Fallbeispiel: Verbrennung mit Feuerwerkskörper

Geschlecht

Mann

Alter

31 Jahre

Führende Wundursache

Verbrennung durch Bengalisches Feuer

Diabetes mellitus

nein

Risikofaktoren

keine

Lokalisation der Wunde

rechte Hand, Innenfläche und Ringfinger

Infizierte Wunde?

nein

Wundart

akut

Wundgrund

Fibrin

Wundumgebung

Verbrennung 2. bis 3. Grades, Verfärbung durch Magnesium

Wundrand

mazeriert

Exsudation

mäßig bis stark

Abstrichentnahme

nein

Wir benötigen Ihre UnterstützungFallbeispiele gesucht

Im deutschsprachigen Raum gibt es wenige Informationen zu Wunden auf dunkler Haut. Auch Bilder von Wundsituationen, die zu einer besseren Aufklärung bei Fachpersonen beitragen können, sind schwer zu bekommen. Wenn Ihnen entsprechende Fälle in der Praxis begegnen und auch Ihre Patienten mit einer anonymisierten Wunddokumentation einverstanden sind, würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns in Kontakt treten.

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Ausgangssituation

Der Patient hat beim erstmaligen Gebrauch eines Bengalischen Feuers im privaten Umfeld die Handfackel versehentlich falsch herum in der Hand gehalten und gezündet. Die Erstversorgung der Hand erfolgte im Krankenhaus, ebenso eine Untersuchung, ob weitere Verletzungen aufgetreten sein könnten. Diese wurden nicht festgestellt. Die Brandblase in der Handinnenfläche wurde geöffnet und hinterließ eine Wunde von ca. 2 x 4 cm. Der Knochen war nicht betroffen. Die kleinere Brandblase am Finger wurde im Anschluss vom Patienten selbst geöffnet (Bild 1).

Verbrennung mit Feuerwerkskörpern

Bei der Verwendung von Handfackeln verbrennen verschiedene Stoffe, aber vor allem Magnesium mit einer Temperatur von 1600 - 2500 °C. Das Magnesium zeigt sich hier als grau-weißer Rückstand auf der Wundumgebungshaut und teilweise in der Wunde. Generell können die Stoffe, die sich in Feuerwerkskörpern oder wie hier in Handfackeln befinden, bei einer Verletzung den Heilungsverlauf beeinträchtigen.

Anamnese

  • keine weiteren Verletzungen durch das Bengalische Feuer (die Wundumgebungshaut zeigt Reste der verbrannten Stoffe aus der Handfackel, u.a. Magnesium)
  • keine negativen Faktoren, wie z.B. Grunderkrankungen, die die Wundheilung beeinflussen
  • Erstversorgung im Krankenhaus, Beobachtung der Wundheilung beim Hausarzt, weitere Versorgung der Wunde wird selbstständig vom Patienten und von Angehörigen durchgeführt
  • große Brandblasen, gefüllt mit Wundflüssigkeit
  • Schmerzen anfangs mit Schmerzmitteln, später ohne erträglich

Diagnose

Verbrennung 2. bis 3. Grades

Therapie

  • Öffnung der Brandblase in der Handfläche
  • Wundreinigung
  • Versorgung mit Zinksalbe, Wunddistanzgitter, Kompresse und Fixierbinde; Verbandwechsel täglich
  • Wundreinigung mit Wasserstoffperoxid und Entfernung der toten Haut beim dritten Hausarztbesuch
  • Öffnung der Brandblase am Finger und Entfernung der toten Haut durch Patienten

Dokumentierter Wundverlauf

Die Erstversorgung der Hand erfolgte im Krankenhaus, ebenso eine Untersuchung, ob weitere Verletzungen aufgetreten sein könnten. Diese wurden nicht festgestellt. Die Brandblase in der Handinnenfläche wurde geöffnet und hinterließ eine Wunde von ca. 2 x 4 cm (Bild 1). Der Knochen war nicht betroffen.

Die Wunde wurde im Krankenhaus desinfiziert und mit einem Wunddistanzgitter und einer Kompresse abgedeckt und mit Fixierbinden verbunden. Nach der Entlassung des Patienten und Rücksprache mit dem Hausarzt erfolgte die Behandlung zu Hause im weiteren Verlauf mit Wunddistanzgitter, Kompresse und Fixierbinde, später außerdem mit Zinksalbe. Der Patient konnte den täglichen Verbandwechsel mit Hilfe von Angehörigen selbstständig durchführen und war weiterhin arbeitsfähig (selbstständig, Bürotätigkeit, Linkshänder). Die verletzte Hand wurde weitestgehend während der Arbeit entlastet.

Die geöffnete Brandblase wurde erst später debridiert, nachdem die überschüssige Haut unter der Wundabdeckung mazerierte (Bild 2). Die Brandblase am Finger öffnete der Patient eigenständig und entfernte die überschüssige Haut.

Nach ca. 4 Wochen war der Heilungsprozess deutlich vorangeschritten, die Haut spannte aber noch und der Ringfinger war geschwollen und ließ sich dadurch schlecht bewegen (Bild 3). Die Wunde in der Handinnenfläche zeigt Granulationsgewebe. Nach 6 Wochen zeigt sich nochmal ein deutlicher Fortschritt im Heilungsprozess. Der Finger war noch leicht geschwollen, flächendeckend hat sich die Haut jedoch gut regeneriert. Nach 8 Wochen konnte die vollständige Abheilung der Wunde verzeichnet werden.

Verbrennung mit Feuerwerkskörper
Behandlungsbeginn (Bild 1)
Verbrennung mit Feuerwerkskörper – nach einer Woche
nach einer Woche (Bild 2)
Verbrennung mit Feuerwerkskörper – nach 4 Wochen
nach 4 Wochen (Bild 3)
Verbrennung mit Feuerwerkskörper – nach 6 Wochen
nach 6 Wochen (Bild 4)
Verbrennung mit Feuerwerkskörper – nach 8 Wochen abgeheilt
nach 8 Wochen - abgeheilt (Bild 5)

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein konkretes Fallbeispiel handelt und nur eine mögliche Behandlungsoption darstellt.