Forschende entwickeln „Tinte“ für die Wundheilung

Forschende entwickeln „Tinte“ für die Wundheilung

Mit einer speziellen „Tinte“ will ein Forschungsteam die Wundheilung unterstützen. Aufgetragen wird sie über einen 3D-Stift. Sie könnte daher auch im Bereich der ambulanten Pflege einfach oder unkompliziert eingesetzt werden.

Die Heilungsprozesse des Körpers sind komplex, und dauern bei größeren Wunden verhältnismäßig lange. Nicht nur bei einer gestörten Wundheilung ist es daher in vielen Fällen sinnvoll, den Organismus bei den verschiedenen Prozessen zu unterstützen. Das hat allerdings Grenzen und bezieht sich unter anderem auf Themen wie Reinigung, Débridement oder spezielle Wundauflagen. Ein Forschungsteam in China hat jetzt einen zusätzlichen Ansatz vorgestellt: Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben eine spezielle Tinte entwickelt. Sie soll die Heilungsprozesse aktiv fördern.

Tierstudien mit Mäusen haben ergeben, dass die Wunden dank dieser Spezialtinte nach nur zwölf Tagen fast vollständig verheilt waren.
 

Tinte wird über einen 3D-Druckstift aufgetragen

Unter anderem spielen weiße Blutkörperchen beziehungsweise die von ihnen ausgeschiedenen extrazellulären Vesikel (EVs) eine wichtige Rolle bei der Wundheilung. Sie tragen dazu bei, dass sich Blutgefäße neu bilden und Entzündungen nicht so schnell auftreten beziehungsweise sich schneller wieder zurückbilden. An dieser Stelle setzen die Forschenden an.

Ihre Spezialtinte heißt PAINT (Portable Bioactive Ink for Tissue Healing). Sie besteht aus EVs, die von bestimmten weißen Blutkörperchen, abgesondert wurden. Kombiniert werden sie mit dem Geliermittel Natriumalginat. Beide Komponenten stecken in einem 3D-Druck-Stift und vermischen sich beim Auftragen an der Stiftspitze. Bei der Wundbehandlung wird die Stiftspitze einfach über die Verletzung geführt, wo sie ein stabiles Gel bildet.

Die Tierstudien haben gezeigt, dass diese künstlich aufgetragenen EVs die Bildung von Blutgefäßen fördert. Auch die Entzündungsmarker gingen zurück. Neue Kollagenfasern entstanden schneller.

Im nächsten Schritt soll PAINT bei Menschen getestet werden. Wie bei allen medizinischen Produkten würde es allerdings auch bei einem erfolgreichen Test noch eine Weile dauern, bis die Wundheilungsstifte auf den Markt kämen. Dann hätten sie aber den Vorteil, dass sie schnell und unkompliziert ambulant angewendet werden könnten.

Forschende entwickeln „Tinte“ für die Wundheilung
Der Autor Thomas Teicher
Thomas Teicher Moderator

Thomas Teicher arbeitet seit 7 Jahren als PTA in öffentlichen Apotheken und ist seit 4 Jahren als freiberuflicher Trainer in ganz Deutschland unterwegs. Seit August 2021 unterstützt er das Moderatoren-Team von Dr. Ausbüttel.