Studie zur Sturzprävention: Videoüberwachung hilft
Kontinuierliche Videoüberwachung kann die Zahl der Stürze senken. Pflegekräfte gewinnen dadurch Zeit für die direkte Pflege, und die Patientensicherheit steigt.
Eine US-Studie hat gezeigt: Eine kontinuierliche Videoüberwachung von Langzeit-Patientinnen und -Patienten kann klare Vorteile haben. Die Zahl der Stürze nahm ab, und die Pflegekräfte wurden entlastet. Durchgeführt wurde die Untersuchung in einer Reha-Klinik.
Technik und detaillierte Ergebnisse
In den Zimmern hatten die Forschenden nicht nur einfache Kameras installiert, sondern ein System, das zusätzlich die direkte Kommunikation ermöglichte. Wenn Pflegekräfte riskantes Verhalten der Patienten und Patientinnen erkannten, konnten sie diese daher sofort ansprechen.
In der Folge sank die monatliche Sturzrate um etwa ein Viertel, gleichzeitig reduzierten sich die Stunden der 1:1‑Sitzwachen, die in kritischen Fällen durchgeführt wurden, um mehr als 90 Prozent. Das wiederum führte zu einer hohen Kostenersparnis. Viele Stürze, die in dieser Zeit trotzdem auftraten, betrafen Personen, bei denen keine Videoüberwachung installiert war.
Als problematisch gilt bei diesem Thema jedoch der Datenschutz, da die Betroffenen faktisch unter Dauerüberwachung stehen. Für Pflegeeinrichtungen, die entsprechende Konzepte testen wollen, ist es daher wichtig, Einverständniserklärungen der Patientinnen und Patienten beziehungsweise der Betreuungspersonen einzuholen und dies gut zu dokumentieren.
Tipps für Pflegekräfte bei Testversuchen mit Video-Überwachung zur Sturzprävention
- Sprechen Sie Patientinnen und Patienten mit hohem Sturzrisiko gezielt auf das Monitoring an und erklären Sie Nutzen, Ablauf und Datenschutz in einfachen Worten.
- Die Einverständniserklärung muss unterschrieben und abgelegt werden.
- Nutzen Sie das Videosystem aktiv. Eine Person sollte stets die Monitore im Blick behalten.
- Sprechen Sie Betroffene bei auffälligem Verhalten über das Kommunikationssystem aus der Ferne an. Anzeichen sind zum Beispiel: Unruhe, Aufstehversuche oder nestelnde Bewegungen.
- Reicht die Ansprache nicht aus, bitten Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, die Person aufzusuchen.
- Kombinieren Sie die Videoüberwachung mit bekannten Sturzpräventionsmaßnahmen wie rutschfestem Schuhwerk, gut erreichbarer Klingel, aufgeräumter Umgebung und geplanter Mobilisation.
- Besprechen Sie diese Maßnahmen mit Betroffenen und Angehörigen.
- Tauschen Sie sich im Team regelmäßig über Erfahrungen mit der Technik aus, sammeln Sie Rückmeldungen von Patientinnen, Patienten und Angehörigen. Nutzen Sie dieses Wissen, um die Abläufe zu verbessern.
Quellen:
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