Vergütung für Lungenkrebs-Screening: Das müssen MFA wissen
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Vergütung für Lungenkrebs-Screening: Das müssen MFA wissen


Das Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT ist zum 1. April als neue Leistung der gesetzlichen Krankenkassen gestartet. Was gilt für die Abrechnung?

Starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren können ab sofort alle zwölf Monate eine spezielle Computertomografie mit niedriger Strahlendosis (Low Dosis CT = LDCT) in Anspruch nehmen. Für Sie als MFA bedeutet das: Sie haben einen Blick auf die Anspruchsvoraussetzungen für das Lungenkrebs-Screening, organisieren die Termine und führen die Dokumentation für die neuen EBM-Ziffern.

Neue GOP und wichtigste Abrechnungsregeln

Es gibt acht neue Gebührenordnungspositionen für Bericht, Beratung, Untersuchung, Zweitbefundung und Befundbesprechung. Die Leistungen laufen extrabudgetär, die Praxis erhält also das volle Honorar ohne Mengenbegrenzung.

In hausärztlichen oder internistischen Praxen unterstützen Sie als MFA die Ärztin oder den Arzt dabei, geeignete Patientinnen und Patienten mit starkem Zigarettenkonsum zu identifizieren und auf die neue Krebsfrüherkennungs-Richtlinie hinzuweisen. Die Erstberatung ist einmal pro Patient oder Patientin abrechnungsfähig. Außerdem wird die Berichterstellung vergütet.

In radiologischen Praxen koordinieren Sie als MFA die Abläufe rund um die LDCT, prüfen, ob bereits eine Screening-Untersuchung im aktuellen Krankheitsfall vorliegt, und wählen dann die passende GOP 01871 oder 01872. Sie prüfen, wann laut der ärztlichen Leitung ein kontrollbedürftiger, kontroll- oder abklärungsbedürftiger Befund besteht, damit die Praxis die Zweitbefundung (01878/01879), die Konsensuskonferenz (01881) und die Befundbesprechung (01880) korrekt abrechnet.

Qualifikation für die Durchführung

Alle neuen Leistungen setzen besondere Qualifikationen voraus: Radiologinnen und Radiologen benötigen eine KV-Genehmigung nach Strahlenschutz- und Lungenkrebsfrüherkennungs-Vorgaben, Hausärztinnen und Hausärzte müssen Kenntnisse zur Lungenkrebs-Früherkennung nachweisen. 

Als MFA gleichen Sie daher frühzeitig die KV-Bescheide und Fortbildungsnachweise mit dem Leistungsspektrum der Praxis ab und passen das Recall-System an das jährliche Screeningintervall an.

Lungenkrebs-Früherkennung: Die neuen GOP im Überblick

Leistungen der Fachärzte für Allgemeinmedizin und des Gebiets Innere Medizin

  • Erstellung eines Berichts: GOP 01875 (4,97 Euro / 39 Punkte)
  • Erstberatung zur Teilnahme an der Früherkennung von Lungenkrebs: GOP 01876 (11,08 Euro / 87 Punkte)

Leistungen der Fachärzte für Radiologie (Erst- und Zweitbefunder)

  • Niedrigdosis-Computertomographie: GOP 01871 (95,04 Euro / 746 Punkte)
  • Niedrigdosis-Computertomographie zur Befundkontrolle (bei innerhalb von 12 Monaten vorausgegangenem
  • kontrollbedürftigen Befund): GOP 01872 (74,66 Euro / 586 Punkte)
  • Veranlassung einer Zweitbefundung bei kontroll- oder abklärungsbedürftigem Befund: GOP 01878 (11,98 Euro / 94 Punkte)
  • Konsiliarische Zweitbefundung durch Zweitbefunder: GOP 01879 (49,56 Euro / 389 Punkte)
  • Beratung des Versicherten bei abklärungsbedürftigem Befund durch Erstbefunder: GOP 01880 (10,45 Euro / 82 Punkte)
  • Teilnahme an einer Konsensuskonferenz, wenn gesonderte Abstimmung bei differenten Befunden erforderlich: GOP 01881 (13,89 Euro / 109 Punkte)
Vergütung für Lungenkrebs-Screening: Das müssen MFA wissen
DRACO Wunde+Abrechnung nach EBM

Endlich Durchblick bei der Abrechnung:

Seminaraufzeichnung: Der EBM-Dchungel
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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