Psychische Widerstandskraft spielerisch entwickeln
Ein neues Simulationsspiel soll Pflegekräfte und insbesondere Auszubildende dabei unterstützen, besser mit Stress umzugehen.
Eine europäische Initiative hat ein Simulationsspiel entwickelt, das Pflegeauszubildende und auch erfahrene Fachkräfte gezielt auf belastende Situationen vorbereiten soll. Das Spiel trägt den Namen „Resilience Ridge“ und bildet den Abschluss des Projekts „Simply4emotions“. Die beteiligten Organisationen, darunter das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg und die Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, verfolgen damit das Ziel, den Umgang mit emotionalem Druck im Pflegeberuf aktiv zu verbessern.
Das Spiel simuliert eine Bergexpedition, bei der Teilnehmende typische Herausforderungen bewältigen müssen. Sie arbeiten im Team, treffen Entscheidungen und lösen Probleme unter Bedingungen, die Stress auslösen können. Dabei üben sie Verhaltensweisen, die sie später im Berufsalltag einsetzen können. Das Training findet in einem geschützten Rahmen statt, sodass die Teilnehmenden Erfahrungen sammeln, ohne reale Risiken einzugehen.
Übertragbar auf den Arbeitsalltag
Im Pflegealltag treten häufig Situationen auf, die emotional sehr herausfordernd sein können. Viele Beschäftigte kämpfen mit Überlastung oder fühlen sich erschöpft – bis hin zum Burn-out. Die Projektbeteiligten setzen darauf, dass Stressbewältigungsmechanismen immer ähnlich ablaufen, unabhängig von der individuellen Situation. Das Spiel vermittelt daher Hintergrundwissen im Umgang mit kritischen Situationen und fördert eine reflektierte Haltung im Umgang mit Stress. Die Teilnehmenden entwickeln Strategien, die sie direkt auf ihren Arbeitsalltag übertragen können. Das Besondere an „Resilience Ridge“ ist, dass das Spiel Spaß macht und nur indirekt Bezug zur Pflege hat. Anders gesagt: Es eignet sich auch für einen lustigen Abend im Freundeskreis.
Einrichtungen können das Angebot sowohl in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung nutzen. Pflegekräfte können aber auch direkt darauf zugreifen und sich die Spielkarten selbst ausdrucken. Probieren Sie es doch aus: Hier geht’s zum Spiel.