Kommunikationsmodell NURSE

Kommunikationsmodell NURSE

Das Kommunikationsmodell “NURSE” unterstützt Sie dabei, empathisch auf (starke) Emotionen von Eltern und Kindern in belastenden Gesprächssituationen reagieren zu können. 

Hilfreich zu wissen: 

Haben Eltern/ Patient:innen ihre Emotionen, Gedanken oder Perspektiven offengelegt, sollte diesen ausschließlich mit Akzeptanz und Wertschätzung begegnet werden, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für die weitere Behandlung.

  • Wichtig: Akzeptanz ist nicht gleichzusetzen mit Zustimmung.
  • Zu vermeiden: unmittelbare Bestätigungen, Bewertungen, Widerlegungen

Material: Respond to Emotion (Back et al., 2005)

Speziell in Gesprächen mit Patient:innen: Emotional belastete Kinder benötigen häufig spezielle Rahmenbedingungen, um sich zu öffnen. Sie können Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes direkt nach ihren Sorgen fragen. Alternativ können Sie Möglichkeiten schaffen, Belastungen über andere Kommunikationskanäle (Kunst, Musik) auszudrücken. 

NAMING = Emotionen benennen

  • Beschreiben Sie die wahrgenommenen Emotionen (offen oder nur für sich).
  • Vermeiden Sie Deklarationen der vermuteten Emotionen.
  • Versuchen Sie, Ihre Vermutung zu beschreiben.

Formulierungsbeispiel:

„Der Anblick des Schlauchs in Marias Bauch ist schwer für Sie auszuhalten, oder?“

UNDERSTANDING = Verstehen

  • Bestätigen Sie den Eltern/ Patient:innen, dass ihre Gefühle und Emotionen in der jetzigen Situation nachvollziehbar sind.
  • Hören Sie aufmerksam zu oder fragen Sie nach – dadurch geben Sie den Emotionen den nötigen Raum.
  • Vermeiden Sie eine Beruhigung der Eltern/ Patient:innen.

Formulierungsbeispiele:

„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlen muss für Sie.“
„Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich wie eine Niederlage anfühlt, dass Maria die PEG jetzt gebraucht hat.“

RESPECTING = Anerkennung

Anerkennung ist ein Kernelement von Empathie und zeigt den Eltern/ Patient:innen, dass ihre Gefühle und Emotionen wichtig und erlaubt sind.

  • Wertschätzen Sie die Emotionen durch nonverbale und verstärkende verbale Reaktionen.
  • Passen Sie Ihre Reaktion an die Ausprägung der Emotion an.
  • Schätzen Sie z.B. offen den Umgang der Eltern/ Patient:innen mit der Erkrankung.


Formulierungsbeispiel: 

„Sie haben ganz sicher alles getan, was möglich war.“

SUPPORTING = Empathisch unterstützen

Sichern Sie der Familie entsprechend ihrer jeweiligen Situation die notwendige Unterstützung zu und sprechen Sie ausschließlich ehrlich gemeinte und leistbare Unterstützung aus.

Formulierungsbeispiel: 

„Wir wollen das mit Ihnen zusammen schaffen und unterstützen Sie, so gut wir können.“

EXPLORING = Ergründen

Um mehr über tieferliegende Emotionen oder Sorgen der Eltern/ Patient:innen zu erfahren, sollten Sie bei Bedarf nachfragen.
 

Formulierungsbeispiele: 

„Welche Bilder kommen bei Ihnen durch den Anblick von Blut und der PEG hoch?“
„Möchten Sie mir mehr darüber sagen…?“

Literatur