Zahlreiche Maßnahmen: Was 2026 im Gesundheitswesen passieren soll
Das Gesundheitsministerium plant ein Reformpaket vorgelegt, das viele Bereiche neu ordnen wird. Für PTA und PKA in Apotheken sowie Pflegekräfte und MFA in Praxen verändern sich voraussichtlich Abläufe, Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen.
Vieles wurde bereits angestoßen, weitere Reformen sollen hinzukommen – das Gesundheitsministerium hat viel vor im laufenden Jahr, unter anderem:
- Die geplante Krankenhausreform bleibt ein zentraler Baustein und soll Leistungen gezielt in spezialisierte Häuser sowie stärker in den ambulanten Bereich verlagern. Für Pflegekräfte und MFA in Kliniken und Praxen bedeutet das, Patientinnen und Patienten häufiger sektorenübergreifend zu begleiten und Übergänge aktiv zu koordinieren.
- Die Regierung setzt den Umbau hin zu mehr ambulanter Behandlung und neuen Vergütungsformen wie Hybrid-DRG fort. Ärztinnen, Ärzte, MFA sowie Pflegekräfte übernehmen dabei mehr Steuerung, wenn sie entscheiden, ob sich Eingriffe ambulant sicher durchführen lassen.
- Parallel will das Ministerium eine Reform der Notfallversorgung vorantreiben, um Patientinnen und Patienten schneller in die passende Versorgungsstruktur zu leiten. Für MFA in Praxen sowie Pflegekräfte in Notaufnahmen rücken strukturierte Ersteinschätzung, Triage und eine klare Zusammenarbeit zwischen KV-Notdienst, Leitstellen und Kliniken stärker in den Vordergrund.
- In der Pflege bereitet eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine umfassende Pflegereform vor, die Kompetenzen der Pflegefachkräfte erweitert und Leistungen neu ordnet. Pflegekräfte sollen in mehr Situationen eigenständig entscheiden dürfen.
- Zur Digitalisierung wird es ein weiteres Gesetzespaket geben, das E-Rezept, ePA und weitere digitale Anwendungen ausbaut. Für PTA, PKA, MFA und Pflegekräfte wächst der Anteil an digitaler Dokumentation und Kommunikation. Gleichzeitig ist es so gedacht, dass standardisierte Prozesse viele bisher doppelte Arbeitsschritte überflüssig machen und so den Aufwand reduzieren.
- Eine Apothekenreform gehört ebenfalls zum Paket und soll die Vor-Ort-Versorgung sichern und wirtschaftlich stabilisieren. Die Aufgabenprofile für PTA und PKA werden sich wahrscheinlich verändern. Sie können mit mehr pharmazeutischen Dienstleistungen und einer stärkeren Einbindung in die Steuerung von Arzneimitteltherapien rechnen.
- Schließlich arbeitet eine unabhängige Finanzkommission an Vorschlägen, um die Beiträge der Gesetzlichen Krankenversicherung ab 2027 zu stabilisieren. Geplant sind strukturelle Einschnitte bei Verwaltungskosten und neue Prioritäten bei Ausgaben, was Krankenkassen, Leistungserbringer sowie Versicherte gleichermaßen spüren werden.
Zudem hat das Bundesgesundheitsministerium ein Hilfsmittelgesetz angekündigt sowie ein Gesundheitssicherstellungsgesetz, das die Versorgung in Krisen-Situationen regeln soll. Befassen wollen sich die Politiker und Politikerinnen auch intensiver mit der Pharma- und der Medizintechnik-Branche. Dabei geht es um gute Rahmenbedingungen, um Innovationen im Bereich der Arzneimittel und Therapien zu fördern.
Ebenfalls auf der Liste steht ein Gesetz, in dem es darum geht, Experten und Expertinnen für Gesundheit und Pflege einzuführen. Auch eine schnellere Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen soll kommen.