Ingwer in den Vordergrund rücken
Die Arzneipflanze des Jahres 2026 heißt Ingwer. Ihre Stärken sind gut belegt, weswegen Sie als PTA oder PKA diese Info nutzen können, um das Thema in der Freiwahl gut zu positionieren.
Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den Ingwergewächsen, wächst als ausdauernde Staude und bildet das arzneilich genutzte Rhizom, den Ingwerwurzelstock. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südasien, wird heute in vielen Tropenländern großflächig angebaut und zählt weltweit zu den wichtigsten Heilpflanzen.
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie haben Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt und betonten dabei die Neubewertung seiner gesundheitsfördernden Wirkungen. Denn Ingwer hat einerseits bereits seit mehr als 2.000 Jahren eine Bedeutung als Heilpflanze in der europäischen Medizin, andererseits sind Teile seines Wirkprofils inzwischen wissenschaftlich belegt.
Das kann Ingwer
Als Grundlage für Arzneimittel dient das getrocknete Rhizom (Zingiberis rhizoma), das gegen Übelkeit und Erbrechen hilft, gegen Blähungen eingesetzt wird und leicht entzündungshemmende Eigenschaften hat. Scharfstoffe wie Gingerole und Shogaole regen zudem Speichel-, Magen- und Gallensekretion an und unterstützen so die Verdauung.
In der HMPC-Monographie (Herbal Medicinal Product Committee) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sind Bewertungen von Heilpflanzen, die Anwendung, Wirksamkeit und Sicherheit aufgelistet. Dort ist Ingwer zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit als well-established use (anerkannte Wirkung) aufgeführt, was eine solide klinische Datenlage widerspiegelt. Im Rahmen des traditional use (traditionelle Anwendung) sollen Ingwerpräparate leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden mit Blähungen sowie Symptome der Reisekrankheit lindern.
Kürzlich wurde der Eintrag um den traditionellen Einsatz bei vorübergehender Appetitlosigkeit, leichten Gelenkschmerzen und Erkältungssymptomen bei Erwachsenen erweitert.
Fachleute empfehlen Ingwer auch als Teil einer antientzündlichen Ernährung bei chronischen Wunden.
Tipps für PTA und PKA
Im Alltag bereiten viele Kundinnen und Kunden Ingwertee aus zerschnitten Knollen zu, um das Wohlbefinden bei Erkältung zu unterstützen. Sinnvoll ist es daher, wenn Sie als PTA oder PKA gerade jetzt in der Erkältungszeit gezielt auf fertige Ingwer-Tees verweisen und diese gut sichtbar platzieren.
Argumente für den Verkauf: Fertige Tees sind leichter zu handhaben. Zudem ist die Qualität geprüft und es besteht nicht die Gefahr, dass der fertige Tee zu scharf ist, was bei der Verwendung frischer Knollen leicht passieren kann.
Legen Sie das Thema „Arzneipflanze des Jahres“ zudem auf Wiedervorlage für die Urlaubszeit. Gestalten Sie beispielsweise ein Schaufenster mit Hintergrundinformationen, Bildern und Präparaten. Mögliche Themeninseln wären „Reisekrankheit“ oder „Bessere Verdauung“.