Selbstbewusst und sichtbar: Die eigenen Stärken als MFA zeigen
Praxisalltag

Selbstbewusst und sichtbar: Die eigenen Stärken als MFA zeigen

Viele Medizinische Fachangestellte (MFA) schätzen eher die stille Helferrolle und übersehen dabei ihren eigenen Wert – doch das sollte nicht sein! Die Arbeit der MFA ist das Rückgrat jeder Arztpraxis. Unsere Fähigkeiten sind genau das, was den Unterschied machen kann. Aber wie macht man die eigenen Stärken sichtbar, ohne dass es nach Prahlen aussieht? Genau darum geht es hier: Mut, Selbstreflexion und clevere Strategien, die euch professionell und sympathisch in Szene setzen – ganz ohne Angeber-Ton.

In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr eure eigenen Stärken als MFA überhaupt erst einmal bewusst wahrnehmt und erkennt, wie ihr euch innerhalb eurer eigenen Praxis geschickt positioniert und wie ihr auch nach außen euer berufliches Profil schärft. Mit ein paar praktischen Tipps und Inspirationen von mir hoffe ich, dass ihr selbstbewusster und sichtbarer werdet.

Eigene Stärken bewusst machen

  • Womit kommen meine Kolleginnen zu mir? Erkenne, worin ihr besonders gefragt seid – sei es Kommunikation, Organisation oder Empathie. Starte mit einer unsortierten Liste.
  • Was fällt mir leichter als anderen? Vielleicht seid ihr besonders geduldig im Umgang mit Patienten oder habt einen guten Überblick über Abläufe? Schreibt auch hier einmal alles auf, was euch in den Sinn kommt.
  • Was habe ich in letzter Zeit verbessert? Reflektiert, welche neuen Fähigkeiten oder Methoden ihr euch angeeignet habt. Auch das solltet ihr für euch verschriftlichen.
  • Wo habe ich Verantwortung übernommen? Habt ihr vielleicht die Urlaubsplanung geregelt oder Nachwuchskräfte eingelernt?
  • Was ist mir gut gelungen? Notiert konkrete Erfolge oder Lob, das ihr erhalten habt.

Wie sieht eure Liste aus? Vermutlich habt ihr doch mehr Stichpunkte zusammengetragen, als ihr zunächst dachtet. 

Nun könnt ihr versuchen, alle Punkte eurer Liste zu sortieren. Das könnte sein: Persönlichkeit/Charakter, fachliche Qualifikation, Kollegialität… schaut euch eure individuellen Stärken an. Am Ende habe ich noch eine besondere Empfehlung für euch.

Positionieren innerhalb der Praxis

  • Über eigene Stärken sprechen – ohne zu prahlen: Nutzt Teammeetings, um von positiven Erfahrungen zu berichten. Ihr könnt zum Beispiel sagen: „Letzte Woche habe ich bei einem komplexen Fall die Koordination übernommen, was gut geklappt hat.“ Das ist sachlich und wirkt keineswegs prahlerisch. Aber ihr solltet eure Erfolgserlebnisse auf diese Art mit euren Teamkollegen und Vorgesetzten teilen, um euer positives Bild zu unterstützen.
  • Initiative zeigen und Aufgaben übernehmen: Werdet zur ersten Anlaufstelle bei eurem persönlichen „starken“ Thema, z. B. Terminmanagement oder Patientenaufklärung.
  • Sich selbst etwas zutrauen: Übernehmt neue Aufgaben und zeigt Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Auch wenn ihr im ersten Moment das Gefühl habt: „Das packe ich nicht“ – Macht euch bewusst, dass es vermutlich zwar außerhalb eurer Komfortzone liegt, ihr aber genug (Selbst-)Kompetenz habt, euch einzuarbeiten und zu verbessern.
  • Ja zu sich selbst sagen: Steht zu euren Ideen und tut das, was euch wichtig ist – sei es in der Kommunikation mit Kollegen oder bei der Organisation.
  • Grenzen aufzeigen: Sichtbar sein heißt aber bitte nicht, alles zu machen und zu allem Ja zu sagen. Ganz im Gegenteil! Lerne, höflich aber bestimmt Nein zu sagen, um Überforderung zu vermeiden.

Positionieren außerhalb der Praxis

  • Fort- und Weiterbildung: Besucht regelmäßig Schulungen und Workshops (ich verlinke euch am Ende auch einige Online-Optionen, die ihr bequem von zu Hause aus machen könnt). Dieses Wissen könnt ihr im Praxisalltag sichtbar anwenden und teilen.
  • Online-Präsenz: Legt ein aktuelles Profil auf LinkedIn oder Xing an und präsentiert dort eure beruflichen Qualifikationen und auch Erfolge. Ihr könnt eure Erfahrungen (anonymisiert natürlich) auch in regelmäßigen Beiträgen teilen. Auch das trägt zur Wahrnehmung eurer Person bei. Beiträge könnt ihr auch in  Fachgruppen oder einem Blog teilen.
  • Vernetzen: Knüpft Kontakte mit anderen MFA aus verschiedenen Praxen, nehmt an Fortbildungen und Veranstaltungen teil, um euer Netzwerk zu stärken.

Für die Fortgeschritten „starken“ MFA bietet sich auch die Rolle des Mentors bzw. der Mentorin an. Hier könnt ihr euer Wissen an jüngere MFA, Auszubildende, Quereinsteiger oder neue Kollegen weitergeben. Indem ihr eure Kollegen stärkt, stärkt ihr nicht nur das gesamte Praxisteam, sondern vor allem auch euch selbst!

Eure Stärken als MFA sichtbar zu machen, ist kein Akt der Arroganz, sondern ein wichtiger Schritt für eure berufliche Entwicklung und den Erfolg eurer Praxis. Mit Selbstbewusstsein, einer guten Portion Mut und den richtigen Strategien könnt ihr euer Potenzial entfalten und spürbar zum Praxisalltag beitragen. Eure Arbeit ist wertvoll – also zeigt es! Denn wer sichtbar ist, wird gehört und anerkannt. 

Hier die versprochenen Links zu Online-Fortbildungen: https://www.draco.de/fortbildungen/online-seminare/

Und ein Speziallink für diejenigen unter euch, die ihre persönlichen Stärken entdecken und entwickeln wollen findet ihr hier: https://www.draco.de/mediathek/detailansicht/persoenliche-staerken-entdecken-und-entwickeln/ 

Habt ihr oben neue Stärken bei euch selbst erkannt? Wie geht ihr mit euren eigenen Stärken um? Teilt ihr Erfolgserlebnisse?

Viele Grüße

Eure Steffi 

Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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