Altersvorsorge für Medizinische Fachangestellte: Die Zukunft absichern
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Altersvorsorge für Medizinische Fachangestellte: Die Zukunft absichern

Als medizinische Fachangestellte haben wir einen verantwortungsvollen und herausfordernden Beruf. Dabei ist es wichtig, auch an die eigene Zukunft zu denken und rechtzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen. Was fällt unter eine Altersvorsorge? Wann sollte man anfangen und wie sollte die Vorsorge am besten strukturiert sein?

In diesem Blogbeitrag gebe ich euch einen Überblick über das wichtige, aber im Alltag oft vernachlässigte Thema zur finanziellen Absicherung unserer Zukunft.

Was ist Altersvorsorge?

Altersvorsorge bezeichnet alle Maßnahmen, die man treffen kann, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. Dazu gehören staatliche Leistungen wie die gesetzliche Rentenversicherung, aber auch private Vorsorgeformen wie Riester-Rente, Betriebsrente oder beispielsweise Aktieninvestments. Das Ziel ist es, im Ruhestand über ein ausreichendes monatliches Einkommen zu verfügen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Denn die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wann sollte man mit der Altersvorsorge beginnen?

Je früher ihr mit der Altersvorsorge startet, desto besser. Experten empfehlen, spätestens ab dem 25. Lebensjahr damit anzufangen. In diesem Alter habt ihr in der Regel eine feste Anstellung und ein regelmäßiges Einkommen. Aber für diejenigen unter euch, die dieses Alter schon teils länger hinter sich gelassen haben, kann ich sagen: Es ist nie zu spät, mit der Vorsorge zu beginnen. Egal in welchem Alter ihr seid, ihr könnt durch gezielte Maßnahmen viel für eure finanzielle Zukunft tun.

Wie sollte eine Altersvorsorge strukturiert sein?

Eine gute Altersvorsorge sollte aus mehreren Bausteinen bestehen:

1. Gesetzliche Rentenversicherung

Als Arbeitnehmer seid ihr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Hier zahlt ihr monatlich Beiträge ein, die euch später eine staatliche (Grund-)Rente sichern.

2. Betriebliche Altersvorsorge

Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge an. Dabei unterstützt der Arbeitgeber finanziell beim Aufbau einer zusätzlichen Rente. Hier solltet ihr bei eurem Arbeitgeber prüfen, welche Optionen in eurem Fall bestehen, denn für den Arbeitgeber ist dies steuerlich in jedem Fall interessant. 

3. Private Vorsorgeformen

Um im Alter finanziell gut abgesichert zu sein, empfiehlt es sich, zusätzlich private Vorsorgeformen wie eine Riester-Rente, Lebensversicherung oder Aktieninvestments aufzubauen.

Wie viel sollte man monatlich sparen?

Die empfohlene Sparrate hängt von eurem individuellen Einkommen und natürlich den Lebenszielen ab. Experten raten, monatlich 10-15% des Nettoeinkommens für die Altersvorsorge zurückzulegen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.000 Euro wären das also 200-300 Euro pro Monat. Je nach individueller Lebenssituation muss man prüfen, was realistisch und machbar ist.

Was oder wo sollte man investieren?

Für eure private Altersvorsorge bieten sich verschiedene Anlageformen an:

  • Riester-Rente: staatlich geförderte, private Rentenversicherung
  • Betriebliche Altersvorsorge: vom Arbeitgeber unterstützte Vorsorge
  • Aktien und Fonds: Investitionen in den Aktienmarkt
  • Immobilien: Vermietung oder Eigennutzung im Alter

Das klassische Haushaltsbuch

Das Führen eines Haushaltsbuchs ist der erste Schritt, um einen Überblick über die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben zu bekommen. Hier muss man absolut ehrlich zu sich selbst sein: das Abo beider abonnierter Streaming-Dienste, die monatliche Rate des Fitnessstudios, das seit drei Monaten nicht mehr besucht wurde oder die Party mit euren Freunden, mit denen ihr am letzten Freitag etwas über die Stränge geschlagen habt… All dies sind Positionen, die ihr im Haushaltsbuch aufschreiben müsst. Folgende Spalten machen aus meiner Erfahrung in der Tabelle des Haushaltsbuchs Sinn:

  • Datum
  • Kategorie (z.B. Wohnung, Lebensmittel, Auto/Transport, Hobby, Ausgehen)
  • Position (z.B. Nebenkostennachzahlung, Supermarkteinkauf, Autoreparatur, Yoga, Cocktailbar)
  • Ausgabe/Einnahme

Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps, die sich automatisch mit eurem Konto verbinden und in die ihr Barausgaben selbst eintragen könnt. Hier könnt ihr Kategorien vergeben und am Ende eines jeden Monats sehen, in welchem Bereich ihr wie viel ausgegeben habt.

Der nächste Schritt: Money Journaling

Ihr bringt euer Haushaltsbuch einen Schritt weiter, wenn ihr sogenanntes „Money Journaling“ (Geldtagebuch) betreibt. Zugegeben, es hat etwas Esoterisches und ist eventuell nichts für jeden, aber ich wollte es euch nicht vorenthalten. Das Money Journaling soll euch dabei helfen, euer Verhältnis zum Geld besser zu verstehen:

  • Welche Gefühle und Gedanken habt ihr zu bestimmten Ausgaben?
  • Was denkt ihr über Geld? Denkt ihr etwas wie: „Geld ist die Wurzel allen Übels“, „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ oder „Ich liebe Geld“? Diese sogenannten Glaubenssätze sagen viel über euch selbst und über euren Umgang mit Geld aus. 
  • Wie stellt ihr euch eure Zukunft vor? Stellt euch das Szenario als vollständiges Bild vor: Was seht ihr? Wie fühlt es sich an? Wenn ihr das Ziel verinnerlicht habt, ist es konkreter und es soll eure Motivation steigern, dieses Ziel zu verfolgen.  

Euren aktuellen Status Quo richtig zu erfassen und zu verstehen ist die Grundlage, um Einsparmöglichkeiten zu erkennen. Diese Einsparungen können euch dann dabei helfen, Geld in eure Zukunft zu investieren.

Welche Anlageformen für euch am besten geeignet sind, hängt von euren persönlichen Zielen, eurer Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab. Bevor ihr euch einem Finanzberater anvertraut, möchte ich euch ans Herz legen, euch zunächst selbst umfassend mit dem Thema vertraut zu machen. Videos im Internet, Social Media Accounts oder Bücher zu Finanzanlagen sollten immer der erste Schritt sein. 

Was macht ihr schon, um für euer Alter vorzusorgen? Habt ihr eine betriebliche Altersvorsorge? Was sind eure Tipps und Ratschläge für eure Kolleginnen und Kollegen, die gerade erst mit dem Thema starten? Ich bin gespannt auf eure Diskussionen!

Viele Grüße

Eure Steffi

Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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