Zi-Report: Mehr digitale Termine und Zuwachs bei den Vorsorgeterminen
Videosprechstunden und Telefonberatungen nehmen deutlich zu. Das fordert Praxisteams, eröffnet aber auch Chancen, den Alltag besser zu strukturieren.
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat seinen aktuellen Trendreport vorgelegt. Er zeigt: Das Arbeitsvolumen in den Praxen ist weiterhin hoch.
Parallel wächst die Bedeutung der digitalen Angebote: Die Zahl der telefonischen Beratungen stieg auf 4,4 Millionen Kontakte, Videosprechstunden wurden mehr als 1,5 Millionen Mal abgerechnet – das entspricht einem Plus von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch machen rein telemedizinische Kontakte nur einen kleinen Anteil an allen Fällen aus.
Wachsende Versorgungsbereiche
Besonders hoch sind die Zuwächse im Bereich der Psychotherapie und Psychiatrie. Die Zahl der Einzeltherapien stieg leicht auf etwa 2,2 Millionen, Gruppentherapien legten deutlich auf 223.000 Fälle zu. Auch einzelne Fachgebiete wie Strahlentherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie, Endokrinologie und nicht ärztliche Psychotherapie rechneten mehr Leistungen ab. In hausärztlichen Praxen ging das Volumen hingegen leicht zurück.
So sieht es bei den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen aus
Bei Vorsorgeleistungen ergibt sich ein gemischtes Bild. Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter nahmen ab, während Mammografie-Screenings und Vorsorgekoloskopien weiter zunahmen. Über 339.000 Früherkennungskoloskopien fanden im ersten Halbjahr 2025 statt. Der Einsatz vieler Praxisteams, die zum Teil aktiv an Vorsorgetermine erinnern, zahlt sich also aus.
Tipps für MFA
Die Fachleute des Zi-Trendreports betonen, dass diese Zahlen ohne den hohen persönlichen Einsatz aller Mitarbeitenden nicht möglich wären. In vielen Praxen seien die Teams an der Belastungsgrenze und müssten fehlendes Personal kompensieren. Hinzu käme der Aufwand für technische Neuerungen. Mit diesen Tipps kann es Ihnen als MFA gelingen, den Alltag besser zu organisieren:
Sprechen Sie Patientinnen und Patienten aktiv auf die Möglichkeit zur Videosprechstunde an (z. B. Befundbesprechungen), wenn es rechtlich möglich und inhaltlich sinnvoll ist.
Bereiten Sie Unterlagen für digitale Termine rechtzeitig vor, damit Ärztinnen und Ärzte direkt starten können.
Planen Sie Zeitfenster ein, in denen mehrere Videosprechstunden hintereinander stattfinden. Das erleichtert die Organisation.
Nutzen Sie Recall-Listen für Vorsorge-Untersuchungen konsequent und erinnern Sie Patienten und Patientinnen an Termine.
Sprechen Sie zeitliche Engpässe offen in Teambesprechungen an, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Für langfristige Projekte, beispielsweise eine eventuelle Umstellung auf ein neues PVS, sollten Sie rechtzeitig Zeitfenster freihalten, damit die Umsetzung im Alltag möglichst geräuschlos funktioniert.