Eichenprozessionsspinner: Achtung bei Juckreiz!

Eichenprozessionsspinner: Achtung bei Juckreiz!

Mit dem Beginn des Frühjahrs steigt das Risiko für die sogenannte Raupendermatitis. Wer im Gesundheitswesen arbeitet, sollte die Symptome kennen.

Im April und Mai schlüpfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Sie besiedeln bevorzugt einzelne Eichen an Waldrändern, treten aber auch in Parks und Gärten auf. In den vergangenen Jahren war der Befall in folgenden Bundesländern besonders groß: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Tendenziell nimmt das Auftreten der Raupen zu, was vermutlich mit dem Klimawandel zusammenhängt. 

Ihre Brennhaare enthalten ein stark reizendes Protein, das Haut, Augen und Atemwege angreift. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich bei der Arbeit oder in der Freizeit viel im Freien aufhalten. Die feinen Haare der Raupen verbreiten sich durch den Wind und haften auch gut an Kleidung, Möbeln und dem Fell von Tieren. Bereits geringer Kontakt kann unangenehme Hautreaktionen auslösen. Dieses Phänomen sollten Beschäftigte im Gesundheitswesen im Kopf haben, wenn Patientinnen und Patienten über Juckreiz klagen. Auch ältere Menschen in Seniorenheimen können betroffen sein, beispielsweise nach einem Spaziergang. 

Von leichtem Juckreiz bis zur Atemnot 

Häufig zeigen sich plötzlich juckende Rötungen, Papeln oder Bläschen auf Gesicht, Hals und Unterarmen. Dieser Juckreiz hält mitunter mehrere Tage an. Viele Betroffene kratzen sich, was zu Verletzungen führen kann und das Infektionsrisiko erhöht. Bei starker Sensibilität drohen Schwellungen oder sogar allergische Reaktionen bis hin zu Atembeschwerden. 

Für medizinisches Fachpersonal gilt: Bei akut auftretenden, juckenden Hautveränderung in den Frühlingsmonaten sollte nach eventuellem Raupenkontakt gefragt werden. Eine gezielte Expositionsanamnese hilft, Fehlinterpretationen wie Insektenstiche oder Ekzeme zu vermeiden. 

Die Diagnose erfolgt primär anhand des klinischen Bildes. Meist genügt eine symptomatische Therapie mit kortisonhaltiger Creme oder kühlen Umschlägen. In leichten Fällen reichen daher frei verkäufliche Produkte aus der Apotheke aus. Bei stärkeren Beschwerden ist es empfehlenswert, einen Termin in einer hausärztlichen oder in einer dermatologischen Praxis zu vereinbaren. In jedem Fall gilt: Betroffene müssen zur Ärztin oder zum Arzt gehen, wenn die Augen oder die Atemwege betroffen sind. 

Tipps für Beschäftigte im Gesundheitswesen 

Informieren Sie Patientinnen und Patienten über typische Symptome und Vorsorgemaßnahmen. Denken Sie bei Hautproblemen im Frühling an eine mögliche Raupenexposition.

Beugen Sie selbst im privaten Umfeld vor: Meiden Sie Regionen, die für einen Raupenbefall bekannt sind. Entfernen Sie eventuelle Nester im Garten nicht selbst, sondern informieren die kommunalen Behörden. Tragen Sie bei anschließenden Reinigungsarbeiten Handschuhe und bedeckte Kleidung.

Eichenprozessionsspinner: Achtung bei Juckreiz!
ArtikelInfos zu Insektenstichen
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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