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Abrechnung & Recht

Aktuelle News zum Coronavirus

Auf der folgenden Seite haben wir von DRACO® Ihnen aktuelle Hinweise für Ihren Praxisalltag zusammengestellt, damit Sie auch in diesen turbulenten Zeiten den Überblick behalten. Die Inhalte aktualisieren wir ständig, so dass Sie immer auf dem Laufenden bleiben.

Es finden sich Informationen zu den folgenden Themen:

  • Videosprechstunden
  • Abrechnung und Kodierung im Corona-Fall
  • AU-Bescheinigung
  • Berufshaftpflicht

Quelle: www.kbv.de/html/coronavirus.php

Inhaltsverzeichnis

RKI veröffentlicht neue Kriterien zur Testung und Meldung

Das Robert Koch-Institut hat heute seine Kriterien zur Verdachtsabklärung angepasst. Danach sollen nur Personen mit Symptomen auf das Coronavirus getestet werden, insbesondere solche, die zu einer Risikogruppe gehören.

 

RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2

Egal, ob der Patient einen Arzt per Video oder Telefon konsultiert oder in die Praxis kommt, eine der häufigsten Fragen ist: Wer wird getestet?

Die Entscheidung trifft der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI). Danach sollte eine Testung nur bei Vorliegen von Krankheitssymptomen erfolgen und zwar in diesen Fällen:

  1. Akute respiratorische Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  3. Klinische oder radiologische Hinweisen auf eine virale Pneumonie ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  4. Akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern
  5. Nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptomen ohne Risikofaktoren

Die Konstellationen 1 und 2 gelten als begründeter Verdachtsfall und müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

SARS-CoV-2-Test nur mit Schutzausrüstung

Ärzte oder Praxismitarbeiter sollten nur dann Abstriche nehmen, wenn sie mit Schutzausrüstung ausgestattet sind, insbesondere mit Schutzmasken (FFP2/FFP3). Ansonsten ist zu empfehlen, ein Praxisschild „Praxis führt keine Testungen durch“ anzubringen.

Da notwendige Schutzausrüstungen weiterhin nicht überall verfügbar oder sehr knapp sind, sollten Testungen allerdings – wann immer möglich –, nicht in der Praxis, sondern über regionale Teststationen / oder das Gesundheitsamt durchgeführt werden.

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Ablaufschema

Hier finden Sie den Ablauf für eine Verdachtsabklärung und Hinweise zur stationären Versorgung: Zur Infografik.

Abrechnung und Kodierung

Symbolnummer (SNR) zur Kennzeichnung der Behandlungsfälle

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit dem 1. Februar 2020 in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Ärzte alle diese Fälle mit der Ziffer 88240 kennzeichnen. Dies gilt auch, wenn der Patient durch die Terminservicestelle (Patientenservice 116 117) vermittelt wurde.

Behandlungsfälle, beziehungsweise die jeweils betroffenen Behandlungstage, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt, eine Infektion mit dem SARS-CoV-19 nachgewiesen wurde oder eine Behandlung stattfindet, sind mit der SNR 88240 zu kennzeichnen.

Aufnahme des Nukleinsäure-Nachweises für das neuartige Coronavirus in den EBM

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) in den EBM aufgenommen.

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die GOP 32816 kann nur für die vom Robert Koch Institut (RKI) definierten Risikogruppen erbracht und berechnet werden. Die Falldefinition des RKI ist zu beachten.

Für die genannten Facharztgruppen ist keine gesonderte Antragstellung für eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Speziallaborleistungen erforderlich. Die Finanzierung der Leistung nach der GOP 32816 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen. Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Empfehlung zum Kodieren

Verschiedene Anbieter von Praxisverwaltungssysteme (u.a. CompuGroup Medical, Medatixx und Indamed) weisen darauf hin, dass ihr System die Kodierung „U07.1!“ nach den WHO-Vorgaben enthalten. Sie machen Unsicherheiten bei der richtigen Kodierung als Ursache für die Fehler- und Hinweismeldungen aus.

Danach ist der Schlüssel „U07.1!“ in der ICD-10-GM als sekundärer Code (Ausrufezeichenschlüsselnummer) angelegt und muss zwingend ergänzend zu einem Primärcode (Code ohne Ausrufezeichen oder Stern) verwendet werden.

Zu Hinweismeldungen in den Praxissystemen kommt es nach Auskunft der Anbieter nur dann, wenn eine Primärdiagnose fehlt. (Quelle: Ärztezeitung.de, 23.03.2020)

Eine aktuelle Erläuterung zum Kodieren finden Sie auf der Website der KBV.

