Fallbeispiel: Dekubitus plantar

Der 52-jährige Herr T. arbeitet in einer Werkstatt. Vor knapp 9 Monaten entwickelte sich plantar (an seiner Fußsohle) ein Dekubitus der Kategorie 3 (nach EPUAP). Der Übeltäter: eine Schraube! Lesen Sie in diesem Fallbeispiel, wie die Wunde von Herrn T. mit der richtigen Wundversorgung zur Abheilung gebracht werden konnte.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Geschlecht

männlich

Alter

52 Jahre

Wundursache

Schraube im Schuh

Diabetes mellitus

nein

Risikofaktoren

Spina bifida, wenig bis kein Gefühl in den unteren Extremitäten

Lokalisation der Wunde

linker Vorfuß plantar

Wundinfektion

nein

Wundart

chronisch

Exsudation

mäßig, gelblich, serös, geruchlos

Abstrichentnahme

nein

Mittwoch, 27. Mai um 19.30 UhrDas Online-Seminar zu diesem Fallbeispiel

Ausgangssituation

Der mit einer Spina bifida (umgangssprachlich: „offener Rücken“) geborene Herr T. führt ein recht eigenständiges Leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft und wird durch eine gesetzliche Betreuerin unterstützt. Aufgrund seiner angeborenen Fehlbildung hat er nur wenig bis kein Gefühl in seinen unteren Extremitäten und sitzt in einem elektronischen Rollstuhl. In seinem gewohnten Umfeld bewegt er sich sicher, die Körperpflege bewältigt er mit etwas Unterstützung weitgehend selbstständig und er arbeitet in einer Werkstatt.

Vor 8,5 Monaten verirrte sich, vermutlich im Zuge seiner Arbeit, eine Schraube in den Schuh von Herrn T. Aufgrund der geringen Sensibilität in seinen Beinen blieb sie unbemerkt und verursachte unter der Fußsohle eine Wunde, die sich zu einem Dekubitus der Kategorie 3 (nach EPUAP) entwickelte. Die Wunde wurde nach der Vorstellung bei der Hausärztin durch einen ambulanten Pflegedienst weiterversorgt. Als die Wundheiligung stagnierte, veranlasste die gesetzliche Betreuerin von Herrn T. den Besuch einer auf die Wundversorgung spezialisierten pflegerischen Einrichtung.

Anamnese

Diagnose

Der Wundverlauf auf einen Blick

Foto 1: Ausgangssituation
Foto 2 (3 Wochen später): Die Wundheilung schreitet voran
Foto 3 (weitere 3 Wochen später): Die Wunde ist verschlossen

Behandlungs- und Heilungsverlauf

Die Wunde hat zu Beginn eine Länge von 1,7 cm, ist 1,2 cm breit und 3 cm tief (Foto 1). Der Wundgrund zeigt stellenweise Fibrinbelag und Granulationsgewebe, der Wundrand ist intakt. Die Haut in der Wundumgebung zeigt sich trocken und schuppig. Die Wunde exsudiert zu diesem Zeitpunkt mäßig, aber geruchlos, das Exsudat ist gelblich und serös. Von Schmerzen berichtet Herr T. nicht.

Wundversorgung:

  • Reinigung der Wunde mit Octenidin.
  • Wundfüllung mit Polihexanid-Macrogolsalbe 0,04 % und einem PU-Schaum mit Tensid.
  • Abdeckung der Wunde mit einem Superabsorber und Fixierung mittels Fixiervlies.
  • Entlastung der Wunde mittels zweilagiger plantarer Filzung mit Aussparung für die Wunde.
  • Versorgungsintervall: zweimal wöchentlich.
  • Um die Fixierung der Wundauflage und eine gelingende Filzung zu gewährleisten, wird auf eine Hautpflege mit Creme in der direkten Wundumgebung verzichtet.

Nach drei Wochen ist die Wunde nur noch 0,3 cm lang, 0,4 cm breit und 0,1 cm tief (Foto 2). Sie zeigt nun eine fortgeschrittene Epithelisierung. Der Wundrand ist weiterhin intakt, die Wundumgebungshaut weiterhin schuppig und trocken. Auch das Exsudat ist unverändert mäßig, gelblich, serös und geruchlos. Herr T. gibt weiterhin keine Schmerzen an.

Wundversorgung:

  • Reinigung der Wunde mit sterilem Wasser.
  • Wundfüllung ist nun nicht mehr notwendig.
  • Abdeckung der Wunde mit Superabsorber und Fixierung mittels Fixiervlies.
  • Druckentlastung und -umverteilung: weiterhin plantare Filzung mit Aussparung für die Wunde.
  • Versorgungsintervall: zweimal wöchentlich.
  • Um die Fixierung der Wundauflage und eine gelingende Filzung zu gewährleisten, wird auf eine Hautpflege mit Creme in der direkten Wundumgebung verzichtet.

Nach weiteren drei Wochen (insgesamt sechs Wochen nach Behandlungsbeginn) ist die Wunde verschlossen (Foto 3). Zurück bleibt ein kleines Hämatom im Bereich der vorherigen Wunde mit trockener, schuppiger Umgebungshaut. Zwei Wochen lang wird nun die zuvor beschriebene Druckentlastung fortgeführt, mit zweimaligem Wechsel pro Woche. Danach erfolgt eine gründliche Fußpflege, um die Regeneration der Haut zu unterstützen und sie weniger anfällig für potenzielle Läsionen zu machen. Auch die Schuheinlagen werden überprüft und eine Erneuerung der bereits zwei Jahre alten Einlagen veranlasst.

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein konkretes Fallbeispiel handelt, das nur eine mögliche Behandlungsoption darstellt. Beachten Sie zudem, dass wir nicht gewährleisten können, dass in den von uns dargestellten Fallbeispielen ausschließlich Produkte von DRACO® zur Anwendung gekommen sind.

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