Abschalten nach der Arbeit

Abschalten nach der Arbeit

Endlich Feierabend – beim Verschließen meines Spinds gehe ich mental meine „innere Checkliste“ durch: Handy, Portemonnaie, Schlüssel für zu Hause? Nach einer kurzen Verabschiedung bei den Kollegen ist dann wirklich Schluss mit der Arbeit für den Tag – vorausgesetzt, es gibt nicht doch noch schnell etwas zu erledigen für die Arbeit: kurz zur Post, schnell noch das Material für die Hausbesuche ins Auto der Chefin räumen…

Durchschnittlich werden pro Tag pro Ärztin bzw. Arzt in einer niedergelassenen Praxis ca. 50 Patientinnen und Patienten behandelt. Je nach Praxisgröße begegnen wir MFA somit täglich einer fast unüberschaubaren Anzahl an Patientinnen und Patienten, deren Angehörige oder Begleitpersonen. Dazu kommen weitere Personen, die „mal eben“ ein Rezept brauchen, „nur kurz“ eine (nicht ganz so kurze) Nachfrage haben oder „noch schnell“ einen anderen Termin vereinbaren möchten. 

Wir sind bei unserer Arbeit ganztags unter Strom und halten viele Bälle in der Luft. Aber es gibt ja auch noch das Leben außerhalb der Praxis: einige haben Familie mit Kindern oder ohne, manche haben Eltern, um die man sich kümmern muss und viele von uns engagieren sich in Ehrenämtern… dazu der normale Wahnsinn in Form von Essenseinkäufen, Wäschebergen, Amtsgängen oder auch mal einer ungeplanten Autoreparatur. Die Zeit für die Hobbys, die einem spontan bei „Feierabend“ oder „Freizeit“ in den Kopf kommen, macht nur einen kleinen Teil aus. 

Feierabend machen

Hier sind fünf Ideen, schnell von Arbeit auf Feierabend zu schalten:

1. Feierabend-Ritual

Ähnlich wie ich es mir mit meinem Spind-Abschließen angewöhnt habe, könnt ihr euch ein eigenes Mini-Ritual überlegen. Es kann etwas Simples sein, wie den Computer runterzufahren, eure Kaffeetasse in die Spülmaschine einzuräumen oder einen letzten Blick auf den Empfangstresen der Praxis zu werfen, bevor ihr euch umdreht.  

2. Runterfahren

Nicht nur der Computer braucht Zeit, um herunterzufahren – wir brauchen es auch. Eine halbe Stunde Zeit, um die Arbeit Arbeit sein zu lassen, ist optimal. Dabei könnt ihr ein Buch lesen, Hörbuch hören, spazieren gehen oder etwas anderes machen, was euch persönlich guttut. 

3. Präsenz zeigen

Hiermit ist nicht gemeint, immer überall zu sein. Ganz im Gegenteil: seid möglichst ausschließlich im Hier und Jetzt. Ihr seid gerade mit einem Freund spazieren? Bleibt mental beim Gespräch mit eurem Freund und schweift mit den Gedanken nicht wieder zur Arbeit ab. Es hilft, sich aktiv darum zu bemühen, andere Gedanken oder Themen wegzuschieben und den Moment zu genießen. 

4. Gegenpol zur Arbeit

Sport ist nicht immer das optimale Freizeitprogramm. Habt ihr einmal eure Schritte gezählt, die ihr täglich in der Praxis zurücklegt? Man sollte auf 10.000 Schritte täglich kommen. An vielen Praxistagen toppe ich das problemlos! Dann darf man wirklich als Kontrastprogramm abends einfach mal auf der Couch liegen :)

5. Lästige Gedanken?

Manchmal hilft jeder gut gemeinte Tipp nicht und es schieben sich doch noch Themen von der Arbeit in unsere freie Zeit. Schreibt eure Gedankenblitze als Notiz ins Handy oder auf ein Blatt Papier. So könnt ihr sicher sein, dass ihr am nächsten Tag bei der Arbeit daran denkt und den Gedanken abends aber auch loslassen könnt.  

Was macht ihr, um nach Feierabend die Arbeit hinter euch zu lassen? Ist es bei eurer Arbeit möglich, sich gut abzugrenzen oder müsst ihr abends noch erreichbar sein? Ich freue mich über eure Tipps!

Viele Grüße 

Eure Steffi  

 

 

Artikel kommentieren

×

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

E-Mail schreiben