Geringeres Risiko für 13 Krebsarten durch einen gesunden Lebensstil
Die Ergebnisse einer großen Studie unterstreichen den Wert eines gesunden Lebenswandels für die Krebsprävention. So können Sie Ihre Patientinnen und Patienten gezielt unterstützen.
Fünf gesunde Gewohnheiten gehen mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen einher. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Die Ergebnisse erweitern das bisherige Wissen auch zu selteneren Krebsarten.
Fünf Lebensstilfaktoren im Blick
Das Forschungsteam wertete Daten von knapp 290.000 Menschen aus Großbritannien aus, die zu Studienbeginn nicht an Krebs erkrankt waren. Dabei berücksichtigte es fünf Faktoren:
- Nichtrauchen
- Körpergewicht im empfohlenen Bereich
- ausreichende Bewegung
- geringer Alkoholkonsum
- gesunde Ernährung
Für jedes erfüllte Kriterium erhielten die Teilnehmenden einen Punkt. Während einer Nachbeobachtungszeit von 11,5 Jahren wurden 12.947 Krebsdiagnosen erfasst.
Menschen mit vier oder fünf Punkten hatten bei 13 von 27 untersuchten Krebsarten ein niedrigeres Erkrankungsrisiko als Menschen mit höchstens einem Punkt. Dazu gehörten unter anderem Lungen-, Darm-, Nieren-, Blasen-, Leber-, Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch für seltenere Tumoren wie sogenannte Weichteilsarkome lieferte die Untersuchung zusätzliche Erkenntnisse.
Besonders häufig waren Rauchen und Übergewicht mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden: Rauchen zeigte einen Zusammenhang mit zwölf untersuchten Krebsarten, Übergewicht mit zehn.
Kleine Schritte statt langer Verbotslisten
Für die Prävention in der täglichen Arbeit heißt das: Die fünf Lebensstilfaktoren bieten konkrete Ansatzpunkte für kurze Gespräche. Dabei lohnt es sich, wenn Sie zunächst eine Veränderung ansprechen, die Patientinnen und Patienten selbst für machbar halten.
Praktische Empfehlungen für den Alltag:
MFA in der Arztpraxis: Fragen Sie beispielsweise nach dem Rauchverhalten und der Bereitschaft zum Aufhören. Bieten Sie einen ärztlichen Beratungstermin an und fragen Sie beim nächsten Kontakt nach dem vereinbarten Ziel.
PTA und Apothekenteams: Greifen Sie Fragen zum Rauchstopp auf und vermitteln Sie an die zuständige Beratung. Besprechen Sie einfache Veränderungen des Lebensstils, etwa häufiger alkoholfreie Getränke zu wählen.
Pflegefachkräfte: Unterstützen Sie Bewegung entsprechend der individuellen Belastbarkeit und Pflegeplanung, beispielsweise durch kurze begleitete Wege oder passende Übungen.
Für alle Teams: Sprechen Sie Ernährung und Gewicht respektvoll an. Vereinbaren Sie mit Patientinnen und Patienten einen überschaubaren nächsten Schritt, zum Beispiel öfter Gemüse zu essen oder einen kurzen Spaziergang in den Tagesablauf einzubauen.
Als MFA können Sie zudem Werbung für die HPV-Impfung und die Darmkrebsvorsorge machen. Beides kann ebenfalls helfen, Krebs vorzubeugen.