Die Empfehlung gilt sowohl für die Verschlüsselung von Diagnosen in der Abrechnung als auch für die Angabe von Diagnoseschlüsseln auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Wichtig bei der Angabe des Schlüssels „U07.1! COVID-19“ ist die differenzierte Verwendung des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit.

Verordnungen per Post zusenden

  • Aufgrund dem gestiegenen Bedarf für nicht persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie werden Ihnen die Portokosten für den Postversand bestimmter Rezepte vorübergehend erstattet. Konkret geht es um Hilfs- (z. B. Okklusionspflaster), Verbandmittel und Blutzuckerteststreifen, die auf Muster 16 verordnet werden.
  • Die Regelung ist zunächst zeitlich befristet bis 30. Juni 2020.
  • Die Regelung gilt nicht für Seh- und Hörhilfen, die auf Muster 8 beziehungsweise auf Muster 15 verordnet werden (z.B. Brillen). Bei ihnen ist vor einer Verordnung in der Regel eine ärztliche Überprüfung der Werte medizinisch erforderlich.
  • Die Abrechnung der Portokosten erfolgt über die GOP 40122 (0,90 Euro). Sie ist möglich, sofern der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist. Da es sich um bekannte Patienten handelt, können die Versichertendaten aus der Patientenkartei entnommen werden. Ein Einlesen der eGK ist nicht erforderlich.

Videosprechstunde

Vertragsärzte dürfen Videosprechstunden ab dem zweiten Quartal 2020 ohne Limitierung durchführen und abrechnen. Die bislang geltende Regelung, nach der pro Quartal maximal jeder fünfte Patient ausschließlich per Videosprechstunde behandelt werden darf, wird aufgrund des grassierenden Coronavirus aufgehoben, wie die KBV via Praxisnachrichten mitteilt.

Nach den bisherigen Regeln ist ‒ neben der Limitierung auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle ‒ die Menge der Leistungen, die Ärzte und Psychotherapeuten per Videosprechstunde durchführen und abrechnen dürfen, ebenfalls auf 20 Prozent der jeweiligen Gebührenposition begrenzt. Für alle weiteren Leistungen ist bislang ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich. Diese Begrenzungen werden nun aufgeboben. Spätestens zum 31.05.2020 wollen KBV und Krankenkassen prüfen, ob eine Verlängerung der unbegrenzten Videosprechstunden erforderlich ist.

MERKE: Eine Videosprechstunde kommt bei sämtlichen Indikationen infrage und ist auch dann möglich, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

AU-Bescheinigung

Das Ausstellen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung, Muster 1) ist Bestandteil der Versicherten- bzw. Grundpauschale. Dies gilt auch, wenn sie telefonisch ausgestellt wird. Voraussetzung für die Abrechnung der Pauschale ist jedoch, dass der Patient mindestens einmal in dem Quartal in der Praxis war oder einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde hatte. Ist das nicht der Fall, rechnet die Praxis für das Ausstellen der AU-Bescheinigung per Telefon die Gebührenordnungsposition (GOP) 01435 ab.

Für das Porto kann die GOP 40122, bewertet mit 90 Cent, abgerechnet werden.

SARS-CoV-2 und Berufshaftpflichtversicherung

Angesichts der Ausbreitung von COVID-19 haben zahlreiche Ärztinnen und Ärzte ihre Bereitschaft erklärt, z. B. in einem Diagnosezentrum oder unterstützend in der Beratung von Patienten zu arbeiten.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärzteversicherung auf, um eine entsprechende Deckungszusage zu erhalten. Die Deutsche Ärzteversicherung (DÄV) hat sehr schnell und unbürokratisch eine umfassende Deckungszusage für die bereits bei ihren versicherten Ärztinnen und Ärzte gemacht. Bitte prüfen Sie das für Ihre Ärztinnen und Ärzten, die nicht über die DÄV, sondern einen anderen Versicherer berufshaftpflichtversichert sind beachten bitte Folgendes:

Wenn Sie in einer Abstrich-Stelle zum Einsatz kommen (sollten) und die sog. Staatshaftung nicht festgestellt ist, sprechen Sie mit Ihrem Haftpflichtversicherer, ob er hierfür eine Deckungszusage macht. Verweisen Sie dabei ggf. auf die Zusagen der DÄV für deren Versicherte.

Quelle: Ärztekammer

Informationen für Ärzte, Psychotherapeuten und Fachleute

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Autorin Dr. Christine von Reibnitz

Die Autorin

Dr. Christine von Reibnitz

Dr. von Reibnitz ist promovierte Gesundheitswissenschaftlerin und Hochschuldozentin im Bereich des Gesundheitsmanagement. Seit 2013 ist sie bei Dr. Ausbüttel zuständig für den Bereich Krankenkassenmanagement und Expertin für die Themen Abrechnung und Recht.

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