Motivation von Azubis

Motivation von Azubis

Am Anfang der Ausbildung sind sie hochmotiviert und engagiert, im Laufe der Zeit lässt die Motivation erfahrungsgemäß dann doch etwas nach. Was kann man machen, um den Nachwuchs zu unterstützen, zu fördern und ihnen gut durch die Ausbildung zu helfen? Ein paar Tipps habe ich hier zusammengetragen.

Mein erster – und vielleicht sogar wichtigster – Tipp im Umgang mit Azubis: Man kann die Motivation steigern, indem man auf die jungen Kolleginnen und Kollegen aktiv zugeht und ihre Sichtweise einholt. Wie finden sie beispielsweise die Website der Praxis? Was könnte daran verbessert werden? Also: ein aktives Zugehen auf die Azubis und eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe sorgen dafür, dass sich die neue Generation aktiv und engagiert einbringen kann. Zumindest ging es mir in meiner alten Praxis so.

Bei uns allen kommt es vor, dass wir mal einen schlechten Tag haben. Das wirkt sich natürlich auch auf die Motivation am Arbeitsplatz aus und gilt für Jung und Alt gleichermaßen. Die Ausbildungsleitung sollte in solchen Phasen frühzeitig ein Gespräch suchen und die Ursachen erfragen, die für Motivationstäler verantwortlich sind. Hier kann eine kurze, schriftliche Vereinbarung helfen, bestimmte Verhaltens- oder Arbeitsweisen festzulegen. Nach einem gemeinsam vereinbarten Zeitfenster wird gemeinsam geprüft, ob sich die Arbeitsleistung wieder „gefangen“ hat.

Neben solchen individuellen schriftlichen Vereinbarungen ist es hilfreich, schriftliche Arbeitsanweisungen und Checklisten vorliegen zu haben. Hier kann man eventuell auf bestehende Dokumente aus dem Qualitätsmanagement zurückgreifen. Zur Verinnerlichung von Aufgaben war es in meiner alten Praxis üblich, dass die Azubis eigene Checklisten erstellt haben, die ihre Arbeitsbereiche abdeckten.

Wir haben immer viel Wert daraufgelegt, dass nicht nur die Leistungen in der Praxis, sondern auch in der Schule gut waren. Um positive Ergebnisse in Theorie und Praxis sicherzustellen gab es regelmäßige Fragestunden zwischen Ausbilderin und Azubi: Dabei konnten die Azubis ihre eigenen Fragen loswerden und zugleich wurde das Fachwissen durch die Ausbilderin abgefragt. Diese Unterstützung der schulischen Leistungen war dabei eine Win-Win-Situation für Azubis und die Praxis!

Eine freundliche Arbeitsweise oder ein positives Ergebnis sollte bestenfalls mit einem ehrlichen Lob bedacht werden. Dieses ehrliche, positive Feedback sorgt dafür, dass das Verhalten gefestigt und bestenfalls wiederholt wird. Dazu sollte das, was positiv bewertet wird, kurz beschrieben werden (z.B. „Ich habe gesehen, dass Sie X besonders gut erledigt haben.“). Anschließend werden die positiven Folgen aufgezeigt (z.B. „Das sorgt dafür, dass unsere Patientinnen und Patienten zufriedener sind.“). Zuletzt kann eine persönliche Rückmeldung gegeben werden (z.B. „Das finde ich klasse!“), um auch die persönliche Beziehung zu stärken.

Helfen diese und andere Tipps gar nicht im Umgang mit „Null-Bock-Azubis“ bleibt bestenfalls noch der Blick in die Zukunft! Macht Euch im Praxisteam Gedanken dazu, wie Ihr für den nächsten Ausbildungsstart mehr Bewerbungen bekommt. Das könnten kreative Ausschreibungen über die sozialen Medien sein. Vielleicht lohnt dafür ein Account Eurer Praxis bei Facebook oder Instagram? Es soll sogar Ausschreibungen geben, die über sog. Memes kursieren. Der Phantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt und so habt Ihr eventuell eine größere Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern. :)

Wie läuft es mit Euren Azubis? Was macht Ihr, um die Motivation aufrecht zu halten? Habt Ihr es schon mal mit Ausschreibungen über die sozialen Medien versucht? Ich freue mich, wenn Ihr in den Kommentaren Eure Erfahrungen teilt!

Viele Grüße

Steffi

Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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