Arzneimittel-Lieferengpässe bleiben eine Herausforderung
Engpässe bei wichtigen Medikamenten wie Psychopharmaka, Antibiotika und Lipidsenkern belasten weiterhin die Versorgung. Fachkräfte müssen im Alltag flexibel handeln.
Lieferprobleme bei Arzneimitteln haben auch in den Jahren 2024 und 2025 die Versorgung gefährdet. Eine aktuelle Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) belegt über 1.500 gemeldete Engpässe im vergangenen Jahr. Besonders betroffen waren Psychopharmaka. Innerhalb dieser Gruppe führten Antipsychotika mit durchschnittlich über sieben Monaten Engpassdauer und Antidepressiva mit rund dreieinhalb Monaten die Statistik an. Etwa eine Million Patientinnen und Patienten waren dadurch beeinträchtigt.
Lipidsenker und Antibiotika
Auch bei anderen oft verordneten Wirkstoffen traten deutliche Lieferprobleme auf. Lipidsenker fehlten über längere Zeiträume bei rund zwei Millionen Behandelten, Antibiotika bei mehr als 2,2 Millionen. Wenn mehrere Antibiotika gleichzeitig nicht lieferbar sind, müssen Ärztinnen und Ärzte ihre Therapie an die vorhandenen Präparate anpassen – das kann die Behandlungsqualität beeinträchtigen und das Risiko für Resistenzentwicklungen erhöhen.
Salbutamol und Antiepileptika
Neben diesen Gruppen erwiesen sich auch der bronchienerweiternde Wirkstoff Salbutamol sowie bestimmte Antiepileptika als besonders versorgungskritisch. Die Ausweichmöglichkeiten sind begrenzt, aber es gelang, Engpässe größtenteils mithilfe von Notfallimporten und Beständen aus dem Ausland zu überbrücken. Bei diesen Produkten sind Etiketten und Packungsbeilagen jedoch häufig in einer fremden Sprache verfasst, was bei Patientinnen und Patienten zu Unsicherheiten führen kann.
Ursachen für Lieferengpässe
Als Hauptursache für die wiederkehrenden Engpässe gilt die weltweite Konzentration der Arznei- und Wirkstoffproduktion auf wenige Hersteller, die vor allem in China und Indien sitzen. Störungen der Produktion oder Qualitätsprobleme lösen schnell eine Kettenreaktion aus, die zu leeren Lagern in deutschen Apotheken führt.
Tipps für MFA, PTA und PKA
Sprechen Sie mit Patienten und Patientinnen offen über Lieferprobleme und bieten Sie Unterstützung an, wenn beispielsweise ältere Menschen Probleme mit fremdsprachigen Packungsbeilagen haben – die deutschen Varianten können Sie in der Regel online herunterladen und bei Bedarf ausdrucken.
Besonders wichtig: Teams in Arztpraxen und Apotheken sollten sich bei diesem Thema eng austauschen und gut zusammenarbeiten.
Quellen:
Thema: Lieferengpässe
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