Cyberangriff auf Arztpraxis war wieder einmal erfolgreich
Unbekannte haben sich Zugriff auf Patientendaten einer Praxis in Rheinland-Pfalz verschafft. Dieser aktuelle Fall zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, dass Sie als MFA das Thema Cybersicherheit ernst nehmen.
In Rheinland-Pfalz ist es Kriminellen gelungen, sich in die digitale Kommunikation einer Arztpraxis einzuhacken. Sie nutzten täuschend echte E-Mails und überzeugten eine Mitarbeiterin davon, Zugangsdaten preiszugeben. Dadurch kamen sie in das E-Mail-Postfach und konnten auf sensible Inhalte zugreifen.
Die Täter lasen Nachrichten, kopierten Daten und schickten Mails mit veränderten Inhalten ab. Dabei hatten sie ein klares Ziel: Sie wollten die Empfänger zu Zahlungen bewegen. Sobald der Angriff auffiel, handelte die Praxis. Das Team sperrte den betroffenen Zugang und vergab neue Zugangsdaten. IT-Fachleute prüften das ganze System.
Zusätzlich informierte die Praxis die zuständige Datenschutzbehörde sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Auch die Polizei schaltete sie ein, um den Vorfall strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Bedeutung für andere Praxen
Der Angriff betrifft nicht nur eine einzelne Einrichtung. Es kommt inzwischen immer häufiger vor, dass die Täter gezielt auf Vertrauen setzen. Anders gesagt: Sie verwenden Namen, die Sie kennen oder nehmen echte Nachrichtenverläufe als Grundlage, in die sie sich einklinken. Das fällt kaum auf und erhöht die Erfolgsquote.
Was können Sie tun?
Im hektischen Arbeitsalltag ist es nicht realistisch, bei jeder E-Mail, die Sie erhalten oder auf die Sie antworten, die Adresse sorgfältig zu prüfen – oftmals wird zwar der korrekte Name angezeigt, aber wenn Sie sich die Adresse anzeigen lassen, steckt doch jemand anderes dahinter. Wie können Sie also das Risiko verringern, durch unbedachtes Verhalten Hacker in das System der Arztpraxis zu lassen?
Dafür gibt es eine einfache Regel: Sobald Sie etwas tun sollen, etwa einen Anhang öffnen, gilt besondere Vorsicht! Klicken Sie nicht aus Neugierde auf die Datei! Checken Sie erst den Absender, und wenn Sie keinen Anhang erwarten, klären Sie telefonisch mit dem Absender, ob alles korrekt ist. Keinesfalls dürfen Sie per E-Mail Passwörter oder andere Zugangsdaten verraten!