Studie: Kompetenzen von Pflegekräften stärker nutzen
 - Pflegekräfte

Studie: Kompetenzen von Pflegekräften stärker nutzen

Eine europäische Analyse zeigt, welche Aufgaben Pflegekräfte in der häuslichen und ambulanten Primärversorgung bereits leisten – und wo Deutschland steht.​

Das IGES Institut hat 67 internationale Studien analysiert, bei denen es um die Qualität der ambulanten Versorgung ging. Besonderes Augenmerk lag auf den jeweiligen Kompetenzen der Pflegekräfte: Wie hängen diese mit der Versorgungsqualität und der Arbeitszufriedenheit zusammen? Ein wichtiges Ergebnis lautete: Klare Zuständigkeiten und Rollenprofile innerhalb der Versorgungsteams sind unverzichtbar.

Ein Blick auf die Versorgung in Europa 

Bei ihrer Analyse haben die IGES-Forschenden festgestellt, dass Pflegekräfte in der Primärversorgung nicht nur grundpflegerische Tätigkeiten ausführen, sondern auch Assessment, Beobachtung und Verlaufsbewertung übernehmen. Sie erheben systematisch Symptome, schätzen Risiken ein und erkennen daher eventuelle Verschlechterungen in der Regel früh. Sie stimmen sich dabei eng mit Hausärztinnen und Hausärzten ab und geben Rückmeldungen zum Zustand der Patientinnen und Patienten.​ 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Schulung und Beratung. Pflegekräfte informieren Patientinnen und Patienten sowie Angehörige zu Medikamenteneinnahme, Symptomkontrolle und Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen. Sie planen Gespräche und klären umfangreich auf. Damit stärken sie die Selbstständigkeit im Alltag, stützen pflegende Angehörige und tragen dazu bei, Komplikationen vorzubeugen.​ Unterm Strich werden dadurch Krankenhausaufenthalt zum Teil verhindert und viele Pflegebedürftige können länger in der Häuslichkeit verbleiben. 

International koordinieren Pflegekräfte zudem häufig die Versorgungsprozesse. Sie stimmen Termine, Hilfsmittelversorgung und Unterstützungsangebote mit Ärzten und Ärztinnen und sozialen Diensten ab. Sie achten darauf, dass keine Lücken in der Versorgung entstehen, und passen die Planung an, wenn sich der Zustand der Patientinnen und Patienten verändert.​ 

Die Situation in Deutschland 

Die Analyse zeigt auch: Viele Länder sind bereits weiter als Deutschland. Sie bauen den ohnehin besseren Stand der Pflege weiter aus. Bei uns stoßen neue Konzepte noch auf strukturelle Hürden. Die rechtlichen Grundlagen für autonome Handlungsspielräume bezeichnet das IGES Institut als unzureichend. Ein weiteres Problem komme hinzu: die sehr unterschiedlichen Qualifikationsprofile der Pflegekräfte. 

Tipps für Pflegekräfte 

Die Versorgungslandschaft befindet sich im Wandel. Stellen Sie sich rechtzeitig neu auf und planen Sie gezielt Fortbildungen ein, um neue Kompetenzen zu erlangen. 

Studie: Kompetenzen von Pflegekräften stärker nutzen
Ihre Kompetenz:Vorbehaltsaufgaben in der Pflege
Die Autorin Michelle Eisenberg
Michelle Eisenberg, examinierte Pflegekraft

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege.
Sie hat sowohl in der ambulanten als auch stationären Pflege Erfahrung gesammelt.
Seit einiger Zeit arbeitet Frau Eisenberg im Kundenservice von Dr. Ausbüttel im Bereich Beratung.