DAK-Psychreport 2026: Psychisch bedingte Fehlzeiten nehmen weiter zu
Psychische Erkrankungen haben 2025 erneut mehr Arbeitsausfälle verursacht. Besonders hoch waren die Fehlzeiten im Gesundheitswesen. Wie Arztpraxen, Apothekenteams und Pflegefachkräfte gegensteuern können.
Mit einem Anteil von 18,7 Prozent waren psychische Erkrankungen 2025 die zweithäufigste Ursache krankheitsbedingter Fehltage. Ein Jahr zuvor lagen sie noch hinter den Atemwegs- und Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Platz drei. Die durchschnittliche Krankheitsdauer stieg von 32,9 auf 34,2 Tage. Sieben Prozent der bei der DAK versicherten Beschäftigten waren im Jahresverlauf mindestens einmal wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig.
Gesundheitsbranche besonders betroffen
Das Gesundheitswesen liegt mit 474 Fehltagen je 100 Versicherte deutlich über dem Durchschnitt von 366 Fehltagen. Deutliche Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen kamen auf 100 Versicherte 456 psychisch bedingte Fehltage, bei Männern „nur“ 288. Damit waren bei Frauen psychische Erkrankungen die häufigste Ursache krankheitsbedingter Ausfalltage.
Der größte Anteil am psychisch bedingten Arbeitsausfall entfiel mit 55 Prozent auf Depressionen. Depressive Episoden und wiederkehrende depressive Störungen verursachten zusammen rund 202 Fehltage je 100 Versicherte. An zweiter Stelle folgen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen mit rund 64 Tagen je 100 Versicherte. Beide Krankheitsgruppen verzeichneten gegenüber 2024 einen Anstieg.
Prävention beginnt bei Arbeitsabläufen
Für Verantwortliche in Arztpraxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen rückt damit die betriebliche Prävention in den Blick. Die DAK empfiehlt ein Gesundheitsmanagement, das nicht allein beim individuellen Umgang mit Belastungen ansetzt. Vielmehr sollten auch betriebliche Strukturen und Prozesse überprüft und Beschäftigte an Veränderungen beteiligt werden. Wichtig sei zudem ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld, in dem Belastung und Überlastung angesprochen werden können.
Psychische Gesundheit im Team stärken: Tipps für den Arbeitsalltag
Als MFA, PTA und Pflegefachkraft können Sie gemeinsam mit Ihren Teams Workflows und Arbeitsorganisation so anpassen, dass sich psychische Belastungen verringern:
Belastungen gemeinsam erkennen: Besprechen Sie im Team, welche Aufgaben, Unterbrechungen oder Abläufe besonders belasten. Erfassen Sie diese und entwickeln Sie gemeinsam passende Veränderungen.
Aufgaben klar verteilen: Legen Sie fest, wer welche Tätigkeiten übernimmt und Entscheidungen trifft. Klare Zuständigkeiten und Checklisten erleichtern die Zusammenarbeit.
Dienste und Vertretungen vorausschauend planen: Stimmen Sie den Personaleinsatz auf das Arbeitsaufkommen ab und vereinbaren Sie frühzeitig Vertretungsregeln.
Pausen ermöglichen: Planen Sie Pausen verbindlich ein und organisieren Sie die Abläufe so, dass Sie diese tatsächlich nehmen können. Auch Dienst- und Urlaubspläne sollten möglichst verlässlich sein.
Rückhalt im Team fördern: Sprechen Sie Überlastungen und Konflikte frühzeitig an. Gegenseitige Unterstützung, Wertschätzung und klare Absprachen helfen, belastende Situationen gemeinsam zu bewältigen.
Nach belastenden Ereignissen Unterstützung anbieten: Schaffen Sie Raum für die Nachbesprechung schwieriger Situationen.