Fallbeispiel: Diabetisches Fußulcus

Patientin

weiblich, 61 Jahre

Risikofaktoren für die Wundheilung

Diabetes mellitus Typ II, Polyneuropathie, Hypothyreose, Chronisch venöse Insuffizienz, Anämie

Lokalisation der Wunde

linke Fußsohle

Wundart

chronisch

Wundgrund

Granulationsgewebe, rosig

Wundumgebung

zu Beginn mäßig feucht, später physiologisch

Wundrand

glatt, eher unauffällig

Ausgangssituation

Die Patientin befindet sich im Ruhestand und weist seit 6 Monaten ein Diabetisches Fußulcus auf. Bei Erstvorstellung war das Diabetische Fußulcus bei hydrokolloidaler Wundtherapie zu feucht und es bestand eine kritische Kollonisierung mit Staphylococcus aureus.

Fallbeispiel Diabetischer Fußulcus

Anamnese

  • Berentete Einzelhandelskauffrau
  • Diabetische Fußulzeration seit 6 Monaten bestehend
  • Therapie mit Hydrokolloiden brachte keine Besserung (Wunde zu feucht)
  • ABI (ankle brachial index / Knöchel-Arm-Index): 0,95 & Oszillographie o.p.B. (ohne pathologischen Befund)
  • Abstrich bei Erstvorstellung: Staphylococcus aureus +++ (sensibel)

Diagnose

  • Diabetisches Fußulcus

Therapie

  • Ambulantes, lokal chirurgisches/scharfes Debridement in 4-wöchigen Abständen
  • eingesetzte Therapien: Wundreinigung mit Octenisept®
  • Wundrandpflege mit Salbe (Zink-, Cortison- und Antiseptikum-haltig)
  • Zu Beginn: Superabsorber (6 Wochen)
  • Bei abnehmender Sekretion: PU-Schaum + Filztechnik (Entlastung durch Filzpolster) (3 Monate)
  • Mullbinden-Fixierung
  • Verbandwechsel: 2-tägig, nach 4 Wochen 3- bis 4-tägig
  • Kontrolle in Wundambulanz in den ersten 3 Wochen wöchentlich, dann in 4-wöchigem Abstand
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Dokumentierter Wundverlauf

Bei Erstvorstellung war das Diabetische Fußulcus bei hydrokolloidaler Wundtherapie zu feucht und kritisch mit Staphylococcus aureus kollonisiert. (Bild 1 und 2)

Da die Patientin nur wenig Schmerzen angab, keine generalisierten Entzündungszeichen bestanden und die Wundumgebung nicht geschwollen oder mazeriert war, erfolgte ausschließlich eine zunächst 2-tägige antimikrobielle Wundreinigung und Nutzung eines Superabsorbers. Bei konsequenter Umsetzung der o.g. Therapie und regelmäßiger Abtragung von Wundbiofilm und Hyperkeratosen konnte eine schrittweise Reduktion der Wundfläche bis zum nahezu vollständigen Wundverschluss erreicht werden. (Bild 3)

Während des Heilungsverlaufes war leider immer wieder das Schuhwerk, die Strumpfanlage (Abschnürung) und Wickelung nicht optimal.

Aus unklaren Gründen erfolgte durch einen Pflegedienst 6 Monate nach Therapiebeginn die Wiederanlage von hydrokolloidalen Wundauflagen und/oder einfachen Kompressen als Lokaltherapie (ohne weitere Druckentlastung). Dies führte zur erneuten Eröffnung des Diabetischen Fußulcus. (Bild 4)

Nach Rückkehr zur o.g. Lokaltherapie mit PU-Schaum und Druckentlastung mittels Filztechnik setzte der Heilungsprozess wieder ein, was durch die Wundverkleinerung ersichtlich wurde. (Bild 5)
Die Behandlung wurde daraufhin fortgeführt.

Diabetischer Fußulcus
Juni 2020: Ausschluss eines pAVK nach verschiedenen Untersuchungen (Bild 1)
Diabetischer Fußulcus
Juni 2020: Diagnose eines Diabtischen Fußulcus (Bild 2)
Diabetischer Fußulcus
November 2020: Nahezu vollständig verschlossene Wunde (Bild 3)
Diabetischer Fußulcus
Dezember 2020: Erneute Eröffnung des Diabetischen Fußulcus (Bild 4)
Diabetischer Fußulcus
Januar 2021: Nach Rückkehr zur vorher eingesetzten Therapie setzte der Heilungsprozess wieder ein (Bild 5)

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein konkretes Fallbeispiel handelt und nur eine mögliche Behandlungsoption darstellt.