlt.

Quelle: KBV 2021

Ist Homeoffice eine Option für MFA?

Die gesetzlichen Änderungen zur Arbeit im Homeoffice anlässlich der Corona-Pandemie schaffen auch neue Rahmenbedingungen für MFA.

Die derzeitige Praxisorganisation ist geprägt durch Abstands- und Hygienevorschriften, die eine hohe organisatorische Herausforderung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten. Nicht nur die Betreuung von schulpflichtigen Kindern zu Hause, sondern auch der Umgang mit der eigenen Gesundheit bzw. der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen im Team, lassen die Option auf Arbeiten zu Hause immer wichtiger werden.

Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teil- oder Elternzeit bzw. in der Kinderbetreuung können von Zuhause den täglichen Praxisbetrieb unterstützen. Ein zusätzlicher, nicht unwesentlicher Vorteil des heimischen Arbeitsplatzes besteht in der niedrigeren Ansteckungsgefahr für die jeweiligen MFA und damit des ganzen Teams.

Die neue Arbeitsschutzverordnung verpflichtet Arbeitgeber dazu, Homeoffice anzubieten, wenn die jeweiligen Tätigkeiten dafür geeignet sind. Umgekehrt sollten auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Angebot des Homeoffice dort annehmen, wo es ihnen möglich ist.

Welche Praxisaufgaben lassen sich von Zuhause erledigen?

Gerade im Rahmen der Praxisorganisation lassen sich einige Tätigkeiten auch oder sogar besonders gut am häuslichen Arbeitsplatz erledigen.

Beispielsweise können Telefongespräche aus der Praxis auf das Telefon zu Hause umgeleitet und so die Kolleginnen und Kollegen vor Ort in der Praxis entlastet werden. Mittels einer VPN-Verbindung kann man sich in das Praxissystem einwählen und so arbeiten, wie normalerweise am Praxis-PC. Formulare, wie Rezeptbestellungen, Überweisungen oder Verordnungen lassen sich ebenso von Zuhause ausstellen. Die Beantwortung von Wiederholungsanrufen, zum Beispiel im Rahmen der anstehenden Impfungen, die Terminverwaltung sowie die telefonische Betreuung von Patientinnen und Patienten, aber auch das Qualitätsmanagement sind weitere Aufgabenfelder.

Wie weit ist das Homeoffice in deutschen Praxen?

Der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) hat kürzlich in einer Umfrage untersucht, inwieweit Homeoffice bei medizinischem Fachpersonal (MFA, ZFA, ZT, TFA) grundsätzlich möglich ist. Hier zeigte sich ein gemischtes Bild: Ein Drittel der befragten MFA, aber nur ein Fünftel der ZFA sehen für ihren jeweiligen Arbeitsbereich die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben vollständig oder teilweise im Homeoffice zu erledigen. Genannt wurde hier insbesondere das Durchführen der Abrechnung oder organisatorischer Tätigkeiten.

Erfahrungen mit Homeoffice haben hingegen die wenigstens bereits sammeln können. Lediglich 10 Prozent der befragten MFA gaben an, dass die Praxis die Möglichkeiten des heimischen Arbeitsplatzes schon einmal ausgetestet habe. (1)

Wie können Sie bei Bedarf Homeoffice umsetzen?

MFA, die Interesse an einer Tätigkeit im Homeoffice haben, sollten zunächst das Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchen. Welche persönlichen Bewegründe gibt es für den Wunsch nach der Arbeit im Homeoffice? Wie können die Teamkolleginnen und -kollegen entlastet werden? Argumente für eine Tätigkeit im Homeoffice sind ganz klar die Entlastung des verbleibenden Teams, eine verringerte Ansteckungsgefahr sowie die gestärkte Motivation. So profitieren alle Beteiligten – auch die Patientinnen und Patienten.

Notwendige technische Voraussetzungen sind ein Praxislaptop und eine sichere VPN-Verbindung zur Praxis. So kann auch von Zuhause aus auf die Praxissoftware zugegriffen werden. Bitte denken Sie daran: Patientendaten müssen im Homeoffice so verarbeitet werden, dass keine datenschutzrechtlichen Verstöße beziehungsweise keine Verstöße gegen die strafbewehrte Schweigepflicht zu erwarten sind. Datensicherheit ist das A und O.

(1) Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Homeoffice-fuer-MFA-und-ZFA-Aerzte-sind-skeptisch-416544.html Die Umfrage fand vom 24. November 2020 bis 20. Januar 2021 statt.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hat eine Handlungsempfehlung für das medizinische Personal in Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren veröffentlicht: „Hygiene in der Arztpraxis – Infektionsprävention in der ambulanten Versorgung“.

