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Purpura, Petechien: Einblutungen in die Haut

Einblutungen sind Blutansammlungen im Gewebe, die aus den Blutgefäßen ausgetreten sind. Im Gegensatz zu einer äußeren Blutung tritt das Blut nicht außerhalb des Körpers aus, sondern verbleibt innerhalb der Gewebestrukturen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn innere Organe von Einblutungen betroffen sind, sind diese nach außen nicht sichtbar. Stattdessen treten häufig Symptome abhängig vom betroffenen Organ sowie Schmerzen auf.

Dadurch, dass Blut in Gewebestrukturen eindringt, entstehen Schwellungen an den betroffenen Stellen. Dabei fließt das ausgetretene Blut bevorzugt in Räume zwischen verschiedenen Gewebeschichten. Das Ausmaß der Einblutung und somit auch die Größe der Schwellung hängt von der Menge des Blutes ab, das aus dem Blutgefäß ausgetreten ist.  

Einblutungen: Klassifizierung

Einblutungen in die Haut sind durch Verfärbungen äußerlich deutlich sichtbar.

Zusammengefasst werden alle Kapillarblutungen in Haut- oder Schleimhautschichten als Purpura bezeichnet. Frische Einblutungen sind rot gefärbt. Wenn das Blut geronnen ist, nehmen die betroffenen Areale violett-bläuliche Farbtöne an. Während des enzymatischen Abbaus der Blutbestandteile, vor allem des Hämoglobins, verfärben sich Einblutungen über Braun und Grün zu schwachen Gelb- oder Braun-Tönen bis sie schließlich komplett verschwinden. Abhängig von Größe und Form der Einblutung werden Purpura wie folgt unterschieden:

  • Petechien sind punktförmige Einblutungen in den Hautschichten etwa in der Größe eines Stecknadelkopfes. Meist treten lokal begrenzt viele Petechien auf einmal auf.
  • Ekchymosen sind flächige Einblutungen bis maximal Münzgröße.
  • Sugillationen sind etwa münzgroße Einblutungen in die Haut.
  • Suffusionen sind unscharf begrenzte, großflächige Einblutungen, die auch Gewebe unterhalb der Hautschichten (Subkutis) betreffen können.
  • Hämatome werden auch als Bluterguss oder „blauer Fleck“ bezeichnet. Hämatome können auch in der Subkutis auftreten und werden vorrangig durch Krafteinwirkung von außen verursacht.
  • Vibices sind selten vorkommende Einblutungen, die streifenförmig in der Haut sichtbar sind.

Was sind die Ursachen für Einblutungen?

Einblutungen entstehen durch kleine Verletzungen der Blutkapillaren in der Haut.

Ursachen für Pupura sind im allgemeinen Erkrankungen oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Abgesehen von Hämatomen treten Purpura eher selten durch mechanische Krafteinwirkung von außen auf. Besonders Störungen der Blutgerinnung durch einen Mangel an Blutplättchen oder Blutgerinnungsfaktoren können Einblutungen zur Folge haben. Diabetes, Vaskulitiden, Infektionen, Blutvergiftungen (Sepsis), Autoimmun- sowie Krebserkrankungen oder Alters- und Pergamenthaut erhöhen ebenfalls die Gefahr für das Auftreten kleiner Gefäßverletzungen. Medikamentös können Purpura z.B. durch die Einnahme von Kortison, Antibiotika, Antiepileptika, Schmerzmittel oder Blutverdünner verursacht werden.

Hämatome entstehen im Allgemeinen nach Gewalteinwirkung von außen (Traumata). Das Auftreten von Hämatomen in der Haut oder Subkutis nach einem Trauma ist meist harmlos und verheilt nach wenigen Wochen vollständig. Entstehen Hämatome bereits nach leichten Berührungen, könnte das allerdings einen Hinweis auf Blutgerinnungsstörungen oder andere Erkrankungen liefern. In diesem Fall sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Hämatome können auch innerhalb des Körpers auftreten, z.B. im Gehirn, im Bauchraum, im Muskel oder in anderen Organen. Dann sind Hämatome ausgesprochen gefährlich bis lebensbedrohend und müssen umgehend im Krankenhaus versorgt werden.

Einblutungen, Purpura

Was unterscheidet eine Einblutung von Erythem, Wundhämatom und Serom?

Auf den ersten Blick sehen frische Einblutungen und Erytheme sehr ähnlich aus. Beide führen zu Rötungen der Haut.

Ein Erythem entsteht im Gegensatz zur Purpura durch eine verstärkte Durchblutung aufgrund von Entzündungsprozessen. Das Blut tritt also nicht aus dem Blutgefäß aus. Ein einfacher Drucktest verrät, ob es sich bei der Hautverfärbung um eine Einblutung oder ein Erythem handelt: Bei einem Erythem lässt sich die rötliche Färbung der Haut wegdrücken, weil das Blut aus den Blutgefäßen gedrückt wird. Wenige Sekunden später füllen sich die Blutgefäße wieder und die Rötung kehrt zurück. Bei einer Einblutung verschwindet die Rötung nicht durch Druck auf die Stelle, da das Blut außerhalb der Blutgefäße im Gewebe geronnen ist. Eine nicht-wegdrückbare Rötung kann auch ein Symptom für einen Dekubitus sein.

Von Hämatomen, die durch äußere Traumata verursacht wurden, sind Wundhämatome zu unterscheiden. Ein Wundhämatom entsteht im Zusammenhang mit einer bereits vorhandenen Wunde. Dabei fließt das Blut aus dem Wundgebiet in das benachbarte Gewebe ein und führt dort zu einer Blutansammlung, dem Wundhämatom.

Im Gegensatz zu Einblutungen enthalten Serome statt Blut andere Gewebsflüssigkeiten wie Lymphe oder Wundflüssigkeit (Exsudat). Weil die Flüssigkeit in Seromen eher hell oder durchsichtig ist, sind Serome nicht verfärbt. Wie bei Einblutungen entsteht auch beim Serom eine Schwellung durch den Eintritt von Flüssigkeit in das Gewebe. Anders als eine Einblutung ist ein Serom aber nur selten schmerzempfindlich bei Druck von außen.

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Die Autoren

Dr. Roxane Lorenz

Nach ihrem Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dr. Lorenz zum Dr. rer. nat. Seit 2012 ist sie in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Dr. Ausbüttel tätig, seit 2018 auch als Leiterin dieser Abteilung sowie der Forschungsabteilung.

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