Kommunikationsmodell SICG-PEDS
Das Kommunikationsmodell “SICG-PEDS” (Serious Illness Conversation Guide-PEDS ) wurde speziell für die Pädiatrische Palliativversorgung entwickelt. Es dient der ganzheitlichen Erfassung der Familie und kommt bei der Mitteilung von Informationen, bei Prognosegesprächen oder im Falle einer Krankheitsverschlechterung zur Anwendung. Die Familie steht mit ihrer individuellen Haltung, ihren Werten, Zielen, Wünschen und mit ihren Informationsbedürfnissen im Mittelpunkt!
Vorbereitung
Gesprächsvorbereitung und -beginn
Einen Termin zu vereinbaren, vermittelt Wertschätzung. Es ermöglicht Eltern die Vorbereitung, Sammlung von Fragen und das Mitbringen nahestehender Personen.
- Informieren Sie zu Beginn über das Gesprächsziel.
- Rückversichern Sie sich, dass das geplante Thema angesprochen werden darf.
Klären
Informationsstand und -bedürfnis klären
- Erfragen Sie die elterliche Wahrnehmung und Bewertung der Erkrankung in zentralen Situationen der Erkrankung (Diagnose, Verschlechterungen)
- Gewinn: Sie erhalten Einblicke in
a) Emotionen, Ängste und Sorgen und
b) den aktuellen Wissensstand der Familien (nicht immer werden alle relevanten Informationen aufgenommen).
Wichtig:
- Mit welchen Worten beschreiben Eltern die Erkrankung?
- Welche Symptome/ Veränderungen nehmen sie an ihrem Kind wahr?
Gut zu wissen:
Aufklärung, Information und Begleitung reduzieren Sorgen, Ängste und Fragen der Familien.
- Orientierung am Informationsbedürfnis vermeidet Überforderung und unnötige Ängste bei den Familien.
Mitteilen
Informationen über Krankheitsverlauf & Prognose mitteilen
- Prognosemitteilung: Geben Sie kurze, präzise und ehrliche Informationen.
- Beziehen Sie Unsicherheit, den aktuellen Gesundheitszustand und Zeit ein.
Unterstützen Sie die Familie im Umgang mit der unsicheren Prognose durch:
- Vorbereitung auf kurzfristig eintretende Akutsituationen gibt Eltern für nahe Zukunft mehr Sicherheit.
- Vermeidung einer zu vorausschauenden Planung.
Wenn eine exaktere Prognose möglich ist:
- Thematisierung und Einleitung einer palliativen Versorgung anstelle belastender Behandlungen.
Bearbeiten
Umgang mit Kernthemen: Hoffnungen, Ängste, Sorgen, Krankheitsverschlechterung
Hoffnungen, Ängste und Sorgen, Krankheitsverschlechterung und Entscheidungen begleiten alle Familien.
Unterstützen können Sie durch:
- Aufmerksame Wahrnehmung und Thematisierung zentraler Themen
- Fokus auf Ressourcen der Familie lenken
Navigation der Lehreinheiten und Materialien
- Übersichtsseite GeKo
- Kennenlernen der Familie
- Diagnosegespräch mit den Eltern
- Krankheitsverschlechterung mitteilen
- Umgang mit Hoffnungen
- Zweifel und Unsicherheiten
- Emotionale Reaktion der Eltern
- Das Gespräch mit dem Kind
- Ungeplante Gespräche
Kommunikationsmodelle
Hoffnungen
Eltern haben auch bei einer schweren Erkrankung ihres Kindes Hoffnungen.
- Aufmerksames, aktives Zuhören und Nachfragen ermöglicht Familien Konkretisierung von Hoffnungen.
- Anpassung von Hoffnungen an gesundheitliche Situation und Möglichkeiten.
Ängste und Sorgen
- Aufmerksames Zuhören, ohne zu bagatellisieren oder nach Lösungen zu suchen.
- Ernst nehmen und anerkennen unterstützt Eltern, z.B. durch schnelle Erreichbarkeit oder Gespräche über die zukünftige Versorgung.
Krankheitsverschlechterungen
- Aufmerksam zuhören
- Anerkennung der Trauer um Funktionsverlust
Entscheidungen treffen
- Eltern treffen Entscheidungen für ihr Kind
- Ausgeprägte Feinfühligkeit erforderlich
- Vor- und Nachteile mit Familie diskutieren
- Akzeptanz und Unterstützung getroffener Entscheidungen
Ressourcen
Zur Stärkung der Familie können vorhandene Ressourcen (soziale Kontakte, Erlebnisse) herausgearbeitet und die Familie dazu motiviert werden, diese aktiv zu nutzen.
Beenden
Gespräch beenden
- Zusammenfassung: Fassen Sie am Ende das Gesagte und Beschlossene zusammen.
- Rückversichern: Lassen Sie sich ein gemeinsames Verständnis des Gesagten von den Eltern versichern.
- Empfehlungen: Richten Sie medizinische Empfehlungen an Realität, Werte und Haltung der Familien zu zentralen Themen (Ängste, Hoffnungen) aus.