Damit sollen Gefahrenquellen identifiziert und entsprechende Maßnahmen vermittelt werden. Fünf Handlungsbereiche werden als notwendige Maßnahmen in der Infektionsprävention genannt:

  • Händehygiene und Händedesinfektion
  • Hygienische Sicherheit bei Infusionen, Injektionen und Punktionen
  • Aufbereitung von Medizinprodukten in der Arztpraxis
  • Umgang mit Patientinnen und Patienten mit multiresistenten Bakterien oder virusbedingten Infektionen in der ambulanten Versorgung
  • Impfungen zur Infektionsprophylaxe in der hausärztlichen Versorgung

Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigen wie Infektionsrisiken im täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten zu identifizier sind. Checklisten und Tipps bieten wertvolle Hinweise, wie Strategien zur Verbesserung der Infektionsprävention in der Arztpraxis umzusetzen sind.

Relevante Hygienemaßnahmen sind in verständlicher und kurzgefasster Form dargestellt. Checklisten helfen bei der Umsetzung. Medizinprodukte-Aufbereitung findet sich in einem gesonderten Kapitel beispielhaft für die Aufbereitung von Ultraschallsonden. Die Aufbereitung von Medizinprodukten wird anhand von Einstufungskriterien aufgezeigt, ergänzt um eine praxisnahe Checkliste für Aufbereitungskreisläufe manueller und maschineller Verfahren.

Die Handlungsempfehlung „Hygiene in der Arztpraxis – Infektionsprävention in der ambulanten Versorgung“ finden Sie auf der Webseite des APS.

Die flächendeckende Impfung gegen das Coronavirus ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Eine Aufgabe, für die nahezu alle deutschlandweiten Impfzentren auf die Unterstützung von gelerntem medizinischem Fachpersonal angewiesen sind.

Gesucht werden u.a.:

  • Ärztliches Personal
  • Medizinische Fachangestellte (MFA)
  • Gesundheits- und Krankenpfleger*innen
  • Arzthelfer*innen
  • Rettungsassistent*innen
  • Notfallsanitäter*innen
  • Sanitäter*innen
  • Medizinstudierende im klinischen Semester
  • Medizinstudierende im vorklinischen Semster
  • Hebammen

Zur medizinischen Dokumentation aber auch:

  • Medizintechnische Assistent*innen (MTA)
  • Operationstechnische Assistent*innen (OTA)
  • Pharmazeutisch-technische Assistent*innen (PTA)
  • Anästhesietechnische Assistent*innen (ATA)
  • Medizintechnische Laboratoriumsassistent*innen
  • Zahnmedizinische Fachangestellte (ZMFA)
  • Gesundheits- und Krankenpflegehelfer*innen
  • Altenpfleger*innen und Altenpflegehelfer*innen
  • Absolvent*innen eines gesundheitswissenschaftlichen oder vergleichbaren Studiengangs

Die jeweilige Qualifikation ist nachzuweisen.

Gesucht werden Unterstützerinnenn und Unterstützer für alle Wochentage (Mo-Fr, Wochenende), meist zwischen 8:00 und 20:00 Uhr. Die Tätigkeiten werden je nach KV-Region unterscheidlich vergütet. In den meisten Fällen ist es auch möglich, ein Impfzentrum an einem Wunschort auszuwählen.

Ausführliche Informationen, zum Beispiel zur Vergütung, finden Sie auf der Internetseite Ihrer jeweils zuständigen KV. Zum Beispiel: KV Nordrhein oder KV Westfalen-Lippe.

Unterstützen auch Sie Ihr lokales Impfzentrum!

Was sind Verbandmittel?

Mit Einführung des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) in 2019 wurde der Begriff „Verbandmittel“ im SGB V konkretisiert und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, bis zum 31. August 2020 das Nähere zur Abgrenzung zu regeln. Dies ist nun erfolgt.

„Gegenstände einschließlich Fixiermaterial, deren Hauptwirkung darin besteht, oberflächengeschädigte Körperteile zu bedecken, Körperflüssigkeiten von oberflächengeschädigten Körperteilen aufzusaugen oder beides zu erfüllen. Die Eigenschaft als Verbandmittel entfällt nicht, wenn ein Gegenstand ergänzend weitere Wirkungen entfaltet, die ohne pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweise im menschlichen Körper der Wundheilung dienen, beispielsweise, indem er eine Wunde feucht hält, reinigt, geruchsbindend, antimikrobiell oder metallbeschichtet ist. Erfasst sind auch Gegenstände, die zur individuellen Erstellung von einmaligen Verbänden an Körperteilen, die nicht oberflächengeschädigt sind, gegebenenfalls mehrfach verwendet werden, um Körperteile zu stabilisieren, zu immobilisieren oder zu komprimieren.“

Künftig werden drei Kategorien Verbandmittel unterschieden:

