Stiftung Warentest prüft dm-Versandapotheke – und findet Beratungslücken
Die Stiftung Warentest hat „dm-med” getestet. Erfahren Sie, wie Sie diese Ergebnisse nutzen können, um als Vor-Ort-Apotheke mit Beratung und Fachwissen zu punkten.
Die Stiftung Warentest hat bei der in Tschechien ansässigen Versandapotheke „dm-med” der Drogeriekette dm eingekauft und einige Schwächen aufgedeckt.
Die Tester bestellten die Wirkstoffe Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zusammen. Das System von dm-med erkannte zwar die Wechselwirkung der Medikamente. Anstatt den zeitlich notwendigen Abstand der Einnahme zu erklären, verwies dm-med die Kundinnen und Kunden jedoch an eine Ärztin oder einen Arzt beziehungsweise an Apotheken-Teams. Zudem erreichen Anrufer die Hotline an Werktagen für lediglich fünf Stunden am Tag.
Lücken im Sortiment und beim Jugendschutz
Kundinnen und Kunden können darüber hinaus bestimmte Präparate nicht bestellen. Und zwar dann, wenn diese hierzulande rezeptfrei sind, in Tschechien jedoch der Rezeptpflicht unterliegen. Das Unternehmen darf diese dann nicht nach Deutschland schicken.
Mit dem Versand waren die Testerinnen und Tester zufrieden. Allerdings fehlten Hinweise auf den Medikamenten-Paketen, die vor einer Abgabe an Minderjährige oder Nachbarn warnen. Preislich lockt der Anbieter zwar mit Rabatten, verlangt aber rund fünf Euro Versandkosten, was mögliche Einsparungen relativiert. Abhängig vom Einkaufswert kann der Preis letztlich sogar höher liegen als bei der Vor-Ort-Apotheke.
Stärken Sie Ihre Vor-Ort-Apotheke
Die Schwächen bei dm-med und anderen Versandapotheken bieten Apotheken-Teams in der Vor-Ort-Apotheke große Chancen, sich abzuheben: Beraten Sie Ihre Kundschaft proaktiv, wenn Sie Medikamente abgeben. Erklären Sie Wechselwirkungen sofort. Verknüpfen Sie Ihre Beratungskompetenz mit digitalen Kanälen.
Eigene Onlineshops und passende Smartphone-Apps können hierzu beitragen. So ermöglichen Sie Ihrer Kundschaft, Arzneimittel bequem online zu bestellen – zur Abholung in der Apotheke. Sie können zusätzlich einen Lieferdienst anbieten oder sichere Abholfächer einrichten. So kombinieren Sie digitale Kanäle sinnvoll mit pharmazeutischem Beratungswissen.