Mehr Sicherheit im Praxisalltag: So schützt ihr euch und euer Team
Sicherheit in der Arztpraxis ist mehr als nur die Brandschutzunterweisung! Für Medizinische Fachangestellte (MFA) bedeutet es, einen Blick für ganz konkrete Situationen zu entwickeln – zum Beispiel: Wie kann ich mich und meine Kolleginnen schützen, wenn ich alleine einen Raum betrete? Oder was passiert, wenn es in den späten Abendstunden brenzlig wird? Dieser Artikel zeigt praxisnahe Wege auf, wie ihr mit einfachen Mitteln und gut durchdachten Abläufen eure Sicherheit und die des Teams deutlich erhöhen können. Keine trockene Theorie, sondern nützliche Tipps, die ihr sofort in eurem Praxisalltag umsetzen könnt.
In diesem Blog möchte ich euch zeigen, worauf es bei Sicherheit und Mitarbeiterschutz in modernen Arztpraxen ankommt – abseits von klassischen Arbeitsschutzthemen. Neben technischen Hilfsmitteln wie Alarmknöpfen stellen wir auch organisatorische Maßnahmen vor, beispielsweise wie man Hausregeln zur Raumbelegung sinnvoll gestaltet oder Fluchtwege kennt und kommuniziert. Die klare Struktur hilft euch, die wichtigsten Sicherheitsfragen zu erkennen und mit konkreten „to do’s“ direkt anzugehen.
1. Persönliche Sicherheit im Praxisbetrieb stärken
- Alarmknopf installieren: Ein einfacher, leicht zugänglicher Notrufknopf am Empfang und im Behandlungszimmer ist essenziell. Testet diese hausinternen Notrufanlage regelmäßig auf korrekte Funktion, erklärt den Kolleginnen, wie ein Notruf wieder deaktiviert wird und macht das gesamte Team damit vertraut, wie im Notfall reagiert werden soll.
- Kein Alleinsein in geschlossenen Räumen: Schließt keine Türen, wenn eine MFA (besonders bei Alleinarbeit, z. B. weibliche Kollegen) alleine mit Patienten ist.
- Sicherheitsdienst: Sprecht mit der Praxisleitung über den Einsatz von Sicherheitsdiensten für Spätsprechstunden. Dies kann insbesondere für größere Praxen oder Kliniken relevant sein, die späte Sprechstunden anbieten.
2. Technische und bauliche Vorkehrungen etablieren
- Videoüberwachung klug einsetzen: Überwachung von Eingangs- und Wartebereichen kann vorbeugend wirken. Achtet auf Datenschutzbestimmungen und informiert Patienten und Mitarbeiter transparent.
- Feuermelder und Alarmanlagen warten: Regelmäßige Funktionstests sind Pflicht, am besten Erinnerungen in euren Teamkalender eintragen, in Checklisten festhalten und dokumentieren.
- Strom- und Wasserversorgung kontrollieren: Schaltet bei längeren Praxisabwesenheiten Strom und Wasser ab, um Schäden zu vermeiden. Achtet darauf, dass Mehrfachstecker nicht überlastet oder in Reihe geschaltet sind.
- Fluchtwege freihalten und markieren: Sorgt immer dafür, dass Fluchtwege und Notausgänge frei zugänglich und gut sichtbar sind. Eine Person, die nicht mit den Räumlichkeiten vertraut ist, muss im Notfall sofort erkennen können, wo der Flucht- und Rettungsweg ist.
3. Organisatorische Maßnahmen und Teamverantwortung fördern
- Flucht- und Evakuierungspläne bekannt machen: Alljährliche Unterweisungen sorgen dafür, dass jedes Teammitglied weiß, wie ihr euch im Notfall verhalten müsst. Übt regelmäßige Evakuierungen und erklärt neuen Mitarbeitenden die Abläufe.
- Klare Praxisregeln kommunizieren: Regeln zum Türe schließen, Verhalten bei aggressiven Patienten oder zum Umgang mit alarmierenden Situationen sollten schriftlich vorliegen und im Team regelmäßig besprochen werden.
- Benennung eines Sicherheitsbeauftragten: Eine oder mehrere Personen im Team können als Ansprechpersonen für alle Sicherheitsfragen fungieren und die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren.
4. Prävention und Risikominimierung im Arbeitsalltag
- Vermeidung von Stolperfallen: Achtet auf freie Laufwege, sichere Bodenbeläge und ordentliche Kabelverlegung.
- Schulung im Umgang mit aggressiven Patienten: Deeskalationstechniken reduzieren Stresssituationen und schützen das Praxispersonal. Hierzu habe ich am Ende noch einen Link für euch!
- Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen und medizinischen Geräten: Regelmäßige Fortbildungen und klare Sicherheitsanweisungen schützen vor Unfällen und Gesundheitsrisiken.
Ein umfassender Mitarbeiterschutz in eurer Arztpraxis sorgt dafür, dass euer Alltag sicher bleibt. In einem sicheren Arbeitsumfeld könnt ihr euch wohlfühlen. Denn eure Sicherheit ist die Basis für eine starke und gesunde Praxis.
Wie ihr mit schwierigen Patienten umgehen könnt? Dazu erfahrt ihr hier mehr: https://www.draco.de/umgang-mit-patienten/
Akute Bedrohung in einer Arztpraxis – dazu habe ich hier etwas Hilfreiches für euch: https://www.draco.de/blog/akute-krisensituation-in-der-arztpraxis
Mehr Infos zum Arbeitsschutz in der Arztpraxis: https://www.draco.de/arbeitsschutz-in-der-arztpraxis
Wie habt ihr die Sicherheit in eurer Arztpraxis organisiert? Was sorgt besonders dafür, dass ihr euch sicher fühlt?
Viele Grüße
Eure Steffi