Eindeutige Verbandmittel: Zur Gruppe der eineindeutigen ("klassischen") Verbandmittel gehören beispielsweise Produkte wie Kompressionsbinden, z.B. DracoLastic und Draco Saugkompressen. Diese Produkte dienen ausschließlich dazu, Wunden zu bedecken, Wundflüssigkeit aufzusaugen oder - in Form individuell erstellter Verbände - Körperteile zu stabilisieren, zu immobilisieren oder zu komprimieren. Verordnungsfähig ist zudem das benötigte Fixiermaterial „Draco Fixiermull stretch“ wie Heftpflaster Dracoplast oder Verbandklammern

Verbandmittel mit ergänzenden Eigenschaften: hierzu zählen beispielsweise reinigende oder feucht haltende Produkte wie Hydrokolloide z.B. DracoHydro, Hydrofasern DracoHydrofaser, Produkte mit antiadhäsiven Eigenschaften wie Salbenkompressen, reinigende oder geruchsbindende Produkte wie aktivkohlehaltige Wundauflagen sowie reinigende oder Wundexsudat-bindende/antimikrobielle Produkte, z.B. DracoFoam haft, Draco Foam haft sensitiv, wie sogenannte Superabsorber (Kompressen). Ein weiteres Beispiel für Verbandmittel mit ergänzenden Eigenschaften sind PHMB-haltige Wundauflagen DracoFoam Infekt (haft, sensitive und nicht haftend), sofern das PHMB keinen direkten Wundkontakt hat oder nicht in die Wunde abgegeben wird. Produkte dieser Kategorie erzielen zusätzlich zur Wirkung eines "klassischen" Verbandmittels - Bedecken, Aufsaugen, Stabilisieren, Immobilisieren, Komprimieren - durch ihre ergänzenden Eigenschaften eine möglichst physiologische und damit die natürliche Wundheilung unterstützende Umgebung, ohne dabei eine auf pharmakologischer, immunologischer oder metabolischer Wirkweise beruhende therapeutische Wirkung zu entfalten.

Sonstige Produkte zur Wundbehandlung: Sie sind charakterisiert durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung, weshalb der Haupteffekt nicht mehr auf den Funktionen eines Verbandmittels (Bedecken, Aufsaugen, Stabilisieren, Immobilisieren, Komprimieren) beruht. Diese Produkte sind künftig erst verordnungsfähig, wenn ihr medizinischer Nutzen (ähnlich der Prüfung von Medizinprodukten) durch den G-BA bestätigt wurde.

Alle Wundauflagen, die in Folge des Beschlusses nicht mehr als Verbandmittel, sondern als sogenannte »sonstige Produkte zur Wundbehandlung« gelten, können zukünftig nur noch innerhalb der Übergangs-frist von 12 Monaten verordnet werden. Der Beschluss des G-BA ist am 2. Dezember 2020 in Kraft getreten. Mit diesem Datum beginnt diese einjährige Übergangsfrist und endet am 01.12.2021. Die bisherige Erstattungspraxis bleibt innerhalb der Übergangsfrist erhalten und alle Produkte sind weiterhin verordnungs- und erstattungsfähig.

Quelle: BVMed und von Reibnitz (2020)

Die Lücke zwischen den Gehältern der Medizinischen Fachangestellten (MFA) in Arztpraxen und an Krankenhäusern von bis zu 500 Euro wird veringert. Die Tarifparteien haben sich auf eine in drei Schritten zu vollziehende Gehaltserhöhung um insgesamt zwölf Prozent bis zum 31. Dezember 2023 geeinigt.

Mit einer „stillen Demonstration“ waren Vertreter der medizinischen Fachberufe  vor dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin in die zweite Verhandlungsrunde für den neuen Tarifvertrag gestartet.

Aufstockung des Kurzarbeitergeldes wird Standard

Neu ist ein Tarifvertrag über eine für alle Praxen einheitliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, der nur im nächsten Jahr gilt und mit dem auf mögliche erneute Lockdowns als Folge der COVID-19-Pandemie reagiert wird. Bislang war die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes den Praxisinhabern überlassen.

„Das Verhandlungsergebnis kommt unseren Zielvorstellungen schon sehr nahe. Der Abstand der Gehälter zwischen öffentlichem Dienst und den Praxen wird verringert“, bewertet die Vorsitzende des MFA-Verbandes Hannelore König den Tarifabschluss. Damit sei man aber noch nicht am Ziel. Dies hätte eine 20-prozentige Gehaltssteigerung erfordert, die aber angesichts der absehbaren Honorarentwicklung nicht realistisch sei.

Der Tarifvertrag gilt für Praxen, die Mitglied in der AAA sind oder die einen Mustervertrag der Ärztekammern für die Anstellung von MFA nutzen. Er kann aber auch freiwillig von Praxen angewendet werden.

Quellen:

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