Wundmazeration: Qualifikation des Fachpersonal ist entscheidend
Forschende testen eine Künstliche Intelligenz (KI) zur Erkennung mazerierter Wunden und verglichen sie mit der Treffgenauigkeit von Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzten. Dabei hat sich gezeigt, wie wichtig Fortbildungen sind.
Chronische Wunden schränken betroffene Patientinnen und Patienten stark ein. Meist leiden sie unter Schmerzen und können sich schlechter bewegen. Insgesamt ist die Lebensqualität herabgesetzt.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wundmazeration, bei der die Haut rund um die Wunde aufweicht und den Heilungsprozess zusätzlich behindert. Diese Veränderung entwickelt sich in der Regel schrittweise, verdeckt unter Verbänden und ähnelt anderen Hautirritationen, weshalb Pflegekräfte, speziell qualifizierte MFA sowie Ärztinnen und Ärzte sie im klinischen Alltag leicht übersehen. Der Forschungsverbund Zukunftslabor Gesundheit wollte wissen, ob ein KI-Modell Wundmazeration verlässlicher erkennt als medizinisches Personal – dabei klärten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch, wovon die Kompetenz des Fachpersonals in erster Linie abhängt.
So zuverlässig ist die Technik bei der Diagnose einer Wundmazeration
Die Forschenden nutzten 30 von Wundexpertinnen und -experten geprüfte Fotos: 15 mit klar mazerierten Wunden und 15 ohne Anzeichen von Mazeration. Eine zuvor trainierte KI analysierte alle Aufnahmen – sie klassifizierte 90 Prozent korrekt. Anschließend bewerteten 481 Pflegekräfte mit Qualifikation in der Wundversorgung sowie Ärztinnen und Ärzte aus Krankenhäusern dieselben Bilder. Sie kamen im Durchschnitt nur auf eine Trefferquote von 79,3 Prozent.
Fortbildungen sind wichtiger als die Erfahrung
Um die Zahlen richtig einzuordnen, lohnt sich ein zweiter Blick. Denn bei der schlechten Trefferquote des Fachpersonals handelte es sich ja um Durchschnittswerte. Deswegen untersuchten die Forschenden zusätzlich, welche Merkmale die Diagnosesicherheit beeinflussen. Sie ordneten die Ergebnisse nach Berufsgruppe, Alter, Geschlecht, Art der Einrichtung, Länge der Berufspraxis und speziellen Weiterbildungen.
Die Auswertungen zeigen: Fachärztinnen und -ärzte der Dermatologie sowie Pflegekräfte mit spezialisierter Wundweiterbildung erreichten Top-Werte und fühlten sich gleichzeitig am sichersten in ihren Einschätzungen.
Entscheidend war also nicht die Dauer der Berufserfahrung, sondern die gezielte fachliche Qualifikation. Zugleich macht die Studie deutlich: Auch das KI-System irrt sich in zehn Prozent der Fälle.
Im Ergebnis heißt das: Für eine kompetente Wundversorgung sind entsprechende Weiterbildungen unerlässlich. Fachwissen führt dazu, dass sich die Versorgung für die Patienten und Patientinnen verbessert. Zusätzlich ist es empfehlenswert, zur Verfügung stehende digitale Möglichkeiten zu nutzen, etwa die WundDoku App von Draco.