DEWU 2026: Keine zu schnellen Entscheidungen in der Wundversorgung treffen!
Auf dem Deutschen Wundkongress (DEWU) wurde deutlich: Im Umgang mit infizierten Wunden kommt es häufig zu Fehlern. Zeitdruck, Unsicherheit und auch fehlende Kostenerstattung führen mitunter zu vermeidbaren Komplikationen.
Der DEWU fand in diesem Jahr erstmals im Schulterschluss mit der European Wound Management Association (EWMA) statt. Dementsprechend war noch mehr internationale Expertise versammelt als im vergangenen Jahr. Das Motto lautete: Neuanfang versus Umdenken – Wundversorgung in einer Welt im Wandel. Einige Themen zogen sich durch viele Vorträge. Die Draco-Expertinnen waren vor Ort und haben die wichtigsten Informationen für Sie gesammelt.
Top-Thema Antimicrobial Stewardship
Gerade beim Thema chronische Wunden sind die Herausforderungen groß, wobei klar ist: Jede chronische Wunde trägt Keime, doch nicht bei jeder Wunde entwickelt sich eine Infektion. Diese Unterscheidung fällt im Praxisalltag nicht immer leicht und erfordert viel Aufmerksamkeit und Erfahrung.
Viele Fachkräfte verlassen sich dabei zu stark auf bakterielle Abstriche. Diese liefern zwar Hinweise, doch sie ersetzen keine klinische Einschätzung. Anders gesagt: Wenn Sie allein auf der Grundlage von Abstrichergebnissen handeln, riskieren Sie vorschnelle Therapieentscheidungen – solche sogenannten „Quick-Looks“ erhöhen zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Antiseptika oder Antibiotika einsetzen, obwohl keine klare Indikation vorliegt. Denn nicht jede kolonisierte oder stagnierende Wunde ist automatisch infiziert.
Die Vortragenden betonten: Setzen Sie lokale Antiseptika bewusst ein und begrenzen Sie die Dauer der Anwendung.
Gleichzeitig verordnen Ärztinnen und Ärzte systemische Antibiotika noch zu häufig. In vielen Fällen reicht eine lokale antimikrobielle Therapie aus. Wenn Sie frühzeitig differenzieren, tragen Sie dazu bei, unnötige systemische Belastungen zu vermeiden.
Ein verantwortungsvolles Antimicrobial Stewardship (AMS) reduziert also das Risiko von Resistenzentwicklungen.
Zur Erinnerung: Leitlinien bieten hier eine wichtige Orientierung. Wenn Sie diese konsequent nutzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Sie unnötige antimikrobielle Maßnahmen ergreifen. Außerdem bleibt die Versorgungsqualität hoch.
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Fehlende Kostenerstattung
Kritik wurde auch an strukturellen Problemen laut: Antiseptika gehören im ambulanten Bereich nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Das heißt, manche Patientinnen und Patienten müssen auf notwendige Produkte verzichten, weil sie die Kosten nicht tragen können. Dadurch entstehen vermeidbare Komplikationen, die unterm Strich später mehr Aufwand, höhere Kosten und zusätzliches Leid verursachen.
WundDoku App zur Verlaufskontrolle
Entscheidend für die Wundversorgung bleibt die Verlaufskontrolle. Wenn Sie Wunden regelmäßig beurteilen und dokumentieren, erkennen Sie Veränderungen früh und können die Therapie gezielt anpassen. Ohne diese Kontrollen steigt das Risiko für Rückfälle deutlich. Bei der Dokumentation kann ihnen beispielsweise die Draco WundDoku App helfen.
Zusammengefasst: Tipps für den Arbeitsalltag
Prüfen Sie klinische Zeichen einer Infektion und verlassen Sie sich nicht allein auf Abstriche.
Nutzen Sie Leitlinien aktiv, um Therapieentscheidungen zu treffen.
Setzen Sie Antiseptika gezielt und zeitlich begrenzt ein.
Hinterfragen Sie systemische Antibiotikagaben und wählen Sie nach Möglichkeit lokale Alternativen.
Führen Sie Verlaufskontrollen konsequent durch und dokumentieren Sie die Veränderungen. Hilfreich sind dabei digitale Lösungen wie die Draco WundDoku App.