Leiharbeit in der Pflege: Die Tendenz geht nach unten
Der Bundestag hat eine Anfrage der Linken-Fraktion zum aktuellen Stand der Leiharbeit und der Gehälter in der Pflege beantwortet. Das sind die Ergebnisse.
Seit 2020 arbeiten stabil über 1,6 bis 1,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Pflegeberufen, davon zuletzt rund 31.500 bis 36.000 in Leiharbeit, also etwa 1,8 bis gut 2 Prozent. Der Anteil stieg zunächst bis 2023, ging 2024 aber wieder leicht zurück.
Leiharbeit findet überwiegend im Fachkräftebereich statt, während Helferinnen und Helfer seltener über Zeitarbeit beschäftigt werden. Männer nutzen Leiharbeit etwas häufiger als Frauen, besonders im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Regional zeigt sich ein hoher Anteil von Leiharbeit in Großstädten wie Berlin und Hamburg, während einige ostdeutsche Länder eher niedrige Quoten aufweisen.
Was Sie zu Lohn und Niedriglohn wissen sollten
Beim Bruttolohn liegen vollzeitbeschäftigte Pflegefachkräfte im Durchschnitt bei gut 4.275 Euro im Monat, Leihpflegekräfte leicht darunter bei rund 4.235 Euro. Auffällig ist der Gehaltsunterschied bei den Hilfskräften. Hier stehen 3.215 Euro (festangestellt) 2.684 Euro (Zeitarbeit) gegenüber.
Gleichzeitig sinkt der Anteil der Kolleginnen und Kollegen im unteren Entgeltbereich deutlich: 2020 erhielten noch fast 15 Prozent der Vollzeitpflegekräfte einen Niedriglohn, 2024 lag dieser Anteil nur noch gut bei 7 Prozent. In der Leiharbeit ging der Niedriglohnanteil im gleichen Zeitraum von gut 16 auf knapp 10 Prozent zurück.
Insgesamt gehen die Entgelte also weiterhin nach oben, auch wenn Unterschiede bestehen, vor allem nach Qualifikation und Region sowie der Form der Beschäftigung.
Die Bundesregierung betont, dass Leiharbeit vor allem kurzfristige Personallücken schließen soll. Das heißt, langfristiges Ziel sei es, dass sich die Arbeitsbedingungen und die Personaldecke in den Stammteams so verbessern, dass keine Springer aus der Zeitarbeit mehr benötigt würden.